Fairer Handel. Faire Chancen für alle!

Zwölfte Faire Woche Fairer Handel. Faire Chancen für alle!

Ob Kaffee, Schokolade, Tee oder Reis – der Verbrauch fair gehandelter Produkte in Deutschland wächst weiter. Auf der zwölften Fairen Woche zeigen mehr als 2.000 Veranstaltungen die Vielfalt fair gehandelter Produkte und deren Bedeutung für die Produzentenländer.

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Ein Kaffeebauer in Peru vor einem Kaffeestrauch mit Beeren

Fairer Handel sichert Einkommen

Foto: TransFair/Fairtrade

"Fairer Handel. Faire Chancen für alle!", so lautet das Motto der diesjährigen Fairen Woche vom 13. bis 27. September. Veranstalter der bundesweiten Aktionswoche ist das Forum Fairer Handel, Schirmherr ist Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel. Viele Akteure wie Weltläden, Aktions- und Jugendgruppen, Supermärkte, Gastronomen, Schulen und Städte sind beteiligt.

Bei den Veranstaltungen der Fairen Woche erhalten die Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit, sich über die Hintergründe des Fairen Handels zu informieren. Im Mittelpunkt der Aktionen steht die Wirkung des Fairen Handels für Menschen jeden Alters sowohl in Deutschland als auch in den Produzentenländern.

Klimaprojekt in Peru

Ganz konkrete Erfahrungen hat die Kaffeebäuerin Magda Reza aus Peru im Rahmen eines Klimaprojektes gemacht. Sie ist während der Fairen Woche zu Gast in Deutschland und berichtet über das Projekt.

Für Magda Reza ist der Klimawandel bereits heute spürbar: "Das Wetter spielt bei uns verrückt. Die Jahreszeiten verschieben sich und vor allem die Regenfälle sind unberechenbar geworden. Dadurch können sich Krankheiten wie der Kaffeepilz schnell verbreiten. Viele Kleinbauern in der Region haben bis zu 40 Prozent ihrer Ernte verloren und keine Perspektive für die nächsten Jahre."

Der Faire Handel unterstützt die Produzenten in Peru mit einem konkreten Projekt zum Wasserrecycling, zur biologischen Pflanzendüngung und Wiederaufforstung. "Der Faire Handel hilft uns, aus eigener Kraft weiter voranzukommen", sagt Magda Reza. Die Produzentinnen und Produzenten werden dabei als Multiplikatoren ausgebildet und schulen sich gegenseitig.

Faire Produkte immer beliebter

Die alljährliche "Faire Woche" des Forums Fairer Handel soll das Bewusstsein der Verbraucherinnen und Verbraucher für die Belange des Fairen Handels schärfen und sie motivieren, häufiger fair gehandelte Produkte einzukaufen.

Fair gehandelte Produkte sind bundesweit in gut 42.000 Supermärkten und Bioläden erhältlich. Ein breites Sortiment an Lebensmitteln und Handwerksprodukten bieten die etwa 800 Weltläden an, die Fachgeschäfte für Fairen Handel.

Im vergangenen Jahr haben die deutschen Verbraucher für fair gehandelte Produkte über 650 Millionen Euro ausgegeben. Der Faire Handel verzeichnete damit eine Steigerung von mehr als 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von diesem Wachstum profitieren immer mehr Kleinbauern, Handwerker, Plantagenarbeiter und ihre Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika. Deutsche Verbraucher können mit ihrer Kaufentscheidung die Lebensbedingungen der produzierenden Familien verbessern.

Hauptstadt des Fairen Handels

Alle zwei Jahre gibt es den Wettbewerb um die "Hauptstadt des Fairen Handels". Ausgerichtet wird er von der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) im Auftrag des BMZ. Vorbildliche Aktivitäten der Kommunen zur Förderung des Fairen Handels werden ausgezeichnet.

Dazu gehören zum Beispiel Aktionen des Stadtmarketings, Schulprojekte und gemeinsame Aktivitäten mit der Wirtschaft. Gewürdigt wird auch das Angebot fair gehandelter Produkte, etwa der Ausschank fair gehandelten Kaffees in Behörden. Auch die Verarbeitung von Fair-Handels-Produkten in den Kantinen kommunaler Einrichtungen gehört zu den vorbildlichen Aktivitäten.

Das BMZ lobt den Wettbewerb aus und stellt die Preisgelder in Höhe von insgesamt 100.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt hatten sich 70 Kommunen mit 843 Projekten beworben. Titelträgerin 2013 ist die Hansestadt Rostock. Sie darf sich ab sofort "Hauptstadt des Fairen Handels 2013" nennen und sich mit dem neu geschaffenen Wanderpokal schmücken. Anlass ist das 10-jährige Jubiläum des Wettbewerbs. Bisherige Gewinner waren Bremen (2011), Marburg (2009), Düsseldorf (2007) und Dortmund (2003 und 2005).

Engagement für den Fairen Handel

Fairer Handel leistet viel in den Produzentenländern – angefangen bei festen Mindestpreisen über langfristige Handelsbeziehungen bis hin zur Beratung. Zudem trägt er dazu bei, dass Ressourcen und Umwelt geschont werden, so dass diese auch für kommende Generationen nutzbar bleiben.

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) unterstützt den Fairen Handel als wichtigen Bestandteil der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit.

Bislang wurden für den Zeitraum 2002 bis 2014 etwa 11,4 Millionen Euro für Maßnahmen zur Förderung des Fairen Handels bewilligt. Davon 531.699 Euro für das Jahr 2012.