Darstellungen von Kindern und Jugendlichen in sexuellen Posen sollen künftig im Netz wirksamer bekämpft werden. Das ist das Ziel des Netzwerks "Keine Grauzonen im Internet". Bundesfamilienministerin Schwesig hat es vorgestellt.
Die Bundesfamilienministerin hat die Schirmherrschaft über das Netzwerk übernommen.
Foto: BMFSFJ
Bilder, die Kinder in sexuellen Posen zeigen, sind im Internet immer noch leicht zu finden. Der Bundestag hat zwar vor kurzem ein Gesetz beschlossen, das sogenannte Posingbilder, also Bilder, die Kinder in sexuellen Posen zeigen, verbietet. Das aber ist international noch keineswegs überall so. Und schließlich müssen die Bilder, die im Netz sind, auf den einschlägigen Seiten auch wieder gelöscht werden.
Dieser Aufgabe widmet sich künftig das Netzwerk "Keine Grauzonen im Internet". Dahinter verbirgt sich ein breites Bündnis aus Jugendschutzorganisationen, Politik und Privatwirtschaft. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat die Schirmherrschaft übernommen.
Der Schutz vor sexueller Gewalt beginne nicht erst beim direkten Übergriff, sondern bereits bei Posendarstellungen. "Diese Form des Missbrauchs dürfen wir nicht dulden oder verharmlosen", sagte sie bei der Vorstellung des Netzwerks.
Ein vom Familienministerium gefördertes Kompetenzzentrum wird ab sofort systematische Posing-Bilder aufspüren. Auch jeder Internetnutzer kann sich an bereits bestehende Beschwerdestellen wenden, um fragliche Bilder zu melden. Viele Provider und Betreiber bemühen sich ebenfalls, die Verbreitung von Posendarstellungen über ihre Server und Plattformen einzuschränken.
Das Netzwerk arbeitet in Kooperation mit den Diensteanbietern an einer schnellen Entfernung der betreffenden Inhalte. Diese Kooperation ist bereits erfolgreich im Bereich der Kinder-Pornografie.
Koordiniert wird das Netzwerk vom "Zentrum für Kinderschutz im Internet (I-KiZ)". Es kooperieren: die Plattform "jugendschutz.net", die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM), Google, die "Nummer gegen Kummer" sowie das Täter-Präventionsprojekt "Kein Täter werden" der Berliner Charité.
Da das Netz keine Grenzen kenne, sei eine Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg besonders wichtig, so Schwesig. Auch aus diesem Grund begrüßte die Ministerin die Mitarbeit von Google. Das Unternehmen will auf seinen Seiten nicht nur Warnschilder bei entsprechenden Inhalten anzeigen, sondern auch prominent auf Hilfsangebote wie das Präventionsprojekt "Kein Täter werden" hinweisen - ein Projekt für Menschen mit pädophilen Neigungen.
Im nächsten Jahr will sich das Netzwerk der internationalen Vernetzung widmen. Dann sollen weitere Partner ins Boot geholt werden. Bei ersten Gesprächen haben Facebook und Twitter ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.