Die Elefanten- und Nashornbestände in Afrika schrumpfen dramatisch. Immer mehr Tiere fallen der zunehmenden Wilderei und dem illegalen Wildtierhandel zum Opfer. Eine internationale Konferenz in London sucht nach Möglichkeiten, die kriminellen Machenschaften zu bekämpfen.
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Elfenbein ist ein internationales Geschäft für die organisierte Kriminalität.
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Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vertritt die deutsche Position bei der Konferenz. "Wir dürfen nicht zulassen, dass kommende Generationen das größte landlebende Tier der Erde nur noch aus dem Geschichtsbuch kennen", betonte die Ministerin.
Nicht nur Elefanten sind von exzessiver Wilderei bedroht. 2013 töteten Wilderer in Südafrika mehr als 1000 Nashörner - mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Das Elfenbein der Elefanten wie auch das Horn der Nashörner wird zu übersteigerten Preisen nach Asien verkauft. Dort wird zum Beispiel Nashornpulver als Potenzmittel geschätzt.
Mit dem ständig wachsenden Markt für Wildtierprodukte blüht auch das Geschäft von Wilderern, Schmugglern und Händlern. Eine Ursache dafür ist der wachsende Wohlstand in vielen asiatischen Ländern, der zu einer größeren Nachfrage nach Luxusgütern wie Elfenbein geführt hat. Dazu kommen politische Instabilität und Korruption in einigen afrikanischen Ursprungsstaaten. So entsteht das rasante Wachstum der Wilderei, von der nicht nur Elefanten und Nashörner, sondern weitere gewinnbringende Tiere und zum Beispiel auch wertvolle Hölzer betroffen sind.
Die Kriminalität zulasten der Tiere ist heute so organisiert und militarisiert wie nie zuvor. Gewinne aus diesen Machenschaften sind mit dem Drogen- und Menschenhandel vergleichbar. Sie finanzieren wiederum andere kriminelle Aktivitäten – mit fatalen Folgen für die betroffenen Staaten mit ihren zum Teil labilen politischen Strukturen.
In einer vorherigen internationalen Konferenz in Botswana hatten bereits 30 Staaten konkrete Maßnahmen zum Schutz der afrikanischen Elefanten beschlossen. Als eine der Maßnahmen wird die sogenannte Wildtierkriminalität in allen beteiligten Staaten als schweres Verbrechen eingestuft. Nationale Gesetze müssen dementsprechend angepasst werden. Wichtig ist auch, die Nachfrage nach illegalen Wildtierprodukten in Abnehmerländern wirksam zu dämpfen. Dafür ist es dringend nötig, die Käufer von Wildtierprodukten zu erreichen und aufzuklären. Deshalb wurde auch beschlossen, den Handel mit Elfenbein und anderen Wildtierprodukten mit Aufklärungskampagnen zu bekämpfen.
Auch Deutschland trägt zum Schutz der gefährdeten Tiere bei: "Der Kampf gegen Wilderei und den illegalen Wildtierhandel ist ein Schwerpunkt der deutschen Umwelt- und Entwicklungspolitik", sagt die Bundesumweltministerin. Deutschland stellt jährlich 500 Millionen Euro zum Erhalt von Wäldern und anderen Ökosystemen bereit. Ein zunehmend größerer Teil dieser Mittel fließt in den Kampf gegen Wilderei und den Schmuggel mit Wildtierprodukten. Für die Ausbildung von Wildhütern werden aktuell allein im südlichen Afrika etwa 10 Millionen Euro bereitgestellt. In Afrika insgesamt werden das Schutzgebietsmanagement und die Ausbildung von Wildhütern im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit rund 240 Millionen Euro unterstützt.
Für einen effektiven Schutz der Wildtiere ist auch ein substantieller Beitrag der Vereinten Nationen wichtig. Gemeinsam mit Gabun hat Deutschland eine VN-Freundesgruppe gegen Wilderei in New York ins Leben gerufen. Eine Resolution oder ein Sonderbeauftragter der Vereinten Nationen wären ein möglicher nächster Schritt.
"Der Kampf hat gerade erst begonnen", sagte die Umweltministerin, "wir müssen ihn gewinnen."