Für mehr Bio in der Kantine

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Nachhaltigeres Ernährungssystem Für mehr Bio in der Kantine

Wer in die Kantine geht, soll sich über die Bio-Qualität der Gerichte besser informieren können. Ein Logo wird auf den Anteil an Bio-Zutaten hinweisen. So könnte es mehr Nachhaltigkeit im Landbau geben. 

3 Min. Lesedauer

Bild eines Kantinenbuffets mit drei Logos zur Einstufung der Bioqualität.

Mit einer Kennzeichnung sollen Verbraucherinnen und Verbraucher künftig besser erkennen können, wie viel Bio-Qualität ihr Außer-Haus-Gericht enthält.

Foto: Getty Images/iStockphoto/zoranm | Logos: BMEL

Die Bundesregierung will das Ernährungssystem hin zu mehr nachhaltigen Wirtschaftsformen transformieren. Es gilt, den Herausforderungen des Umwelt- und Ressourcenschutzes besser Rechnung zu tragen. Der ökologische Landbau kann und soll hierzu einen maßgeblichen Beitrag leisten.

Indem Verbraucherinnen und Verbraucher befähigt werden, sich für Bio-Lebensmittel zu entscheiden, steigern sie die Nachfrage nach diesen Lebensmitteln. Deshalb werden sie nun mit einer Kennzeichnung über die Verwendung von Bio-Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) besser informiert. Auf eine entsprechende Verordnung hatte sich das Kabinett im Frühjahr verständigt, die am 5. Oktober in Kraft getreten ist.

Bundesernährungsminister Cem Özdemir: „Die Gemeinschaftsverpflegung hat ein Riesenpotential, Jung und Alt mit gesundem, nahrhaftem und nachhaltigem Essen zu versorgen. Kantinen, Mensen und Co. können mit dem Bio-Label ihren Einsatz für eine nachhaltige Verpflegung freiwillig, einfach und überprüfbar kennzeichnen und so für sich werben.“

Erkennen können, wo Bio-Zutaten enthalten sind

In der Außer-Haus-Verpflegung, wie in einer Kantine oder Mensa, sollen Verbraucherinnen und Verbraucher genau und verlässlich erkennen können, in welchen Gerichten welche Bio-Zutaten beziehungsweise Zutaten in Bio-Qualität enthalten sind. Sie sollen damit in die Lage versetzt werden, sich verstärkt für Menüs mit Bio-Anteilen entscheiden zu können.

Bio-Anteil und Bio-Fläche steigern

Die zuletzt im Jahr 2021 aktualisierte Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie sieht vor, dass bis 2025 der Bio-Anteil auch in den Kantinen der Bundeseinrichtungen deutlich erhöht werden soll. Es sollen mehr Bio-Lebensmittel nachgefragt und dadurch der ökologische Landbau gefördert werden. Eine zukunftsfeste Entwicklung des Landbaus, denn der ökologische Landbau ist besonders ressourcenschonend und umweltverträglich. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2030 den Flächenanteil des Ökolandbaus an der landwirtschaftlichen Gesamtfläche auf 30 Prozent zu steigern. Derzeit liegt der Anteil noch bei rund einem Drittel davon. Umso wichtiger ist auch diese indirekte Förderung.

Perspektiven insbesondere für Familienbetriebe

Die Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise eröffnet gerade kleineren und mittelgroßen Familienbetrieben Entwicklungsperspektiven. Es sind schließlich oft diese Betriebe, die erfahrungsgemäß besser mit den zugrundeliegenden Prinzipien umgehen können. So etwa mit der Kreislaufwirtschaft, mit flächengebundener und besonders artgerechter Tierhaltung, mit dem Verzicht auf mineralischen Stickstoffdünger und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln.  

Vorteilhaft auch für Anbieter von Außer-Haus-Verpflegung

Unternehmen der Außer-Haus-Verpflegung sollen nach der Verordnung die Möglichkeit erhalten, Bio-Zutaten und extern zugekaufte Convenience-Erzeugnisse in Bio-Qualität für Dritte verlässlich zu kennzeichnen. Sie sollen darüber hinaus auch den prozentualen Anteil ihrer eingesetzten Bio-Lebensmittel für Dritte verlässlich angeben können. Dafür steht ihnen künftig das staatliche AHV-Kennzeichen zur Verfügung. Es zeigt bereits mit einem Blick, wie engagiert das Unternehmen beim Einsatz von Bio-Lebensmitteln ist. 

Auch für Auftraggeber, die einen bestimmten Anteil an Bio-Lebensmitteln im Verpflegungsangebot ihrer Kantinen vorschreiben wollen, wird diese Kennzeichnungsoption vorteilhaft sein. Denn sie können sich auf die Zertifizierung dieses Anteils durch die Kontrollstellen verlassen und müssen dies nicht eigens prüfen lassen. 

Mit der Zulassung von Kontrollstellen geht es dann los

Sobald die Kontrollstellen zur Zertifizierung der Unternehmen für ihre Aufgaben zugelassen sind, können sich Restaurants, Kantinen, Mensen etc. zertifizieren lassen – und den Einsatz von Bio-Zutaten in ihrer Küche gegenüber den Gästen kommunizieren.

Erleichtert wird die Teilnahme am Bio-Zertifizierungsverfahren außerdem dadurch, dass die Unternehmenspflichten überschaubar und leicht praktikabel sind. Die Nutzung des nationalen Bio-Siegels ermöglicht es, sich elektronisch über die Registrierung in der Bio-Siegel-Datenbank anzumelden.