Neues Sanktionspaket gegen Russland

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Beschluss der Europäischen Union Neues Sanktionspaket gegen Russland

Die EU-Staaten haben sich auf ein 20. Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Dieses Paket ist ein weiteres deutliches Signal an Russland: Die EU arbeitet unverändert auf das Ziel hin, für die Ukraine einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen.

20 Min. Lesedauer

Die Ukrainische Flagge neben der Flagge der Europäischen Union.

Deutschland und die EU stehen fest an der Seite der Ukraine.

Foto: EU/Lukasz Kobus

Die EU‑Mitgliedstaaten haben das 20. Sanktionspaket gegen Russland angenommen. Damit bekräftigt die Europäische Union ihr festes Bekenntnis zu einer freien und souveränen Ukraine. Die neuen Maßnahmen sollen den Druck auf Russland erhöhen, ernsthafte Verhandlungen zu Bedingungen aufzunehmen, die für die Ukraine akzeptabel sind. Jeder weitere Angriff auf die zivile Infrastruktur verlängert das Leid der ukrainischen Bevölkerung.

Energie: Einschränkung der russischen Öl‑ und Schattenflotte

Das Paket umfasst weitreichende Schritte zur Schwächung des russischen Energiesektors. Insgesamt 36 neue Einträge betreffen Unternehmen entlang der gesamten Öl‑Wertschöpfungskette. Die EU erweitert zudem die Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte und listet weitere Schiffe sowie einen großen Seeversicherer. Damit stehen nun 632 Schiffe auf der EU‑Liste.

Für den Verkauf von Tankschiffen aus der EU gelten künftig strengere Sicherheitsvorkehrungen, darunter eine verpflichtende „No Russia“-Klausel. Zusätzlich werden die Häfen Murmansk, Tuapse und erstmals ein Drittlandhafen in Indonesien gelistet. Das Paket schafft außerdem die Grundlage für ein künftiges Seeverkehrsverbot für russisches Rohöl und Erdölerzeugnisse.

Wartungsdienste für russische LNG‑Tanker und Eisbrecher werden untersagt. Auch  LNG‑Terminaldienste dürfen nicht mehr für russische Betreiber erbracht werden.

Finanzen: Ausschluss russischer Banken vom EU‑Binnenmarkt

Die EU schließt zwanzig weitere russische Banken vom Binnenmarkt aus. Insgesamt sind nun siebzig Institute betroffen. Auch Banken in Kirgisistan, Laos und Aserbaidschan, die Russland bei der Umgehung von Sanktionen unterstützen, unterliegen neuen Transaktionsverboten.

Geschäfte mit russischen Krypto‑Dienstleistern und dezentralen Plattformen werden vollständig untersagt. Die Nutzung des Stablecoins RUBx sowie des digitalen Rubels werden verboten. Zudem werden Zahlungsdienste blockiert, die internationale Transaktionen zur Umgehung von Sanktionen ermöglichen.

Handel: Ausfuhrverbote Wert von über 365 Millionen Euro

Neue Ausfuhrverbote betreffen Waren im Wert von über 365 Millionen Euro, darunter Kautschuk und landwirtschaftliche Maschinen. Zusätzlich werden Exportkontrollen für militärisch relevante Güter wie Sprengstoffe, Laborglas oder Hochleistungsschmierstoffe verschärft.

Cybersicherheitsdienste für Russland werden eingeschränkt. Auf der Importseite führt die EU neue Verbote für Metalle, Chemikalien und Mineralien im Wert von über 530 Millionen Euro ein. Die Einfuhr von Ammoniak wird künftig kontingentiert.

Maßnahmen gegen Russlands Militärindustrie

Die EU listet 58 weitere Unternehmen und Personen, die an der Herstellung militärischer Güter beteiligt sind, darunter Drohnenproduzenten. Auch Firmen aus Drittstaaten wie China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Usbekistan, Kasachstan und Belarus werden erfasst, wenn sie Russland mit Dual‑Use‑Gütern oder Waffensystemen beliefern.

Bekämpfung von Umgehung

Erstmals aktiviert die EU ihr Antiumgehungsinstrument. Die Kirgisische Republik hat systematisch versäumt, die Weiterleitung sensibler EU‑Güter nach Russland zu verhindern. Insgesamt werden 60 Organisationen neu gelistet, darunter 32 in Russland und 28 in Drittstaaten.

Zusätzliche Listungen

Das Paket umfasst 120 weitere Einträge. Betroffen sind 33 Einzelpersonen und 83 Einrichtungen. Dazu zählen Oligarchen, Verantwortliche für die Deportation ukrainischer Kinder, Propagandisten sowie Akteure, die am Diebstahl kulturellen Erbes beteiligt sind.

Rechtlicher Schutz für EU‑Unternehmen

Die EU stärkt den Schutz europäischer Unternehmen vor missbräuchlichen Klagen in Russland. Gerichte der Mitgliedstaaten können künftig Geldbußen gegen Personen verhängen, die solche Verfahren initiieren. Unternehmen können Schadensersatz verlangen, wenn entsprechende Urteile in Drittstaaten vollstreckt werden.

Zudem werden Transaktionsverbote gegen Akteure verhängt, die unrechtmäßige Enteignungen oder den Diebstahl geistigen Eigentums europäischer Firmen ausnutzen.

Weitere Maßnahmen

Die EU geht verstärkt gegen Propaganda vor. Spiegelmedien, die Inhalte gelisteter russischer Staatsmedien verbreiten, werden blockiert.

Im Forschungsbereich wird die Annahme von Finanzmitteln der russischen Regierung untersagt. Dies betrifft Hochschulen, Forschungsinstitute und verbundene Personen in der EU.

Auf der Seite des Europäischen Rates finden Sie einen ausführlichen Überblick über die EU-Sanktionen  gegen Russland.