Gigabitförderung 2.0
Die Bundesregierung treibt den Glasfaserausbau voran: Mit 1,8 Milliarden Euro werden über 500 neue Projekte in ganz Deutschland gefördert. Darunter auch die Insel Spiekeroog, die damit bald schnelles Internet bekommen soll.
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Kabeltrommeln wie diese mit Leitungen für Breitbandkabel sollen bald auch schnelleres Internet nach Spiekeroog bringen.
Foto: Shutterstock/ThomBal
Noch gibt es auf Spiekeroog keine direkte, kabelgebundene Glasfaseranbindung an das Festland. Anders als bei den übrigen sechs bewohnten ostfriesischen Inseln. Doch das soll sich bald ändern: Spätestens im April 2028 können die mehr als 800 Menschen auf Spiekeroog und Tausenden Touristinnen und Touristen schneller im Internet surfen.
Bis dahin soll ein rund neun Kilometer langes Seekabel vom Festland zur Insel verlegt sein. Das Vorhaben ist eines der technisch anspruchsvollsten Ausbauprojekte in Niedersachsen.
Bund fördert 536 Glasfaserprojekte
Finanziell ermöglicht wird dies durch eine Förderung des Bundes: Spiekeroog ist eines von insgesamt 536 neuen Projekten, die das Bundesdigitalministerium unterstützt. Innerhalb der Gigabitförderung 2.0 fließen 1,8 Milliarden Euro in den bundesweiten Glasfaserausbau.
Das Geld steht vor allem dort zur Verfügung, wo der privatwirtschaftliche Ausbau an seine Grenzen stößt. „Schnelles Internet ist heute so wichtig wie Straßen und Schienen. Unsere Förderung sorgt dafür, dass nicht nur die großen Städte, sondern auch Dörfer und kleine Gemeinden Anschluss bekommen“, so Bundesdigitalminister Karsten Wildberger.
Gleichwertige Lebensverhältnisse schaffen
Mit der Gigabitförderung 2.0 sollen bundesweit die Voraussetzungen für leistungsfähige digitale Infrastrukturen und gleichwertige Lebensverhältnisse geschaffen werden. Entsprechend vielfältig sind die geförderten Projekte: Sie reichen von der Stadt Rödental in Bayern – mit dem größten Investitionsvolumen – über die Stadt Aachen – mit dem höchsten Fördervolumen – bis hin zur Insel Spiekeroog, wo das besonders anspruchsvolle Seekabel-Vorhaben umgesetzt wird. Konkret erhält Spiekeroog vom Bund für das Projekt 4,75 Millionen Euro.
Bereits 21 Milliarden Euro investiert
Insgesamt hat der Bund bereits etwa 21 Milliarden Euro in den Glasfaserausbau investiert. Ziel der Bundesregierung ist es, das Tempo des Ausbaus weiter zu beschleunigen. Mitte 2025 konnten bereits etwa 43 Prozent der Haushalte in Deutschland einen Glasfaseranschluss nutzen.
Für einen schnelleren Ausbau von Mobilfunk- und Glasfasernetzen liegt der Netzausbau seit Juli 2025 im „überragenden öffentlichen Interesse“. Dazu wurde das Telekommunikationsgesetz geändert. Der Bau von Mobilfunkmasten oder Glasfaserleitungen erhält so bei behördlichen Genehmigungsverfahren ein stärkeres Gewicht.