Nachhaltige Entwicklung wichtiger denn je

Corona-Pandemie Nachhaltige Entwicklung wichtiger denn je

Die Bundesregierung setzt gerade wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele und der Agenda 2030. Wichtig ist, wie die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina schreibt, Resilienz - also eine Art Widerstands- und Regenerationsfähigkeit von Gesellschaften - aufzubauen. 

Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030, die Sustainable Development Goals (SDGs), richten sich an alle: die Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft.

Die 17 globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 richten sich an alle: Regierungen weltweit, aber auch die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft.

Foto: Foto: Die Bundesregierung

Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt in einer Stellungnahme vom 13. April 2020: "Bereits bestehende globale Herausforderungen wie insbesondere der Klima- und Artenschutz verschwinden mit der Coronavirus-Krise nicht. Politische Maßnahmen sollten sich auf nationaler wie internationaler Ebene an den Prinzipen von ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit, Zukunftsverträglichkeit und Resilienzgewinnung orientieren." Maßnahmen, die bereits vor der Coronavirus-Krise auf einer breiten wissenschaftlichen Evidenz und einem politisch-gesellschaftlichen Konsens beruhten, dürften nicht abgeschwächt, sondern müssten weiterhin mit hoher Priorität umgesetzt oder sogar verstärkt werden, so die Leopoldina.

Der längerfristige Blick ist wichtig

Die Bundesrepublik ist bisher gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Bund und Länder haben, bei aller Verschiedenheit, zusammen den richtigen Weg gefunden, um negative Auswirkungen der Pandemie zu begrenzen und die Menschen zu schützen.

Die Bekämpfung des Virus hat uns gezeigt, dass neben den notwendigen kurzfristigen Maßnahmen, auch ein längerfristiger Blick wichtig ist. Diese langfristige Betrachtung sollte sich an den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) und der Agenda 2030 der Vereinten Nationen orientieren. Die Agenda 2030 mit ihren Zielen ist seit 2016 zentraler Bestandteil der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass die Stärkung der Resilienz mit Hilfe einer gut organisierten und fortlaufend aktualisierten Nachhaltigkeitsstrategie der richtige Weg ist.

Nachhaltigkeit im Fokus der internationalen Gemeinschaft  

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat sich der bestehende Handlungsdruck in Bezug auf die Erreichung der SDGs noch weiter erhöht. Auch die enge Verzahnung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele wurde deutlich. Ein gesundes Leben und Wohlergehen (SDG 3) kann zum Beispiel nicht getrennt zu Themen wie Bekämpfung der Armut (SDG 1), Beseitigung des Hungers in der Welt (SDG 2) und mit dem Streben nach Geschlechtergleichheit (SDG 5) betrachtet werden. Wir müssen insofern nochmal darauf drängen, die verschiedenen Dimensionen von Nachhaltigkeit zusammen zu denken. Die Lösungen für die bestehenden Defizite und Probleme sollten deshalb alle relevanten Aspekte berücksichtigen.

Fast eine Milliarde Euro für einen Impfstoff

Die Pandemie hat uns auch gezeigt, wie wichtig es ist, auf internationaler Ebene gut zusammenzuarbeiten, um die Ziele der Agenda 2030 zu erreichen. Um insbesondere den schutzbedürftigsten Menschen zu helfen, müssen wir internationale Gesundheitssysteme (SDG 3) sowie die internationale Finanzarchitektur einschließlich sozialer Sicherungssysteme stärken (SDGs 1,2 und 16). Deshalb engagiert sich Deutschland mit fast einer Milliarde Euro an der Entwicklung und weltweiten Bereitstellung eines Impfstoffs.

Die aktuelle Corona-Pandemie sollte die Staatengemeinschaft bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele nicht zurückwerfen. Deutschland und die Europäische Union mit dem Green Deal setzen stattdessen beim Neustart nach der Corona-Pandemie auf mehr Klimaschutz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Bundeskanzlerin Angela Merkel formulierte es bei der Vorstellung des deutsch-französischen Plans zur wirtschaftlichen Erholung Europas am 18. Mai 2020 so: "Branche für Branche soll die europäische Erholung von entsprechenden Konditionalitäten im Bereich des Klimas, der Biodiversität und der Umwelt begleitet werden."

Leitprinzip der Agenda 2030 wichtiger denn je

Die Staatengemeinschaft war sich beim Nachhaltigkeitsgipfel im Herbst 2019 darin einig, dass die Geschwindigkeit der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele deutlich erhöht werden muss, um bis 2030 doch noch die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Dabei sollte niemand zurückgelassen werden, ganz nach dem Prinzip "leave no one behind". Dieses Leitprinzip der Agenda 2030 soll verhindern, dass vulnerable Gruppen vom Entwicklungsprozess ausgeschlossen werden. Gerade in Krisensituationen wie in der aktuellen Pandemie ist das wichtig.

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