Die Bahn im Rampenlicht

Europäisches Jahr der Schiene Die Bahn im Rampenlicht

2021 ist das Europäische Jahr der Schiene. Mit der Initiative der EU-Kommission wird die Bahn als nachhaltiges Verkehrsmittel gefördert. Gleichzeitig wird der Europäische Green Deal im Bereich der Mobilität gestärkt. Worum geht es genau? Fragen und Antworten im Überblick.

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Foto: European Union

Was will die Initiative erreichen?

In Europa sollen die Unternehmen und – wenn nach der Corona-Pandemie Reisen wieder möglich ist – die Menschen verstärkt die Bahn nutzen. Nur etwa sieben Prozent des Personen- und elf Prozent des Güterverkehrs rollen bislang über die Schiene. Erhöht sich der Anteil, verringern sich die Treibhausgasemissionen und die Umweltverschmutzung in der EU. Das trägt erheblich zu den Anstrengungen der EU im  europäischen Grünen Deal bei.

Europäische Jahre werden seit 1983 durch die Europäische Union ausgerufen. Sie sind stets bestimmten Themen gewidmet und sollen Diskussionen auf nationaler und europäischer Ebene anstoßen. In Europäischen Jahren werden in der Regel zusätzliche Finanzmittel für einschlägige lokale, nationale und grenzübergreifende Projekte bereitgestellt. Nähere Informationen finden Sie hier

Was ist im „Jahr der Europäischen Schiene“ geplant?

Die Europäische Kommission hat Anfang des Jahres eine Website mit Informationen über die Initiative sowie einem Überblick über die geplanten Aktivitäten freigeschaltet. In der gesamten EU werden Veranstaltungen, Projekte und Aktivitäten die zahlreichen Dimensionen des Schienenverkehrs hervorheben. Zum Beispiel: 

  • Europas innovative Eisenbahnindustrie, 
  • die Rolle der Eisenbahn für die europäische Kultur und das europäische Kulturerbe, 
  • die Anbindung von Regionen, Menschen und Unternehmen, 
  • den Anteil am nachhaltigen Tourismus und auch 
  •  ihre Rolle in den Beziehungen der EU zu Nachbarländern.

Welche Vorteile hat die Eisenbahn als Verkehrsmittel?

In der EU ist der Schienenverkehr einer der nachhaltigsten Formen des Personen- und Güterverkehrs. Er ist für weniger als 0,5 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich, die durch den Verkehr bedingt sind. Außerdem ist der Schienenverkehr äußerst sicher. Und er verbindet durch das transeuropäische Verkehrsnetz (TEN-V) Menschen und Unternehmen in der gesamten EU.

Welche Bedeutung hat die Initiative im Rahmen des europäischen Grünen Deals?

Die Initiative ist Teil des europäischen Grünen Deals. Dessen Ziel ist es, die Wirtschaft in der EU nachhaltig zu gestalten und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.

Eines der Schlüsselelemente dabei ist der Einsatz saubererer und gesünderer Verkehrsmittel. Derzeit entfallen etwa 25 Prozent der Treibhausgasemissionen der Union auf den Verkehrssektor. Gemäß dem europäischen Grünen Deal sollen die Emissionen bis 2050 um 90 Prozent gesenkt werden.

Mit dem Europäischen Green Deal soll Europa bis 2050 erster klimaneutraler Kontinent werden. Es wird dabei eine Wachstumsstrategie formuliert, die Klima- und Umweltschutz in den Mittelpunkt rückt. Innovative Technologien beispielsweise im Energie- und Verkehrsbereich gelten als entscheidende Bausteine für den Erfolg des Green Deals. Mehr Informationen finden Sie bei der  Europäischen Union.

Wie fördert die EU den Schienenverkehr?

Die EU fördert den Ausbau des europäischen Schienenverkehrsnetzes auch finanziell. Aus dem EU-Haushalt 2014-2020 fließen 1,7 Milliarden Euro an 46 Projekte mit deutschen Empfängern im Bereich Schienenverkehr. Unter den geförderten Projekten sind der Brenner-Basistunnel und die feste Fehmarnbelt-Querung, die wichtige Verbindungen auf dem Transportkorridor Skandinavien-Mittelmeer schließen.

Wie wird sich das europaweite Reisen mit dem Zug weiterentwickeln?

Das Reisen quer durch Europa soll künftig komfortabler und klimafreundlicher werden. Die europäischen Großstädte sollen durch Hochgeschwindigkeits- und Nachtzüge besser miteinander verbunden werden. So können mehr Menschen schnell und bequem mit dem Zug reisen – anstatt mit dem Flugzeug.

Antrieb dafür ist das Konzept TransEuropExpress 2.0 – kurz TEE 2.0. Es wurde während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft beim Schienengipfel im September 2020 vorgestellt. 

In einem ersten Schritt haben sich Bahnunternehmen aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz im Dezember 2020 darauf verständigt, grenzüberschreitende Nachtzugverbindungen anzubieten und zu betreiben. Geplant sind vier neue Nightjet-Linien, die in den nächsten Jahren 13 europäische Millionenmetropolen miteinander verbinden werden:

  • Dezember 2021: Wien - München - Paris und Zürich - Köln - Amsterdam
  • Dezember 2023: Wien/Berlin - Brüssel/Paris
  • Dezember 2024: Zürich - Barcelona
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