Etwas für jeden: Weniger Lebensmittel wegschmeißen! 

Apfelsinen und Äpfel in einem noch guten Zustand sind einem Mülleimer gelandet.

Mehr als die Hälfte an Lebensmittelabfällen fallen in privaten Haushalten an – oft sind sie zu gut für die Tonne!

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„Wir wollen die Lebensmittelverschwendung in der gesamten Wertschöpfungskette – vom Feld bis zum Handel – reduzieren“, macht Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir deutlich. Es geht um ein gesellschaftliches Umdenken hin zu mehr Wertschätzung für Lebensmitteln und gegenüber denen, die sie herstellen. 

Auch im Koalitionsvertrag hat die Regierungskoalition das Ziel formuliert, gemeinsam mit allen Beteiligten die Lebensmittelverschwendung verbindlich branchenspezifisch zu reduzieren, haftungsrechtliche Fragen zu klären und steuerrechtliche Erleichterung für Spenden zu ermöglichen.

Initiative „Zu gut für die Tonne“

Damit aber weniger Lebensmittel im Müll von privaten Haushalten landen, kann bereits schon jetzt jeder und jede einen erheblichen Beitrag leisten. Seit 2012 gibt es die Initiative „Zu gut für die Tonne!“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums für mehr Lebensmittelwertschätzung.

Verbraucherinnen und Verbraucher werden über den Wert von Lebensmitteln informiert, die Ursachen der Verschwendung und Möglichkeiten, diese zu reduzieren. So gibt es ganz praktische Tipps, wie etwa Rezepte für Speisereste oder einen Partyplaner. Jedes Jahr werden die kreativsten Ideen mit dem Bundespreis „Zu gut für die Tonne“ geehrt, der in diesem Jahr zum siebten Mal vergeben wird.

Die Bundesregierung stellt außerdem Mittel für Forschungsprogramme zur Verfügung. Es geht etwa um Fragen der Ressourceneffizienz bei Lebensmittelverarbeitungsprozessen oder beim Wegwerfverhalten der Konsumenten. Immer wichtiger werden auch digitale Lösungen, wie zum Beispiel Apps, um die Weitergabe von überschüssigen Lebensmitteln zu verbessern. 

Was kann jeder einzelne tun?

Mit Lebensmitteln sollte bewusster umgegangen werden: Verbraucherinnen und Verbraucher sollten darauf achten, Lebensmittel - egal ob aus dem eigenen Garten oder aus dem Supermarkt - vollständig zu verbrauchen. Jeder sollte daher vor dem Einkauf gut überlegen, was wirklich gebraucht wird. Hier ist es zu empfehlen, einen Einkaufszettel zu schreiben.

Auch die richtige Aufbewahrung und Lagerung von Nahrungsmitteln kann helfen, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. Zuhause können aus den Resten vom Vortag noch neue leckere Speisen zubereitet werden oder im Restaurant, wo es immer gängigere Praxis wird, Tellerreste verpackt mit nach Hause zu nehmen. Die Internetseite „Zu gut für die Tonne“ gibt hier viele wertvolle Tipps.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, Lebensmittel zu spenden. Viele Vereine und Organisationen wie beispielsweise die Tafeln, foodsharing, die Welthungerhilfe, Brot für die Welt und andere versorgen über Spendensysteme und Internetplattformen Menschen mit Nahrungsmitteln, die sonst weggeworfen würden.