Homeoffice, Teilzeit, Vertrauensarbeitszeit - Familienfreundlichkeit in Unternehmen hat viele Gesichter. Sechs Unternehmen mit besonders innovativen Konzepten wurden nun beim Wettbewerb "Erfolgsfaktor Familie 2016" von Bundesfamilienministerin Schwesig ausgezeichnet.
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Familienfreundlichkeit spielt in deutschen Unternehmen eine immer wichtigere Rolle.
Foto: Bundesregierung/Stutterheim
Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat auf dem ersten "Wirtschaftstag Familie" in Berlin die Sieger des Unternehmenswettbewerb "Erfolgsfaktor Familie 2016" gekürt. Mit dem bundesweiten Wettbewerb zeichnet das Bundesfamilienministerium die familienfreundlichsten Arbeitgeber Deutschlands aus. Ziel ist es, gute Praxisbeispiele und innovative Konzepte bekannt zu machen und andere zum Nachmachen zu motivieren.
Führungskräfte spielten eine Schlüsselrolle, wenn Familienfreundlichkeit in den Unternehmen gelebter Alltag werden soll, sagte Schwesig. "Für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands brauchen wir eine Arbeitskultur, die die Bedürfnisse von Familien im Blick hat."
Die Finalisten des Wettbewerbs zeigten auf beeindruckende Weise, wie sie ihre Beschäftigten bei der Vereinbarkeit unterstützten. Die Gewinner machten deutlich, dass es gute Vereinbarkeitslösungen für Unternehmen jeder Größe gebe, so die Ministerin. Neben "Klassikern" wie Homeoffice, Teilzeitmodellen oder Vertrauensarbeitszeit böten die Prämierten ihren Mitarbeitern auch andere Angebote: von speziell geschulten "Pflegebegleitern" über eine Schicht-Tauschbörse bis hin zu individuellen Teilzeit-Modellen speziell für Väter.
Wie wichtig solche Angebote sind, unterstreichen auch die Ergebnisse der Untersuchung "Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit". Der Stellenwert von Familienfreundlichkeit in deutschen Unternehmen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 77 Prozent der Unternehmen finden das Thema Familienfreundlichkeit wichtig.
Allerdings kennen Mitarbeiter die Angebote ihres Arbeitgebers häufig nicht. Zudem gibt es zu wenige Angebote für Beschäftigte, die Familienangehörige pflegen müssen.
Schwesig sagte zu den Ergebnissen der Studie: "Führungskräfte spielen eine Schlüsselrolle wenn es darum geht, dass eine bessere Vereinbarkeit auch gelebter Alltag in den Unternehmen wird." Denn ohne eine familienfreundliche Führungskultur fehle vielen Beschäftigten der Mut, die Angebote ihrer Unternehmen anzunehmen. Auch neue Zielgruppen wie Väter, Alleinerziehende und pflegende Beschäftigte müssten verstärkt in den Blick genommen werden.