Lebensmittelabfälle im Handel halbieren

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Pakt gegen Lebensmittelverschwendung Lebensmittelabfälle im Handel halbieren

Vom Acker bis zum Teller – in der gesamten Lebensmittelkette fallen auch Lebensmittelabfälle an, unter anderem im Handel. Das möchte die Bundesregierung gemeinsam mit den Unternehmen nun ändern. Das Ziel der Vereinbarung: Bis 2030 sollen die Lebensmittelabfälle in den Unternehmen halbiert werden. 

3 Min. Lesedauer

Unterschriften des Bundesminister Özdemir und der Vertreterinnen und Vertretern des Handels unter dem Pakt gegen Lebensmittelverschwendung.

Der „Pakt gegen Lebensmittelverschwendung“ – damit mehr Lebensmittel auf dem Teller statt in der Tonne landen.

Foto: BMEL/Schwalm

In der Landwirtschaft, in Restaurants, in privaten Haushalten – oder auch im Handel: An vielen Stellen der Versorgungskette entstehen Lebensmittelabfälle. Insgesamt liegt die Menge in Deutschland bei etwa 11 Millionen Tonnen pro Jahr.

Um die Verschwendung im Bereich des Handels spürbar zu reduzieren, hat Bundesernährungsminister Cem Özdemir mit insgesamt 14 Unternehmen des Groß- und Einzelhandels den „Pakt gegen Lebensmittelverschwendung“ unterzeichnet. Darin verpflichten sich die Unternehmen, künftig messbar deutlich weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

„Wir haben klare und verbindliche Regeln verabredet“

Konkret: Die Lebensmittelabfälle in den teilnehmenden Unternehmen sollen bis 2025 um 30 Prozent reduziert und bis 2030 halbiert werden. Insgesamt wurden über 40 konkrete Maßnahmen vereinbart. Die Vereinbarung gilt ab sofort und ist bis zum 31. Dezember 2031 gültig.

„Wir schließen einen Pakt, damit unsere wertvollen Lebensmittel im Topf und auf dem Teller landen – statt in der Tonne“, erklärte dazu Bundesminister Özdemir. „Unser Pakt basiert auf Freiwilligkeit, aber ist alles andere als eine lose Vereinbarung, denn wir haben klare und verbindliche Regeln verabredet.“

Welches sind die wichtigsten Vereinbarungen?

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat gemeinsam mit den Expertinnen und Experten sowie den Unternehmen des Groß- und Einzelhandels rund 40 konkrete Maßnahmen vereinbart, mit denen Lebensmittelabfälle reduziert werden können.

Zentral ist die Verpflichtung, dass die Unternehmen Kooperationen zur Weitergabe von noch verzehrfähigen Lebensmitteln eingehen – vorrangig mit sozialen Einrichtungen wie den Tafeln. Möglich ist auch die Weitergabe an eigene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Foodsharer oder die Weitervermittlung an entsprechende Plattformen.

Lebensmittel, die nicht mehr für den Verkauf bestimmt oder geeignet sind, sollen künftig möglichst hochwertig weiterverwendet oder verwertet werden. Auch Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Optimierung von Prozess-, Logistik- und Kühlketten oder der verstärkte Abverkauf von Waren mit kurzer Haltbarkeit sind vorgesehen.

Und auch Obst und Gemüse mit Schönheitsfehlern soll künftig gezielt verkauft werden statt in der Tonne zu landen.

Vorrangig sind Maßnahmen zu ergreifen, die Lebensmittelabfälle verringern, erst dann ist die Verwendung als Tierfutter oder Verwertung zur Energiegewinnung möglich.

Welche Unternehmen haben die Vereinbarung unterzeichnet?

Die Vereinbarung zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle als gemeinsamen „Pakt gegen Lebensmittelverschwendung“ haben neben dem BMEL insgesamt 14 Unternehmen des Groß- und Einzelhandels unterzeichnet:

ALDI Einkauf SE & Co. oHG, ALDI SÜD Dienstleistungs-SE & Co. oHG, CHEFS CULINAR West GmbH & Co. KG, Niederlassung Wöllstein, EDEKA ZENTRALE Stiftung & Co. KG, HelloFresh Deutschland SE & Co. KG, Kaufland Dienstleistung & Co. KG, Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG, METRO Deutschland GmbH, Netto Marken-Discount Stiftung & Co. KG, NORMA Lebensmittelfilialbetrieb Stiftung & Co. KG, PENNY Markt GmbH, REWE Markt GmbH, tegut… gute Lebensmittel GmbH & Co. KG, Transgourmet Deutschland GmbH & Co. OHG.

Weitere Unternehmen können dem Pakt später beitreten.

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH) unterstützt den Pakt.

Wie wird die Umsetzung der Vereinbarung kontrolliert?

Die Unternehmen verpflichten sich zu einer transparenten, einheitlichen Berichterstattung darüber, wie die Umsetzung der Vereinbarung erfolgt. Sie wird durch die Expertinnen und Experten des Thünen-Instituts begleitet und überprüft, welche die Ergebnisse jährlich in einem Monitoringbericht veröffentlichen. Das gewährleistet die notwendige Transparenz.

Zu viele Lebensmitttel landen in der Tonne
Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette circa elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an. Auf die Landwirtschaft entfallen mit 0,2 Millionen Tonnen etwa 2 Prozent der Gesamtmenge an Lebensmittelabfällen. In der Verarbeitung sind es 1,6 Millionen Tonnen, das ist ein Anteil von 15 Prozent. Auf den Handel entfallen 0,8 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle, das entspricht 7 Prozent. In der Außer-Haus-Verpflegung sind es mit 1,9 Millionen Tonnen etwa 17 Prozent. In privaten Haushalten entstehen mit großem Abstand die meisten Lebensmittelabfälle: 6,5 Millionen Tonnen, das entspricht 59 Prozent der Gesamtmenge an Lebensmittelabfällen, das macht pro Kopf und Jahr 78 Kilogramm.

Mit der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung will die Bundesregierung bis 2030 die Lebensmittelabfälle in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette halbieren und Lebensmittelverluste reduzieren.