Jüdisches Leben weiter stärken

Nationale Strategie gegen Antisemitismus Jüdisches Leben weiter stärken

Die Lebensrealitäten von Jüdinnen und Juden in Deutschland sollen sichtbarer werden. Eine entsprechende Strategie gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben hat die Bundesregierung beschlossen. Sie soll dazu beitragen, Antisemitismus auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen entgegenzutreten.

Felix Klein, Antisemitismus-Beauftragter der Bundesregierung, stellt in einer Pressekonferenz die Antisemitismusstrategie der Bundesregierung vor.

Antisemitismus-Beauftragter Klein: Die gesamtgesellschaftliche Bekämpfung von Antisemitismus ist angesichts der aktuellen Entwicklungen dringlicher denn je.

Foto: picture alliance/dpa

Antisemitismus bedroht die Demokratie als Ganzes. Ihn zu bekämpfen, ist eine gesamtgesellschaftliche Daueraufgabe. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung eine Nationale Strategie erarbeitet, die das Kabinett jetzt beschlossen hat. Sie soll Orientierung geben und alle relevanten Handlungsfelder aufzeigen. Ziel ist es, Judenhass vorzubeugen und ihn angemessen breit zu bekämpfen.

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, bezeichnete die Nationale Strategie als ein breit anwendbares Mittel zur Antisemitismusbekämpfung. „Sie dient dazu, laufende Maßnahmen und Programme zu überprüfen und anzupassen. Mit ihr kann bestimmt werden, was fehlt, um optimale Bedingungen für die Prävention und Bekämpfung von Judenhass zu schaffen und Jüdinnen und Juden bestmöglich einzubeziehen und zu unterstützen“, sagte Klein.

Download: Hier finden Sie die  Nationale Strategie gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben.

Handlungsfelder und Querschnittsdimensionen

Die Strategie benennt fünf zentrale Handlungsfelder und drei Querschnittsdimensionen. Damit werden nicht nur Ziele für die Bundesregierung benannt. Vielmehr kann sie von vielen öffentlichen und nichtöffentlichen Stellen bei ihrer praktischen Arbeit genutzt werden.

Die fünf Handlungsfelder decken die Bereiche 1) Datenerhebung, Forschung und Lagebild, 2) Bildung als Antisemitismusprävention, 3) Erinnerungskultur, Geschichtsbewusstsein und Gedenken, 4) Repressive Antisemitismusbekämpfung und Sicherheit sowie 5) Jüdische Gegenwart und Geschichte ab. In alle fünf Handlungsfelder fließen zudem Handlungsaufträge aus den drei Querschnittsdimensionen A) Betroffenenperspektive, B) Strukturbildung und C) Digitalität ein.

Neue und spezielle Strategie

Zum ersten Mal hat die Bundesregierung eine eigene Strategie gegen Antisemitismus und für jüdisches Leben beschlossen. Hintergrund ist, dass Antisemitismus mitten in der Gesellschaft besteht und während der Corona-Pandemie einen weiteren Zulauf bekommen hat. Antisemitismus bedroht aber nicht nur Jüdinnen und Juden. Antisemitismus ist ein Angriff auf alle Werte des demokratischen Rechtsstaates.

Erfahren Sie hier mehr über die Arbeit des Antisemitismusbeauftragten Felix Klein.

Schlagwörter