Weichmacher im Alltag reduzieren

Verbraucherschutz Weichmacher im Alltag reduzieren

Bodenbeläge, Tapeten, Farben, aber auch Flaschen und Plastikdosen: Weichmacher lauern überall - und gelten als krebserregend. Strenge Grenzwerte verringern gesundheitliche Belastungen. Aber auch der Verbraucher kann etwas tun. Informationen bietet ein Online-Auskunftsportal.

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Weichmacher und schwer flüchtige Verbindungen sind meist unsichtbar und geruchlos und damit kaum zu erkennen. Das Umweltbundsamt rät, möglichst auf mit Weichmachern versetzte Kunststoffe, vor allem auf Weich-PVC zu verzichten. Man sollte auf andere Naturprodukte oder zum Beispiel Produkte mit Polyethylen (PE) ausweichen.

Grenzwerte für Weichmacher

Ende 2015 wurden für Gummi- und Kunststoffprodukte erneut die Grenzwerte für Weichmacher gesenkt. Von den acht krebserregenden PAK darf in einem Produkt nur noch eines zu höchstens einem Milligramm pro Kilogramm enthalten sein. Gummi- und Kunststoffprodukte, mit denen Kleinkinder in Berührung kommen, haben einen Grenzwert von 0,5 Milligramm pro Kilogramm.

In Kosmetika und Spielzeug dürfen Weichmacher nicht verwendet werden.

Auskunftsrecht für Verbraucher

Verbraucher besitzen ein Auskunftsrecht über die Bestandteile eines Produkts. Beim Umweltbundesamt gibt es dazu ein Online-Formular. Hier ist nur die Artikelnummer unter dem Strichcode des Produkts einzutragen. Enthält das Produkt besonders besorgniserregende Chemikalien, muss ihnen das der Hersteller innerhalb von vier Wochen mitteilen. Was als besonders besorgniserregend gilt, definiert die Europäische Chemikalienverordnung REACH, deren Bestandteil auch das Auskunftsrecht ist.

Belastungen sind reduzierbar

Verbraucherinnen und Verbraucher können selbst einiges tun, um diese Belastungen zu mindern: Beim Kauf von Bauprodukten sollten sie sich die Datenblätter zeigen lassen oder beim Hersteller nachfragen, ob die Produkte schädliche Stoffe wie Weichmacher enthalten.

Allgemein sollten Verbraucher auf emissionsarme Produkte achten. Diese sind zum Beispiel am Siegel "Blauer Engel" zu erkennen.

Unbemerkt schädlich

Weichmacher gibt es in vielen Produkten des alltäglichen Lebens: Nicht nur in Bauprodukten, Freizeitartikeln, Mousepads, Lebensmittelverpackungen und Folien kommen sie vor. Phthalat-Weichmacher etwa können auf das Hormonsystem wirken. Sie kommen überwiegend in Kunststoffen wie PVC vor, aber auch in Kosmetikartikeln und Medikamenten.

PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) kommen in Materialien und Alltagsprodukten aus Kunststoff und Gummi vor und sind krebserzeugend. Allen Verbindungen gemeinsam ist, dass sie langsam ausgasen – auch über mehrere Jahre.

In Innenräumen ist die Konzentration von schwer flüchtigen Verbindungen selten so hoch, dass es akut zu gesundheitlichen Schäden kommt, erklärt das Umweltbundesamt. Aber in hoher Konzentration und bei langer Aufenthaltsdauer in den Räumen können Schädigungen auftreten.

Vorsicht bei Lebensmittelverpackungen

Auch Lebensmittelverpackungen können Verbindungen enthalten, die dann über die Packung in die Lebensmittel gelangen können. Dadurch besteht die Möglichkeit, dass sie mit der Nahrung aufgenommen werden. Sie lagern sich im Körpergewebe an und werden zum Teil nur langsam abgebaut.

Deshalb ist es ratsam, Lebensmittel lose zu erwerben und etwaige Reste in Glasbehältern aufzubewahren.