Deutschlands Frauenfußball weiter stärken

Bundeskanzler besucht Frauenfußball-Nationalteam Deutschlands Frauenfußball weiter stärken

Der Bundeskanzler hat die Frauenfußball-Nationalmannschaft auf dem DFB-Campus in Frankfurt besucht. Nach dem Besuch einer Trainingseinheit des Teams tauschte er sich mit den Spielerinnen persönlich aus und wünschte der Mannschaft viel Erfolg für die Spiele in der UEFA Nations League.

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Bundeskanzler Scholz mit der Kapitänin der deutschen Mannschaft, Alexandra Popp, und DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

Bundeskanzler Scholz mit der Kapitänin der deutschen Mannschaft, Alexandra Popp, und DFB-Präsident Bernd Neuendorf.

Foto: Bundesregierung/Ute Grabowsky/photothek.de

Der Frauenfußball in Deutschland hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt. Die Zuschauerzahlen in der Frauenfußball-Bundesliga brachen zuletzt – auch durch den Gewinn der Vize-Europameisterschaft der Frauenfußball-Nationalmannschaft im letzten Jahr – immer wieder Rekorde. Das Interesse am Frauenfußball ist enorm gestiegen. 

Nach der erfolglosen Teilnahme unseres Teams bei der WM in Australien/Neuseeland und der damit einhergehenden Enttäuschung zahlreicher deutscher Fußballfans gilt es jetzt, den Blick wieder nach vorne zu richten.

Ziel des Besuchs des Bundeskanzlers war es, durch persönliche Gespräche direkt vor Ort dazu beizutragen, der Mannschaft um Kapitänin Alexandra Popp wieder das alte Selbstvertrauen zu geben. Der Bundeskanzler zeigte dem Team in persönlichen Gesprächen, dass es ihm ein besonderes Anliegen ist, den Frauenfußball in Deutschland auch weiterhin zu unterstützen und dessen Sichtbarkeit zu steigern. 

„Es war für mich ein besonderes Erlebnis, hier beim Training ein bisschen zuschauen zu können“, sagte der Kanzler. Für das nächste Spiel gegen Wales drücke der Kanzler die Daumen. Ihn begeistere, wie sehr der Frauenfußball in Deutschland Karriere gemacht habe, „wie viele mitfiebern, wie viele sich dafür interessieren“. 

Die UEFA Nations League: Die Ende letzten Jahres gegründete UEFA Women’s Nations League ist ein internationaler Frauenfußballwettbewerb, an dem die A-Nationalmannschaften der Frauen der Mitgliedsverbände der UEFA teilnehmen. Der Wettbewerb umfasst drei Ligen, A, B und C. Insgesamt nehmen 51 Teams teil. Über die Nations League können sich Teams für Europa- und Weltmeisterschaften sowie für Olympische Spiele qualifizieren. Aktuell geht es um ein Ticket für die Olympischen Sommerspiele 2024 in Paris. Bislang wurden die europäischen Olympia-Tickets über die Weltmeisterschaft vergeben. Nun gehen die Startplätze an die zwei besten Teams der Nations League. Deutschland spielt in Gruppe 3 der Liga A. Gegner der deutschen Mannschaft sind Dänemark, Island und Wales. Das deutsche Team verlor die Auftaktpartie in Dänemark mit 0:2 und errang gegen Island einen ungefährdeten 4:0-Sieg. Damit befindet sich unser Team derzeit auf Platz 2 der Tabelle. Das Spiel gegen Wales findet am 27. Oktober 2023 in Sinsheim statt.

Bewerbung Deutschlands um Fußball-WM 2027

Die Bundesregierung unterstützt die deutsche Bewerbung gemeinsam mit Belgien und den Niederlanden für die Fußballweltmeisterschaft der Frauen im Jahr 2027. Neben der gemeinsamen Bewerbung von Deutschland, Belgien und den Niederlanden haben sich Brasilien, Südafrika und USA/Mexiko beworben. Deutschland richtete zuletzt im Jahr 2011 eine Fußballweltmeisterschaft der Frauen aus.

Nach dem Zuschlag für die Fußballeuropameisterschaft der Männer in Deutschland im nächsten Jahr, wäre eine erfolgreiche Bewerbung für die Ausrichtung der Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2027 ein weiterer Erfolg für den deutschen Fußball und alle Fans dieser begeisternden Sportart.

Gleiche Bezahlung im Frauen- und Männerfußball

Dem Bundeskanzler ist es seit langem ein besonderes Anliegen, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern. Auch in diesem Zusammenhang ist er der Auffassung, dass insbesondere bei den deutschen Fußball-Nationalmannschaften der Frauen und Männer, die unser Land bei weltweiten Sportgroßereignissen repräsentieren, eine finanzielle Gleichbehandlung erfolgen muss. Die Durchsetzung gleicher Voraussetzungen für Männer- und Frauen-Teams im Spitzensport kann auch in anderen Bereichen der Gesellschaft eine starke Signalwirkung entfalten.

Der Bundeskanzler befindet sich zu diesem Thema in Gesprächen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der sich grundsätzlich offen für Verbesserungen gezeigt hat. Ziel bleibt, dass man zu einer Angleichung kommen sollte.

Auch die FIFA hat mittlerweile ein Umdenken vollzogen und bei der letzten Weltmeisterschaft der Frauen die Siegprämien deutlich erhöht. Die WM-Prämien, die der DFB an die Spielerinnen ausschüttet, werden immer aus den Preisgeldern gespeist, die der DFB von der FIFA erhält.

Frauenfußball in Deutschland: Mehrere Hunderttausend Frauen und Mädchen spielen in Deutschland Fußball. Das war nicht immer so. Der Frauenfußball war in der BRD sogar jahrzehntelang offiziell verboten, weil er als unweiblich und unästhetisch galt. Erst am 31. Oktober 1970 wurde das Spielen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) wieder erlaubt. Verboten war der Frauenfußball im Gegensatz zur BRD in der DDR nie. In der DDR wurde seit Ende der 1950er Jahre Frauenfußball gespielt. Ende der 1960er-Jahre gründeten sich die ersten Teams. Erst 1968 integrierte der Deutsche Fußballverband der DDR (DFV) den Frauenfußball in die offiziellen Strukturen.