Regionalkonferenz in Bremen
Die Bundesregierung fördert Wissenschaft, For-schung und Innovation zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen. Zur Diskussion stand deshalb die Frage, welche neuen Impulse für die Fortschreibung der Strategie wichtig sind.
Der Workshop wurde vom BMBF organisiert und moderiert.
3 Min. Lesedauer
1. Prägnante Zitate, Aussagen, Meinungen
- „Implementations- statt Innovationsstrategie“
- „Best Case-Regale und Server durchforsten“
- Querverbindungen sind schwer innerhalb des Wissenschaftssystems
- „Was fehlt ist die Zeit, es gibt kein Erkenntnisproblem.“
- Hochschulen/Unis haben die Zukunft im Haus, jeweils 30 bis 40 % einer Generation sind eingeschrieben.
- Aber auch andere gesellschaftliche Gruppen erreichen, dazu die Diskussionskultur ändern, akademische Diskussion oft zu theoretisch.
- „Vertrauen in die Wissenschaft gesellschaftlich und politisch stärken“ (um eine Innovationskultur für Nachhaltigkeit zu befördern).
- „Kohärenz bei sich selbst schaffen, also selbst versuchen jeden Tag in der Arbeit zu leben und umzusetzen, was man anderen vermitteln möchte. Das schafft Glaubwürdigkeit“ (um eine Innovationskultur für Nachhaltigkeit zu befördern).
2. Welche Dimensionen des Themas wurden, besonders häufig genannt oder besonders intensiv diskutiert?
- Kommunikation verbessern, von, mit und zu Wissenschaft
- Wissenstransfer bzw. Dialog mit der nicht-akademischen Öffentlichkeit stärken, auch durch die bessere Integration von Forschung und Innovation in die Bildung
- Das Innovationsverständnis solle verändert werden, es müsse mehr darum gehen Forschung und Innovationen in die Anwendung zu bringen („Heilige Kuh Innovation schlachten“).
- Transfer von Forschungsergebnissen und Innovationen in die Anwendung als zentrale Schwachstelle. Umsetzungshemmnisse (bspw. durch die Struktur von Forschungsförderung) sollten abgebaut werden.
- Fragen der globalen und lokalen Gerechtigkeit, sowie des alternativen Wirtschaftens und der Suffizienz, sollten im Kontext Nachhaltigkeit stärker betrachtet werden, genauso wie Nachhaltigkeitskonflikte bzw. Dilemmata.
- Im Kontext der Forschung für Nachhaltigkeitstransformation sollten sozio-kulturelle Aspekte stärker einbezogen werden und auch traditionelle Praktiken als Ressource für Nachhaltigkeit genutzt werden.
- Bereiche in denen noch konkrete Forschungs- bzw. Innovationsbedarfe bestehen seien die Sozialwissenschaften, die Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaft und die bedarfsgerechte Motivation von Meschen, sowie die Themen Energieerzeugung und -speicherung.
- Um eine Innovationskultur für Nachhaltigkeit zu fördern, müsse das Vertrauen in die Wissenschaft und der Stellenwert von Forschung und Innovation in der Gesellschaft gestärkt werden.
- Wichtig sei es Ermöglichungs-(pädagogisch) zu denken, SDGs in Studieninhalte zu integrieren und einen Erfahrungsaustausch zwischen Studierenden und erfolgreichen Gründerinnen und Gründerherzustellen bzw. den Erfahrungsaustausch mit der Wirtschaft zu nutzen, um eine Innovationskultur für Nachhaltigkeit zu befördern.
- Um die SDGs in Forschungs- und Innovationsprozessen zu integrieren, müsse über SDGs hinausgedacht werden, Förderprogramme müssten entsprechend angepasst werden, um SDGs bei der Projektplanung zu integrieren und in die die Wirkungslogiken und Wirkungsmessung zu integrieren. Es brauche Rahmenbedingungen, die nachhaltiges Forschen ermöglichen und bspw. auch Transdisziplinarität ermöglichen.
- Wissenschaft als Ressource nutzen, um die Probleme der DNS zu eruieren, mit Blick auf die Dauer des Prozesses, die Gefahr von „Klassenbildung“ oder „Greenwashing“ und die Frage wie mehr gesellschaftliche Gruppen mitgenommen werden können.
- Vertrauen in die Wissenschaft müsse gestärkt werden, auch um Populismus zu entlarven und die gesellschaftliche Resilienz zu stärken.
3. Wo gab es überwiegenden Konsens? Umgekehrt: Was war besonders strittig?
- Einigkeit gab es bei der Forderung den Transfer von Forschungsergebnissen zu verbessern, statt den Fokus auf immer neue Innovationen zu setzen. Neben technologischen Innovationen solle auch die Verstetigung Sozialer Innovationen betrachtet werden.
- Der Fokus auf Menschen/Bürger solle verstärkt werden, durch ein veränderte, weniger akademische Diskussionskultur, und die Wahl praxisnaher Themen. Transferformate sollten alle gesellschaftlichen Schichten erreichen.
- Vorhandenes sollte besser genutzt werden, um Ressourcen zu schonen.
- Die Logik der Projektförderung müsse überdacht werden, Förderprogramme müssten angepasst werden, um Rahmenbedingungen zu schaffen, die nachhaltiges Forschen ermöglichen.
4. Besondere Hinweise zu den Zielen oder den Indikatoren?
Keine.
5. Besondere Hinweise der anwesenden Moderatoren / Impulsgeber
- Wissenschaft sei zentral zur Beantwortung strategischer Fragen bei der SDG-Umsetzung, die meisten Fragen in diesem Kontext erforderten multidisziplinäre Antworten.
- Themenkomplex Nachhaltigkeit sei komplex, die Wissenschaft müsse lernen besser mit Komplexität umzugehen und ggü. der Gesellschaft Komplexität entsprechend aufzeigen.
- Klar zeige sich auch das Problem kollektiven Handelns: Wir kennen bspw. die Fakten des Klimawandels, bei der Umsetzung träfen allerdings verschiedene bedürfnisse aufeinander, die konsequentes Handeln teils verlangsamt.
- Wichtig sei die Erforschung des menschlichen Aspektes der Strategie, es gebe also eine starke sozialwissenschaftliche Dimension.
- Nachhaltigkeitsstrategien seien dynamischer, kommunikative Prozesse.
6. Besondere Empfehlungen/Forderungen an die Bundesregierung
- Forschungsförderung muss auch auf die Anwendung ausgerichtet werden / diese stärker mitdenken, statt einer Innovations- brauche es eine Implementationsstrategie. Die Innovation seien da, es fehle jedoch an der Umsetzung, der Kommunikation/dem Transfer in die Breite.
- Um Nachhaltigkeit in Wissenschaft und Forschung integrieren zu können, müssten die Rahmenbedingungen der Forschungsförderung entsprechend weiterentwickelt werden.