Pressestatements von Bundeskanzlerin Merkel und Bundeswirtschaftsminister Rösler vor den "Gesprächen mit den Sozialpartnern"

Bundeskanzlerin Merkel: Meine Damen und Herren, wir haben uns heute zum Zukunftsgespräch über die Arbeitswelt von Morgen versammelt. Es geht heute neben dem Thema des Wirtschaftswachstums in ganz besonderer Weise um das Thema der Sicherung der Arbeitskräfte in Deutschland. Wir haben eine ausgesprochen gute Beschäftigungslage. Wir wissen um den demografischen Wandel, den Wandel des Altersaufbaus der Gesellschaft. Das bedeutet, dass in den nächsten 15 Jahren 6,5 Millionen weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen werden, wenn wir nichts tun.

Deshalb beraten wir heute darüber, an welchen Stellen gearbeitet werden muss. Das ist zum einen die Verbesserung der Chancen älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das ist die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das ist die bessere Qualifizierung und Bildung junger Menschen, aber auch das lebenslange Lernen.

Das betrifft auch das Thema der gezielten Zuwanderung von spezialisierten Fachkräften. Die Bundesregierung hat heute dazu einen ersten Schritt unternommen, indem wir gesagt haben: Die Vorrangprüfung für Elektroingenieure, für Ärzte und für Ingenieure im Maschinenbau wird aufgehoben. Wir werden weitere Schritte folgen lassen, um gezielte Zuwanderung zu ermöglichen. Wir sagen aber auch: Wir laden Fachkräfte gerade aus dem europäischen Ausland dazu ein, bei uns tätig zu sein. Es gibt viele Länder, in denen es ein hohes Maß an Arbeitslosigkeit gibt, und wir haben einen freien europäischen Arbeitsmarkt. Deutschland muss hier noch mehr um Spezialisten werben, wenn wir unsere Wertschöpfung wirklich in unserem Land stattfinden lassen wollen.

Ich freue mich auf das Gespräch, und wir werden Ihnen später auch darüber berichten.

Bundesminister Röseler: Meine sehr verehrten Damen und Herren, es wurde schon gesagt: Es ist gut, dass sich heute die Sozialpartner mit der Bundesregierung treffen, also Arbeitnehmerinnen- und Arbeitgebervertreter mit den betroffenen Ressortkollegen. Es ist das gemeinsame Ziel, dem Fachkräftemangel, der eben schon beschrieben wurde, zu begegnen. Es gibt schon gute Entscheidungen, die auf gutem Wege sind, beispielsweise die, jungen Menschen, die bisher noch keinen Abschluss haben, Hilfestellungen zu geben, damit sie einen Abschluss und in der Folge dann einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz bekommen. Wir wollen die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, und wir wollen die Beschäftigungsquote von Menschen, die älter als 45 Jahre sind, deutlich erhöhen.

Das alles sind Maßnahmen für das Inland. Ich sage als Wirtschaftsminister ausdrücklich: Wir brauchen zusätzlich auch Arbeitskräfte aus dem Ausland und qualifizierte ‑ ich betone „qualifizierte“ ‑ Zuwanderung. Diesbezüglich wurde heute schon eine gute Entscheidung getroffen, eben die Aussetzung der Vorrangprüfung für Elektroingenieure und auch für Ärztinnen und Ärzte. Das ist eine wesentliche Maßnahme. Ich bin sicher, dass wir auch über den heutigen Tag hinaus weitere Maßnahmen auf den Weg bringen werden, um dem Fachkräftemangel in Deutschland erfolgreich begegnen zu können. Das braucht unsere Wirtschaft, um das Wachstum, das wir momentan erleben, auch für die Zukunft sichern zu können und um das Wachstum auch zu verstetigen.

Merkel: Danke schön! Jetzt beraten wir.