Mit dem Kanzler im MINT-Parcours

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Auftaktveranstaltung zum Girls‘ Day 2024 Mit dem Kanzler im MINT-Parcours

Mehr junge Frauen für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistern: Das ist das Ziel des bundesweiten Girls‘ Days – auch im Kanzleramt. 24 Schülerinnen trafen den Kanzler zur Auftaktveranstaltung und diskutierten mit ihm über MINT-Berufsperspektiven.

4 Min. Lesedauer

Kanzler Scholz steht an einer der Stationen des MINT-Parcours und lässt sich von einer Schülerin ihr Projekt zeigen.

Zum Auftakt des Girls‘ Days 2024 begrüßte Bundeskanzler Olaf Scholz (m.) 24 Schülerinnen im Kanzleramt und absolvierte mit ihnen einen MINT-Parcours.

Foto: Bundesregierung/Kugler

Der Roboter „Pepper“, eine KI, die Gefahren im Straßenverkehr erkennt und ein Programm, um aus gezeichneten Skizzen fahrtüchtige Autos zu designen: Die Auftaktveranstaltung zum Girls‘ Day 2024 im Bundeskanzleramt hatte für Bundeskanzler Scholz und die 24 Teilnehmerinnen einiges zu bieten.

„Es gibt viele Berufe, die ganz toll für Frauen sind, auch wenn sie bisher meistens von Männern gemacht werden“, sagte der Kanzler zu den Teilnehmerinnen beim Auftakt des Girls‘ Days im Kanzleramt. Junge Frauen sollten sich davon jedoch nicht beeindrucken lassen, mahnte er.

24 Mädchen aus drei Berliner Schulen stellten beim Girls‘ Day im Kanzleramt Bundeskanzler Scholz den Technik-Parcours der Initiative D21 vor – und informierten sich über Berufsbilder wie Softwareentwicklerin, Telekommunikationsinformatikerin und Mikroelektronikerin. Die Initiative D21 ist Mitinitiator des Girls‘ Days und eröffnet seit 2003 den Aktionstag mit der Auftaktveranstaltung im Kanzleramt.

Der „Girls‘ Day – Mädchenzukunftstag (25.04.2024) ist eines der größten Berufsorientierungsprojekte für Schülerinnen weltweit. Ziel ist es, mehr Mädchen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe zu begeistern – also Berufe in Branchen, die traditionell von Männern dominiert werden.

In Deutschland können Mädchen ab der fünften Klasse am Girl‘s Day teilnehmen. Die Schülerinnen lernen während des Aktionstags Studiengänge und Ausbildungsberufe in IT, Handwerk, Naturwissenschaften und Technik kennen. Parallel zum Girls´ Day findet seit 2011 der bundesweite Boys‘ Day statt. Schüler sollen dabei in soziale, erzieherische oder pflegerische Berufe schnuppern.

Der Technik-Parcours im Kanzleramt

Die diesjährige Auftaktveranstaltung fand unter dem Motto „Künstliche Intelligenz (KI) und die Transformation der Arbeitswelt“ statt. Passend dazu erwarteten den Kanzler und die Teilnehmerinnen ein Technik-Parcours, der Möglichkeiten aufzeigen sollte, „wie KI die Gesellschaft beeinflusst und mit welchen Berufen diese Zukunft gestaltet werden kann“, heißt es auf der offiziellen Website zum Girls‘ Day 2024.

Während überall in den Nachrichten ausführlich darüber diskutiert werde, was KI eigentlich alles könne, zeige der Parcours heute konkrete Anwendungen, sagte der Kanzler. Er äußerte außerdem die Hoffnung, dass möglichst viele Mädchen künftig an der Entwicklung und der Anwendung dieser Zukunftstechnologie beteiligt seien. 

Gleich an der ersten Station des MINT-Erlebnis-Parcours wartete ein ganz besonderer Gast auf den Bundeskanzler. Mit Musik und auf englischer Sprache begrüßte Roboter „Pepper“ sein Gegenüber. Pepper wird mithilfe von KI gesteuert und kann ein nützlicher Helfer im Alltag sein. Wie dies aussehen kann, das haben dem Kanzler an diesem Nachmittag drei Schülerinnen gezeigt. Eine davon ist Nelly, 14 Jahre alt und Gymnasiastin in Berlin Pankow. Sie interessiert sich sehr für Naturwissenschaften und KI und präsentierte dem Kanzler, wie zum Beispiel kranke Schülerinnen und Schüler durch die Unterstützung von Pepper am Unterricht teilnehmen können.

Die Mädchen haben Pepper selbst programmiert und dadurch nebenbei den Beruf der Softwareentwicklerin kennengelernt. Auf die Frage des Kanzlers, ob die Mädchen lange gebraucht hätten, um Pepper zu programmieren, antworteten diese schlagfertig: „Ja, aber jetzt sind wir Profis“.

Mehr Sicherheit auf Schulwegen durch KI

An einer anderen Station wurde dem Kanzler ein KI-gestütztes Projekt für mehr Verkehrssicherheit auf Schulwegen präsentiert. Im Vorfeld der heutigen Veranstaltung haben die 14-jährige Lilli und weitere Teilnehmerinnen ein KI-System so trainiert, dass es gefährliche Situationen im Straßenverkehr besser erkennen kann. So lässt die KI bei Gefahr nun ein Warnlicht blinken. Der Kanzler, der das zugehörige Auto selbst ausprobieren durfte und dabei die Warnanlage zum Blinken brachte, zeigte sich beeindruckt von dem Projekt und der realitätsnahen Anwendung.

Lilli selbst ist sich noch unsicher, was sie später genau machen möchte. Da sie schon immer mit Menschen arbeiten wollte, dachte sie bislang vor allem an einen Beruf im Sozialbereich. „Durch die Stände, die ich hier gemacht habe, wurde mein Interesse jetzt mehr auch für die MINT-Fächer geweckt“, sagt sie. Zumal sie durch die Vorbereitung auf den Girls‘ Day erfahren hat, dass es im MINT-Bereich auch Berufe gibt, für die die Kommunikation mit anderen Menschen zentral ist.

Kanzler Scholz testet ein KI-Programm, durch das bei Gefahr ein Warnlicht am Auto blinken soll. Auf einem Tisch vor ihm steht ein rotes Spielzeugauto.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr verspricht dieses Projekt: Per KI soll bei einer Gefahrenlage ein Warnlicht starten. Praktisch und realitätsnah findet Kanzler Scholz.

Foto: Bundesregierung/Kugler

Per Knopfdruck zum Wunschauto

An seiner letzten Station haben die Mädchen dem Kanzler ein KI-Programm vorgestellt, welches aus einer gezeichneten Skizze das fertige Design eines Fahrzeugs erstellen kann. Auch hier durfte der Kanzler das Programm selbst testen. „Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf“, forderte ihn die 15-jährige Anya auf. Dieser Bitte folgte Kanzler Scholz prompt und wünschte sich ein Auto in der Farbe Rot und zusätzlich mit einem Fahrradträger. Beide Anforderungen setzte das KI-Programm um – und der Kanzler zeigte sich beeindruckt: „Da können wir ja gleich einsteigen“, sagte er in die Runde. Auf Nachfrage des Kanzlers stieß der Beruf der Autodesignerin bei den Mädchen trotzdem nicht auf größere Begeisterung.

Insgesamt waren die Teilnehmerinnen sehr zufrieden mit der Auftaktveranstaltung – so auch Anya, Lilli und Nelly. Vor der Veranstaltung sei sie sehr aufgeregt gewesen, sagte die 14-jährige Nelly. Doch die Vorstellung ihres Projekts habe ihr dann viel Spaß gemacht und der Kanzler sei sehr interessiert gewesen, resümiert sie ihren Besuch im Kanzleramt.

Die Bundesregierung setzt sich mit zahlreichen Initiativen dafür ein, dass sich mehr Mädchen für eine berufliche Zukunft in technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen entscheiden: eine Initiative des Bundesbildungsministeriums ist der MINT-Aktionsplan .  Für eine Berufswahl fernab von überholten Rollenmustern engagiert sich die Bundesinitiative „Klischeefrei“ .