Das Kleist-Museum in Frankfurt an der Oder ist um eine Attraktion reicher: In einem Erweiterungsbau hat das Literaturmuseum neue Räume erhalten. Dort präsentiert es auch die neu eingerichtete Dauerausstellung zu Leben und Werk des Dichters Heinrich von Kleist.
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Neue Räume für das Kleist-Museum
Foto: picture-alliance/ZB
Heinrich von Kleist (1777-1811) gilt heute als einer der Wegbereiter der Moderne. Ihm ist das Kleist-Museum in Frankfurt an der Oder gewidmet, das vor mehr als vierzig Jahren in der ehemaligen Garnisonsschule in Kleists Geburtsort eingerichtet wurde.
Direkt neben dem historischen Gebäude lädt jetzt ein Neubau zum Besuch ein. Heute wurde dort nicht nur Eröffnung gefeiert, sondern auch die diesjährigen Kleist-Festtage eingeläutet.
"Das neue Haus für Kleist" beherbergt die Dauerausstellung "Rätsel. Kampfe. Brüche", Sammlungen des Kleist-Museums, die Bibliothek und Räume für die kulturelle Bildung. Das Museum befindet sich seit Oktober 1995 in der Trägerschaft des Vereins Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte e.V. Seitdem erhält das Museum Fördergelder des Bundes. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien beabsichtigt, das Museum ab 2014 dauerhaft institutionell zu fördern.
Das Kleist-Museum ist als "kultureller Gedächtnisort" von nationaler Bedeutung im sogenannten "Blaubuch" der Bundesregierung verzeichnet. Die Europäische Union, der Bund, das Land Brandenburg und die Stadt Frankfurt (Oder) als Bauherrin haben die Baukosten des Erweiterungsbaus in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro gemeinsam getragen.
Darüber hinaus hat der Bund auch zahlreiche Projekte im Kleist-Jahr 2011, unter anderem ein Kleist-Internetportal, mit weit über 2 Millionen Euro gefördert. Kulturstaatsminister Bernd Neumann hatte im März 2011 den ersten Spatenstich für den Erweiterungsbau des Kleist-Museums gesetzt.
Heinrich von Kleist wurde 1777 in Frankfurt/Oder geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker, Erzähler und Lyriker. Außerdem war er als Publizist für eine ganze Reihe von Zeitungen tätig. Zu den bekanntesten Werken Kleists zählen Theaterstücke wie "Der zerbrochene Krug", "Penthesilea" oder "Das Käthchen von Heilbronn". Auch seine Erzählungen wie "Die Marquise von O ..." oder "Michael Kohlhaas" gehören heute unumstritten zur Weltliteratur. Als Autor hat er zahlreiche Schriftsteller inspiriert und Komponisten zu eigenen musikalischen Werken angeregt. Zusammen mit Henriette Vogel schied er am 21. November 1811 durch Selbstmord aus dem Leben.