Den teuren Flachbild-Fernseher, den neuen Computer oder das größere Auto: das gibt es alles auf Kredit und zu null Prozent Zinsen. Sofort kaufen und erst später zahlen – was gut klingt, verführt schnell zum Kauf, ist aber nicht unbedingt günstig.
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Acht Jahre keine Zinsen - Null Prozent auf alles ab 300 Euro und keine Abschlussgebühr! Solche Angebote versetzen Verbraucherinnen und Verbraucher häufig in Konsumlaune und verleiten zum Kauf auf Pump. Besonders beliebt sind solche "Null-Prozent-Finanzierungen" beim Kauf von Autos, Elektrowaren und Möbeln.
Wer ein Produkt über eine "Null-Prozent-Finanzierung" kauft, schließt einen Kredit bei einer Bank ab, mit der der Händler kooperiert. Meist ist das ein klassischer Ratenkredit mit fester Laufzeit und Ratenhöhe, jedoch ohne Zinsbelastung für den Kreditnehmer. Den vollen Kaufpreis zahlt das Kreditinstitut direkt an den Händler. Der Käufer zahlt dann die Raten direkt an die Bank.
Doch Vorsicht: Rein formal gesehen, sind die Kredite tatsächlich kostenlos, der Verbraucher zahlt nur die vereinbarten Raten – ohne Zinsen. Das heißt aber nicht unbedingt, dass der Kauf für den Verbraucher besonders günstig ist. Oft gibt es Fallen, lauern versteckte Zusatzkosten.
In aller Regel bezahlt der Händler für den zinslosen Kredit des Kunden ein Entgelt an die Bank. Oder Kreditinstitut und Händler teilen sich die Zinskosten. Somit bekommt die Bank letztlich doch Zinsen, wenn auch nur geringe. Das muss der Händler in seiner Kalkulation berücksichtigen.
Auch bei fehlendem Zins können sich zusätzliche Kosten – etwa für Kontoführung - im Kleingedruckten verstecken. Restschuldversicherung, Kreditausfallversicherung oder Ratenschutzversicherung: hinter solchen Begriffen stecken häufig zusätzliche Kosten. Versicherungen, die Risiken wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit abdecken sollen, sind in der Regel nicht zu empfehlen. Wegen vieler Ausnahmeregelungen leisten sie gerade, wenn es darauf ankommt, dann in diesen Fällen nicht.
Schafft man die Ratenzahlung nur, wenn man häufiger seinen Dispokredit in Anspruch nehmen muss, wird aus dem Null-Prozent-Kredit schnell ein teurer Spaß.
Gleiches gilt, wenn im Kleingedruckten ein zusätzlicher teurer Rahmenkredit vereinbart wird, der – getrennt vom Girokonto - in Anspruch genommen werden kann. Oder von vornherein eine Finanzierung über einen Rahmenkreditvertrag erfolgt und Zinsfreiheit nur für kurze Zeit besteht.
Vorsicht ist auch bei ungleicher Verteilung der Ratenhöhe angebracht. Bei sogenannten Ballonraten wird - nach vielen kleinen Raten - zum Ende der zinsfreien Laufzeit eine hohe Abschlussrate fällig.
Der Abschluss einer "Null-Prozent-Finanzierung" hat für die finanzierende Bank einen Vorteil. Sie gewinnt viele persönliche Daten. Diese wertvollen neue Kundendaten nutzt sie, um passgenau weitere Produkte, wie etwa Versicherungen anzubieten.
Handelt es sich um eine echte "Null-Prozent-Finanzierung" ohne jegliche Kosten, gibt es im Regelfall kein gesetzliches Widerrufsrecht. Bei einem "normalen" Kredit, bei dem man Zinsen zahlt, können Kunden, die Raten zudem stoppen, wenn die Ware einen Fehler hat. Bei Null-Prozent-Krediten geht das nicht. Folge: Tritt man vom Kaufvertrag zurück, etwa weil der Händler nicht anständig geleistet hat, muss man trotzdem weiterhin die Raten an die Bank zahlen. Über die mangelhafte Leistung muss sich der Kunde mit dem Händler auseinandersetzen.
Null-Prozent-Kredite sind schnell, unüberlegt und unbürokratisch abgeschlossen. Die Gefahr ist groß, mehr zu kaufen, als finanziell leistbar ist und in eine Schuldenspirale zu geraten. Deshalb: Jede Form der Schuldenaufnahme sollte auf notwendige Anschaffungen beschränkt bleiben. Außerdem gilt beim Kauf: vergleichen und nochmals vergleichen: Sowohl beim Preis der Ware als auch bei den Kreditbedingungen.