Leichte Erholung auf dem Ausbildungsmarkt

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Berufsbildungsbericht 2022 – Fragen und Antworten Leichte Erholung auf dem Ausbildungsmarkt

Mehr Lehrstellen-Angebote und mehr Ausbildungsverträge – die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich 2021 leicht verbessert. Sowohl Angebot als auch Nachfrage lagen jedoch noch deutlich unterhalb des Vor-Pandemie-Niveaus. Das geht aus dem Berufsbildungsbericht 2022 hervor.

3 Min. Lesedauer

Ausbildung in der Landwirtschaft

Wer bereit ist, für eine Lehrstelle im gewünschten Beruf seinen Wohnort zu wechseln, erhöht seine Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich.

Foto: imago images/Countrypixel

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Ausbildungsmarkt aus?

Der Ausbildungsmarkt stand 2021 das zweite Jahr in Folge unter den Einflüssen der Corona-Pandemie. Betriebe sahen sich mit gestörten Lieferketten, zeitweisen Betriebsschließungen sowie konjunkturellen Unsicherheiten konfrontiert. Jugendliche und junge Erwachsene waren von Herausforderungen bei der Ausbildungsplatzsuche und eingeschränkten Möglichkeiten zur Berufsorientierung betroffen.

Nachdem das Ausbildungsgeschehen im ersten Jahr der Corona-Pandemie von merklichen Rückgängen geprägt war, zeigten sich für das Jahr 2021 erste leichte Signale einer Erholung. So ist die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge gegenüber dem Vorjahr leicht auf 473.100 gestiegen. Dies ist ein Anstieg um 1,2 Prozent. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge blieb im Jahr 2021 aber noch deutlich unterhalb des Vor-Corona-Niveaus (minus 9,9 Prozent im Vergleich zu 2019 mit 525.100 Neuverträgen).

Das Bundeskabinett hat den Berufsbildungsbericht 2022 beschlossen. Er beschreibt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt und die Situation zu Beginn des abgeschlossenen Ausbildungsjahres (Stichtag: 30. September 2021).
Beleuchtet werden auch langfristige Trends und die Auswirkungen der fortwährenden Corona-Pandemie auf den Ausbildungsmarkt.

Wie haben sich die Ausbildungszahlen im vergangenen Jahr entwickelt?

Im Berichtsjahr 2021 wurden mehr Ausbildungsstellen angeboten als im Vorjahr (plus 1,7 Prozent auf 536.200). Das Interesse junger Menschen an einer dualen Ausbildung blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert (plus 0,2 Prozent auf 497.700). Sowohl Angebot als auch Nachfrage lagen 2021 jedoch noch deutlich unterhalb des Vor-Pandemie-Niveaus.

Ende September 2021 standen den 63.200 unbesetzten Ausbildungsstellen (plus 5,4 Prozent) 24.600 gänzlich unversorgte Bewerberinnen und Bewerber (minus 16,1 Prozent) gegenüber. Der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen ist weiter angestiegen. Hingegen ist der Anteil noch suchender Bewerberinnen und Bewerber gesunken. Dabei zeigen sich regionale wie auch berufsbezogene Unterschiede.

Rein rechnerisch hat sich die Marktlage für junge Menschen auf Ausbildungsplatzsuche somit verbessert. Betriebe berichten jedoch von größeren Herausforderungen bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen. Die Zusammenführung von Angebot und Nachfrage bleibt demnach weiterhin ein zentrales berufsbildungspolitisches Handlungsfeld.

Wie können Jugendliche ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen?

Wichtig sind Mobilität und die Flexibilität bei der Berufswahl. Wer bereit ist, für eine Lehrstelle im gewünschten Beruf seinen Wohnort zu wechseln, erhöht seine Chancen deutlich. Denn nach wie vor gibt es in manchen Regionen größere Probleme, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen.

Wie bereits in den Vorjahren ergaben sich auch erhebliche Unterschiede bei den Berufen: Mehr Plätze als Nachfrage gab es in der Gastronomie, im Lebensmittelhandwerk sowie im Reinigungsgewerbe. Mehr Interesse als Plätze gab es hingegen zum Beispiel in Medienberufen und beim Beruf des Tierpflegers und der Tierpflegerin.

Ist eine duale Ausbildung für junge Leute noch das Richtige?

Die duale Ausbildung steht für eine Kombination von betrieblicher Praxis und Berufsschule in der Ausbildung. Mit über 320 anerkannten Ausbildungsberufen bietet sie jungen Menschen vielfältige Chancen.

„Wer schon in der Ausbildung nicht nur büffeln, sondern auch selbst anpacken will, der liegt mit der dualen Ausbildung genau richtig“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz anlässlich des Sommers der Berufsausbildung 2022 . Eine Ausbildung verbinde Theorie und Praxis. Sie stehe für gute Karrierechancen, für eine gute berufliche Zukunft und damit für Fortschritt und Respekt, so der Kanzler. „Die duale Ausbildung sichert Zukunft und zwar jeder und jedem, der sich für sie entscheidet: den Betrieben, den Auszubildenden und letztlich uns allen“.

Was unternimmt die Bundesregierung für eine weitere Stärkung der dualen Berufsausbildung?

Die Bundesregierung arbeitet gemeinsam mit Sozialpartnern und Ländern daran, die Qualität, Attraktivität sowie Integrationskraft der beruflichen Bildung weiter zu stärken.

Aktuell werben sie mit dem „Sommer der Berufsausbildung“ gemeinsam für das Erfolgsmodell duale Ausbildung. Ziel ist, dass möglichst viele junge Menschen im Jahr 2022 ihre Berufsausbildung im Betrieb beginnen können. Zudem soll die berufliche Bildung mit Öffentlichkeitskampagnen gestärkt werden.

Die Bundesregierung fördert zudem kontinuierlich die Berufsorientierung. Diese ist wichtig, damit Jugendliche gut über ihre persönlichen Ausbildungschancen informiert sind. Neben etablierten Formaten wie Berufsberatungen, Potenzialanalysen zur Bestimmung der eigenen Stärken, Interessen und Kompetenzen sowie Werkstatttagen zur Erprobung praktischer Berufsfelder kommen bei der Berufsorientierung verstärkt digitale Angebote zum Einsatz. Dazu gehört beispielsweise www.berufenavi.de , ein Online-Portal zur beruflichen Orientierung und bundesweiten Ausbildungsplatzsuche.