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In ihren 16 Jahren Amtszeit hat Bundeskanzlerin Merkel an mehr als 100 EU-Gipfeln teilgenommen. Nicht selten verhandelten die Staats- und Regierungschefs bis tief in die Nacht. Am Donnerstag und Freitag wird die Kanzlerin noch einmal am Europäischen Rat in Brüssel teilnehmen.
Premiere am 15. Dezember 2005: Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt zum ersten Mal an einem Europäischen Rat in Brüssel teil. Der damalige französische Präsident Jacques Chirac begrüßt die frisch gewählte deutsche Regierungschefin mit Handkuss. Im Mittelpunkt stehen unter anderem schwierige Verhandlungen um den milliardenschweren EU-Haushalt. Am Ende gelingt hier ein Kompromiss.
Deutschland übernimmt im ersten Halbjahr 2007 die EU-Ratspräsidentschaft. Der Bundesregierung, unter anderem auch dem damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier, kommt eine wichtige Rolle in der EU zu: Nach der gescheiterten EU-Verfassung geht es darum, Eckpunkte für neue vertragliche Grundlagen festzulegen. Dieses Ziel wird erreicht und mündet Ende des Jahres im Vertrag von Lissabon.
In die deutsche Ratspräsidentschaft fällt ein besonderes Jubiläum: 50 Jahre Römische Verträge. Die EU feiert am 24. und 25. März 2007 vor dem Brandenburger Tor. Mit dabei auch der damalige EU-Kommissionspräsident Barroso. Allein sei jedes europäische Land zu schwach, um globale Herausforderungen zu bewältigen, sagt die Kanzlerin in ihrer Rede. „Deshalb kann es nur eine Antwort geben: nicht alleine handeln, sondern gemeinsam in einem einigen Europa.“ Mit dabei sind die neuen Mitgliedsstaaten Rumänien und Bulgarien, die seit dem 1. Januar zur Europäischen Union gehören.
Am 13. Dezember 2007 ist es soweit: Unter portugiesischer Ratspräsidentschaft, die der deutschen folgt, wird der Vertrag von Lissabon von den Staats- und Regierungschefs unterzeichnet. Was ändert sich? Die Europäische Union wird handlungsfähiger, transparenter und demokratischer. In Kraft tritt der Vertrag am 1. Dezember 2009.
Die Finanz- und Griechenlandkrise halten Europa ab 2011 in Atem. Ein zeitlich befristetes Ausscheiden Athens aus dem Euro steht im Raum. Bei einem Gipfel der Euro-Zone im Juli 2015 wird 27 Stunden lang verhandelt. Für die griechische Regierung verhandelt Ministerpräsident Tsipras. Am Ende steht ein Kompromiss: Griechenland bleibt in der Europäischen Union, muss aber für weitere Hilfsmaßnahmen einen harten Reformkurs einschlagen.
Eine Anerkennung für mehr als 60 Jahre Frieden, Versöhnung und Demokratie: Am 10. Dezember 2012 erhält die Europäische Union den Friedensnobelpreis. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs der EU, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande, nehmen an der Zeremonie teil. „Ein Preis für alle Menschen in Europa“, so der niederländische Historiker Luuk van Middelaar zur Auszeichnung. Die Bundeskanzlerin begrüßt die Verleihung als „eine wunderbare Entscheidung“.
Seit 2015 bestimmt die Flüchtlingskrise die Agenda der EU. Die Bundeskanzlerin setzt sich von Beginn an für eine gemeinsame Lösung in Europa ein. Im März 2016 einigen sich die Staats- und Regierungschefs mit der Türkei auf die EU-Türkeierklärung. Auf türkischer Seite ist der damalige Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu dabei. Zentraler Gedanke ist, für Flüchtlinge in der Türkei angemessenen Schutz zu gewährleisten sowie Perspektiven zu schaffen. So sollen sie keine Veranlassung haben, irregulär in die EU zu migrieren. Die Türkei erhält dafür finanzielle Unterstützung von der EU.
Nach dem Brexit-Referendum im Juni 2016 leitet Premierministerin Theresa May ein knappes Jahr später den Austritt aus der EU ein. EU und Vereinigtes Königreich verhandeln jahrelang über einen Austrittsvertrag. Die anschließenden Verhandlungen über ein gemeinsames Handels- und Kooperationsabkommen stehen unter enormem Zeitdruck. In letzter Sekunde gelingt an Heiligabend 2020 unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft eine Einigung. Sie stellt die Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich auf eine neue Grundlage.
Im zweiten Halbjahr 2020 hat Deutschland erneut die EU-Ratspräsidentschaft inne. Eine schwierige Zeit – die Corona-Pandemie stellt Europa vor enorme Herausforderungen. Gleich zu Beginn kommt es Mitte Juli zu einem Verhandlungsmarathon: Nach mehr als 91 Stunden einigen sich die Staats- und Regierungschefs auf einen neuen Mehrjährigen Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 in Höhe von 1,8 Billionen Euro. Darin enthalten ist ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemie in Höhe von 750 Milliarden Euro. Damit habe man eine „Antwort auf die größte Krise seit Bestehen der EU“ gefunden, so die Kanzlerin.
In der zweiten EU-Ratspräsidentschaft in der Kanzlerschaft von Angela Merkel einigen sich die Mitgliedsstaaten auch auf das Aufbauprogramm „Next Generation EU“ . Der mit diesem Fonds verknüpfte Konditionalitätsmechanismus stärkt die Rechtsstaatlichkeit in der EU und schützt gleichzeitig den EU-Haushalt. Außerdem verpflichten sich alle 27 Mitgliedstaaten, dass bis 2030 mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als 1990.
Premiere am 15. Dezember 2005: Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt zum ersten Mal an einem Europäischen Rat in Brüssel teil. Der damalige französische Präsident Jacques Chirac begrüßt die frisch gewählte deutsche Regierungschefin mit Handkuss. Im Mittelpunkt stehen unter anderem schwierige Verhandlungen um den milliardenschweren EU-Haushalt. Am Ende gelingt hier ein Kompromiss.
Deutschland übernimmt im ersten Halbjahr 2007 die EU-Ratspräsidentschaft. Der Bundesregierung, unter anderem auch dem damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier, kommt eine wichtige Rolle in der EU zu: Nach der gescheiterten EU-Verfassung geht es darum, Eckpunkte für neue vertragliche Grundlagen festzulegen. Dieses Ziel wird erreicht und mündet Ende des Jahres im Vertrag von Lissabon.
In die deutsche Ratspräsidentschaft fällt ein besonderes Jubiläum: 50 Jahre Römische Verträge. Die EU feiert am 24. und 25. März 2007 vor dem Brandenburger Tor. Mit dabei auch der damalige EU-Kommissionspräsident Barroso. Allein sei jedes europäische Land zu schwach, um globale Herausforderungen zu bewältigen, sagt die Kanzlerin in ihrer Rede. „Deshalb kann es nur eine Antwort geben: nicht alleine handeln, sondern gemeinsam in einem einigen Europa.“ Mit dabei sind die neuen Mitgliedsstaaten Rumänien und Bulgarien, die seit dem 1. Januar zur Europäischen Union gehören.
Am 13. Dezember 2007 ist es soweit: Unter portugiesischer Ratspräsidentschaft, die der deutschen folgt, wird der Vertrag von Lissabon von den Staats- und Regierungschefs unterzeichnet. Was ändert sich? Die Europäische Union wird handlungsfähiger, transparenter und demokratischer. In Kraft tritt der Vertrag am 1. Dezember 2009.
Die Finanz- und Griechenlandkrise halten Europa ab 2011 in Atem. Ein zeitlich befristetes Ausscheiden Athens aus dem Euro steht im Raum. Bei einem Gipfel der Euro-Zone im Juli 2015 wird 27 Stunden lang verhandelt. Für die griechische Regierung verhandelt Ministerpräsident Tsipras. Am Ende steht ein Kompromiss: Griechenland bleibt in der Europäischen Union, muss aber für weitere Hilfsmaßnahmen einen harten Reformkurs einschlagen.
Eine Anerkennung für mehr als 60 Jahre Frieden, Versöhnung und Demokratie: Am 10. Dezember 2012 erhält die Europäische Union den Friedensnobelpreis. Zahlreiche Staats- und Regierungschefs der EU, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande, nehmen an der Zeremonie teil. „Ein Preis für alle Menschen in Europa“, so der niederländische Historiker Luuk van Middelaar zur Auszeichnung. Die Bundeskanzlerin begrüßt die Verleihung als „eine wunderbare Entscheidung“.
Seit 2015 bestimmt die Flüchtlingskrise die Agenda der EU. Die Bundeskanzlerin setzt sich von Beginn an für eine gemeinsame Lösung in Europa ein. Im März 2016 einigen sich die Staats- und Regierungschefs mit der Türkei auf die EU-Türkeierklärung. Auf türkischer Seite ist der damalige Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu dabei. Zentraler Gedanke ist, für Flüchtlinge in der Türkei angemessenen Schutz zu gewährleisten sowie Perspektiven zu schaffen. So sollen sie keine Veranlassung haben, irregulär in die EU zu migrieren. Die Türkei erhält dafür finanzielle Unterstützung von der EU.
Nach dem Brexit-Referendum im Juni 2016 leitet Premierministerin Theresa May ein knappes Jahr später den Austritt aus der EU ein. EU und Vereinigtes Königreich verhandeln jahrelang über einen Austrittsvertrag. Die anschließenden Verhandlungen über ein gemeinsames Handels- und Kooperationsabkommen stehen unter enormem Zeitdruck. In letzter Sekunde gelingt an Heiligabend 2020 unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft eine Einigung. Sie stellt die Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich auf eine neue Grundlage.
Im zweiten Halbjahr 2020 hat Deutschland erneut die EU-Ratspräsidentschaft inne. Eine schwierige Zeit – die Corona-Pandemie stellt Europa vor enorme Herausforderungen. Gleich zu Beginn kommt es Mitte Juli zu einem Verhandlungsmarathon: Nach mehr als 91 Stunden einigen sich die Staats- und Regierungschefs auf einen neuen Mehrjährigen Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 in Höhe von 1,8 Billionen Euro. Darin enthalten ist ein Konjunktur- und Investitionsprogramm gegen die Folgen der Pandemie in Höhe von 750 Milliarden Euro. Damit habe man eine „Antwort auf die größte Krise seit Bestehen der EU“ gefunden, so die Kanzlerin.
In der zweiten EU-Ratspräsidentschaft in der Kanzlerschaft von Angela Merkel einigen sich die Mitgliedsstaaten auch auf das Aufbauprogramm „Next Generation EU“ . Der mit diesem Fonds verknüpfte Konditionalitätsmechanismus stärkt die Rechtsstaatlichkeit in der EU und schützt gleichzeitig den EU-Haushalt. Außerdem verpflichten sich alle 27 Mitgliedstaaten, dass bis 2030 mindestens 55 Prozent weniger Treibhausgase ausgestoßen werden als 1990.