Für den Erfolg der Energiewende braucht es sanierte Gebäude. Vor allem für Stadtquartiere bietet eine Sanierung große Möglichkeiten für den wirtschaftlichen und effektiven energetischen Umbau. Seit fünf Jahren fördert der Bund über die eigene Kreditanstalt für Wiederaufbau die energetische Sanierung von Quartieren.
Mit KfW-Krediten fördert der Bund gezielt die energetische Sanierung von Stadtquartieren.
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"Fünf Jahre Zuschüsse sind eine gute Möglichkeit, um Bilanz zu ziehen", sagte Bundesbauministerin Barbara Hendricks beim Kongress "Vom Einzelgebäude zum Quartier". Im Mittelpunkt stand dabei das KfW-Förderprogramm Energetische Stadtsanierung. Kommunen, welche die Energieeffizienz ganzer Quartiere verbessern wollen, erhalten seit fünf Jahren Zuschüsse daraus.
Mit Erfolg: In mehr als 550 Stadteilen haben Kommunen bereits die Planungen für die energetische Sanierung fertiggestellt, in 120 laufen die Bauarbeiten.
Der Bund übernimmt dabei bis zu 85 Prozent der Planungs- und Konzeptionskosten. Die Kommune tragen den Rest, können aber beispielsweise weitere Zuschüsse über Länderprogramm beantragen. Darüber hinaus stehen für andere Sanierungs- oder Umbaumaßnahmen weitere KfW-Gelder bereit.
So sind individuelle Lösungen möglich - in innerstädtischen Altbauquartieren ebenso wie in Großwohnsiedlungen oder in Einfamilienhaussiedlungen im ländlichen Raum.
Jährlich 50 Millionen Euro stehen aus dem Energie- und Klimafonds zur Verfügung. Kommunen können über das KfW-Programm "Energetische Stadtsanierung" unter anderem zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse für Wärmeversorgung, Abwasserver- und Entsorgung erhalten.
Städte müssten attraktive Wohn- und Lebensorte bleiben – oder wieder werden, sagte die Ministerin. Energetische Sanierung müsse sozialverträglich bleiben. Beispiele zeigten, dass das gehe.
"In der Wohnungsbaupolitik haben wir einiges auf den Weg gebracht", bilanzierte die Ministerin. Neben Änderungen im Mietrecht hob sie das Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen hervor.
Der Bund stelle Bauland bereit oder gebe es verbilligt an die Kommunen ab. Bauvorschriften würden geprüft, ob sie vereinfacht werden können oder sogar ganz entfallen. Zudem habe der Bund seine Gelder für die Kommunen auf gut eine Milliarde Euro jährlich verdoppelt.
Das Ziel steht: Deutschland will im Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand haben. "Für die Umsetzung der Energiewende brauchen wir eine Stärkung des Quartieransatzes", erklärte Hendricks.
Der Gebäudebestand in Deutschland umfasst rund 18 Millionen Wohn- und 1,7 Millionen Nichtwohngebäude. Zwei Drittel des Gebäudebestandes sind vor 1979 gebaut worden - aus heutiger Sicht in energetisch oft schlechter Qualität. Rund 40 Prozent der Energie in Deutschland wird im Gebäudebereich verbraucht. Der Anteil an den CO2-Emissionen beträgt rund 20 Prozent.