Fragen und Antworten zur BAföG-Reform
Mit dem BAföG unterstützt der Bund seit vielen Jahren junge Menschen in Studium und schulischer Ausbildung. Derzeit erarbeitet das Bundesforschungsministerium eine Reform, um das BAföG zu modernisieren und zu verbessern. Hier erfahren Sie mehr zur aktuellen Debatte.
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Die Bundesregierung unterstützt Studierende mit verschiedenen finanziellen Leistungen und Programmen.
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Jede und jeder soll in Deutschland die Chance auf ein Studium oder eine schulische Ausbildung bekommen – unabhängig vom Einkommen der Eltern. Die Bundesregierung unterstützt Studierende sowie Schülerinnen und Schülern auf ihren individuellen Bildungswegen. Die bekannteste und wichtigste Leistung ist das BAföG. Hier springt der Staat ein – wenn Familien die Kosten nicht tragen können. Es sichert den Lebensunterhalt während einer schulischen Ausbildung oder eines Studiums.
Im Jahr 2024 haben über 600.000 Menschen von einer Förderung nach dem BAföG profitiert. Tatsache ist aber auch, dass viele junge Menschen oftmals nicht wissen, dass sie BAföG erhalten können. Die Bundesregierung arbeitet deshalb weiter daran, die Unterstützungsleistung bekannter zu machen.
Was hat sich die Bundesregierung mit der BAföG-Reform vorgenommen?
Die Regierungskoalition will das BAföG in einer großen Novelle modernisieren. Der Koalitionsvertrag stellt unter anderem Leistungsverbesserungen für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler in Aussicht. Die angestrebte BAföG-Reform umfasst aber deutlich mehr als Leistungserhöhungen. Es geht auch darum, dass Studierende das BAföG digitaler und einfacher beantragen können.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum BAföG finden Sie auch auf der Internetseite des Bundesforschungsministeriums.
Warum wurde das Vorhaben noch nicht umgesetzt?
Alle Ziele des Koalitionsvertrags stehen unter grundsätzlichem Finanzierungsvorbehalt. Aktuell läuft das Haushalts-Aufstellungsverfahren für das kommende Jahr unter hohem Spardruck. In diesem Zusammenhang werden Neuregelungen wie auch die BAföG-Reform betrachtet. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte: „Wir stellen momentan fest, dass wir im Rahmen der Sparmaßnahmen, die wir überall im Haushalt durchführen, auch Überlegungen anstellen müssen, wo keine oder nur moderate Leistungserhöhungen möglich sind. Diese Debatte läuft, und das Ergebnis wollen wir nicht vorwegnehmen.“
Wie geht es nun weiter?
Die Bundesressorts sind in engem Austausch, wie bestmöglich Lösungen für die Reform des BAföG gefunden werden können. Das Bundesforschungsministerium arbeitet mit Nachdruck daran, dass die BAföG-Reform im Kabinett verabschiedet werden kann.
Was tut die Bundesregierung noch, um Studierende zu unterstützen?
Gute Bildung darf nicht an finanziellen Hürden scheitern. Deshalb unterstützt die Bundesregierung mit verschiedenen finanziellen Leistungen und Programmen. Darunter beispielsweise:
Die Studienstarthilfe ist ein einmaliger Zuschuss von 1.000 Euro und richtet sich an Studienanfängerinnen und Studienanfänger mit Sozialleistungsbezug, die bei Beginn des Ausbildungsabschnitts das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Sie dient zur Finanzierung von Aufwendungen, die typischerweise mit dem Studienstart in Verbindung stehen – zum Beispiel IT-Ausstattung, Lehr- und Lernmaterialien, Mietkaution, oder Umzugskosten.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Studienstarthilfe lesen Sie auf der Internetseite des Bundesforschungsministeriums.
Der Bildungskredit – ein zeitlich befristeter, zinsgünstiger Kredit – steht als weitere Möglichkeit der Ausbildungsfinanzierung für Studierende sowie Schülerinnen und Schüler zur Verfügung. Damit niemand Angst vor Überschuldung nach dem Studium haben muss, ist der Darlehensanteil im BAföG gedeckelt – das heißt, dass Studierende, die ganz besonders auf BAföG angewiesen sind, deutlich weniger als die Hälfte zurückzahlen müssen. Der Bund übernimmt gegenüber der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) eine Ausfallhaftung für die geförderten Studierenden, Schülerinnen und Schüler, sodass die Kreditkonditionen günstig sein können.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Bildungskredit lesen Sie auf der Internetseite des Bundesforschungsministeriums.
Mit dem „Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken“ unterstützt die Bundesregierung langfristig und gemeinsam mit den Ländern bessere Studienbedingungen vor Ort und in der gesamten Breite der Hochschullandschaft. Dafür nimmt allein der Bund in diesem Jahr 2,14 Milliarden Euro in die Hand.
In den Großstädten wird es zunehmend schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Besonders junge Menschen stellt dies vor große Herausforderungen, denn Studierende und Auszubildende verfügen in der Regel nur über geringe Einkommen. Deshalb fördert die Bundesregierung – unter anderem mit Sonderprogrammen wie „Junges Wohnen“ – den Bau von mehr Wohnheimplätzen für Studierende und Auszubildende. Mit fast 400 Prozent Steigerung konnte die Förderung von Wohnheimprojekten für Studierende und Auszubildende zwischen 2022 und 2024 schon besonders vorangebracht werden. Daran knüpft die Bundesregierung weiter an. Wie in den vergangenen Jahren stellt der Bund den Ländern deshalb auch in 2026 wieder 500 Millionen Euro zur Verfügung.
Mit dem Deutschlandstipendium unterstützt die Bundesregierung seit 2011 Studierende. Es ermöglicht leistungsstarken Studierenden Bildungschancen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und dem Standort ihrer Hochschule. Es wird zur Hälfte vom Bund und privaten Fördernden finanziert. Insgesamt 33.033 Studierende wurden 2024 mit einem Deutschlandstipendium gefördert.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Deutschlandstipendium finden Sie auf der Internetseite des Bundesforschungsministeriums.