20 Jahre EU-Osterweiterung
Aus 15 wurden 25: Am 1. Mai 2004 erfolgte die bisher größte Erweiterung der Europäischen Union. Zehn Länder aus Mittel- und Osteuropa traten an diesem Tag der Gemeinschaft bei. So unternahm die EU einen wichtigen integrativen Schritt in Richtung Osten des Kontinents.
1 Min. Lesedauer
Wie in vielen anderen Ländern feierten auch in Prag in der Nacht auf dem 1. Mai 2004 Menschen die Erweiterung der EU.
Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb/Sterba
Vor 20 Jahren, am 1. Mai 2004, erlebte die EU die größte Erweiterung ihrer Geschichte: Insgesamt zehn Länder traten dem Binnenmarkt und der Gemeinschaft bei. Die wichtigsten Informationen dazu im Überblick:
- Am 1. Mai 2004 wurden folgende Länder Mitglied der EU: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Ungarn, Tschechien, Slowenien, Slowakei, Zypern und Malta. Mit der Erweiterung um zehn Länder wuchs die Europäische Union auf 25 Mitgliedstaaten an, die Zahl der EU-Bürgerinnen und EU-Bürger stieg um etwa 75 Millionen Menschen.
- Die neuen Mitgliedsstaaten haben seit 2004 signifikant an Wirtschaftskraft hinzugewonnen. Ein Beispiel: Gemäß dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Kaufkraftstandards (KKS) lag Litauen im Jahr 2006 bei 55 Prozent der durchschnittlichen Wirtschaftsleistung der Staaten in der EU – heute sind es 78 Prozent. Eine ähnlich positive Bilanz ist auch in den anderen Staaten zu erkennen.
- Seit ihrer Aufnahme in die EU 2004 sind sieben der zehn Mitgliedsstaaten auch Teil der Eurozone geworden: Slowenien (2007), Zypern und Malta (beide 2008), die Slowakei (2009), Estland (2011), Lettland (2014) und Litauen (2015). Somit nutzen aktuell 20 von 27 Mitgliedsstaaten den Euro als Währung.
- Beispielhaft für die erfolgreiche Eingliederung der 2004 beigetretenen Mitgliedsstaaten steht auch die Angleichung der Arbeitskosten. Im EU-Beitrittsjahr bezahlten Arbeitgeber im Schnitt 4,70 Euro pro Arbeitsstunde in Polen. Im Jahr 2019 waren es bereits 10,10 Euro: eine Steigerung um 115 Prozent. Im gleichen Zeitraum sind die durchschnittlichen Arbeitskosten in der gesamten EU um 38 Prozent gestiegen.
- Ein erfreulicher Effekt der EU-Mitgliedschaft ist die Entwicklung der Arbeitslosigkeit: Anfang des Jahres 2024 waren in Tschechien nur 2,9 Prozent der Menschen arbeitssuchend. Das ist der niedrigste Wert in der gesamten Europäischen Union mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 6,0 Prozent. Auch Polen (2,9 Prozent), Slowenien (3,1 Prozent) oder Malta (3,2 Prozent) haben die europaweit niedrigsten Quoten an Arbeitslosigkeit.