Aufschwung erhöht Steuereinnahmen

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Ergebnisse des Arbeitskreises Steuerschätzungen
Aufschwung erhöht Steuereinnahmen

Aufgrund besserer Wachstumsaussichten kann die Bundesregierung mit einem Steuerplus im Jahr 2027 rechnen – das ist das Ergebnis der aktuellen Steuerschätzung. Für langfristiges Wachstum bleibt der Reformbedarf unverändert hoch.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil im Rahmen der Pressekonferenz zur Steuerschätzung in Berlin.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bei der Pressekonferenz zur Steuerschätzung.

Foto: picture alliance / BMF/photothek.de

Laut aktueller Steuerschätzung kann der Bund dank besserer Wachstumsaussichten im Jahr 2027 mit rund vier Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen rechnen als mit der Steuerschätzung im Mai prognostiziert. Hier sind die steuerlichen Erleichterungen durch die geplante Reform der Einkommensteuer noch nicht berücksichtigt. 2027 bis 2030 liegen die geschätzten gesamtstaatlichen Einnahmen im Vergleich zur Schätzung im Mai durchschnittlich um rund elf Milliarden Euro pro Jahr höher.

Für das aktuelle Jahr werden die Steuereinnahmen ungefähr so hoch ausfallen wie in der vorherigen Steuerschätzung prognostiziert. Mindereinnahmen beim Bund ergeben sich jedoch durch Änderungen im Steuerrecht, insbesondere durch die Energiesteuersenkung für Diesel und Benzin. 

Stabile Entwicklung trotz internationaler Krisen

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ordnete die Ergebnisse der Steuerschätzung ein: „Wir können für 2026 mit einer stabilen Entwicklung der Steuereinnahmen rechnen trotz internationaler Krisen und Unsicherheiten. Wir haben auf diese Krisen reagiert. Und wir stehen robust da. Für 2027 gewinnen wir insgesamt keine neuen Spielräume hinzu, wir müssen aber auch keine neuen Lücken schließen. Darüber hinaus gilt aber ganz klar: Wir werden im Bundeshaushalt weiter konsolidieren müssen, um uns Handlungsspielräume für die Zukunft zu erarbeiten.“

Reformen weiter vorantreiben

Trotz der erwarteten Mehreinnahmen im kommenden Jahr bleiben der Handlungs- und Reformbedarf unverändert hoch. Die Bundesregierung hat das Ziel, Sicherheit, Beschäftigung und Wohlstand in Deutschland langfristig zu sichern. Sie setzt dabei weiterhin auf den Dreiklang von Investitionen, Konsolidierung und Strukturreformen. 

Die Bundesregierung geht umfassende Reformen für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit an, um die Weichen für mehr Wachstum zu stellen. Arbeitsmarkt, Kranken- und Rentenversicherung sind wesentliche Felder, auf denen die Modernisierung Deutschlands entschlossen vorangebracht werden soll. 

Maßnahmen für mehr Wirtschaftswachstum

Die positiven Aussichten auf die Steuereinnahmen hängen mehrheitlich damit zusammen, dass die Wirtschaft stärker wächst als erwartet. Die Bundesregierung hat ihre Wachstumsprojektion deutlich angehoben und rechnet für dieses Jahr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent. Das sind 0,8 Prozentpunkte mehr als in der Frühjahrsprojektion. Im kommenden Jahr wird ein Wachstum von 1,1 Prozent erwartet.

Die Bundesregierung arbeitet mit konkreten Maßnahmen daran, diesen Aufschwung zu verstetigen und Deutschlands Wirtschaft weiter auf Wachstumskurs zu halten. Neben den weitreichenden Investitionen durch das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität treibt die Bundesregierung ihre Pläne voran, um Verwaltungskosten zu senken, Bürokratie zurückzubauen und das Investitionsklima in Deutschland weiter zu verbessern.

Der Arbeitskreis „Steuerschätzungen” ist ein Beirat beim Bundesfinanzministerium. Es finden zwei Sitzungen im Jahr statt. Er stützt seine Schätzungen auf gesamtwirtschaftliche Eckdaten der Bundesregierung. Die Steuerprognose ist eine wichtige Grundlage für die Beratung des Bundeshaushalts.