Die Volkshochschulen bieten Weiterbildung für alle - auch grundlegende digitale Kompetenzen kann hier jeder erlernen. Zudem spielen sie eine herausragende Rolle bei der Integration von Flüchtlingen, sagte Bundesbildungsministerin Wanka beim 14. Deutschen Volkshochschultag in Berlin.
2 Min. Lesedauer
Mir ihrem Kursangebot tragen die Volkshochschulen bedeutend zur Integration von Flüchtlingen bei.
Foto: Marlene Hrubesch
Ob Alphabetisierung, Grundbildung in Mathematik, Deutsch und Englisch oder Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache: die Volkshochschulen sind online, zum Beispiel mit Ich-will-lernen.de und Ich-will-deutsch-lernen.de. Sie haben mit Unterstützung des Bundes bereits vor 15 Jahren begonnen, Online-Lerninstrumente zu entwickeln, so die Bundesbildungsministerin. Es zeige sich immer mehr, wie richtig dies war.
Digitalisierung verändert die Welt grundlegend. Damit alle Menschen daran teilhaben können, müsse die Politik Zugang zu Netzen und zu Kompetenzen schaffen. Das interaktive Lernen biete neue Chancen, sagte Ministerin Wanka.
Der 14. Deutsche Volkshochschultag findet in Berlin unter dem Motto "Digitale Teilhabe für alle!" statt.
Der Bildungserfolg sei in Deutschland noch immer zu stark vom Elternhaus abhängig. Studien zeigten, dass die Kluft mit der digitalen Technik eher noch wächst. Die Volkshochschulen mögen hier unterstützen, bat Bildungsministerin Wanka.
Schule ist Länderkompetenz. Auch für die Schulen brauche es ein übergreifendes Konzept, damit Kinder in den Schulen digitales Grundwissen lernen. "Bund und Länder wollen ihre Aktivitäten für die digitale Bildung verstärken", so Wanka.
Es gebe bereits viele gute Initiativen für digitale Bildung, aber bisher nur Insellösungen. Eine Idee wäre, deutschlandweit gute, neue Lernangebote - etwa in einer Bildungscloud- anzubieten, schlug die Bildungsministerin vor.
Das Bundesbildungsministerium arbeitet an einer strategischen Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft. Das Bildungsthema wird außerdem ein Schwerpunkt beim Nationalen IT-Gipfel im November sein.
Die Digitalisierung sei kein Grund zur Panikmache, sagte Bundesarbeitsministerin Nahles. Sie ging insbesondere auf die Herausforderungen für die berufliche Weiterbildung in der Arbeitswelt 4.0 ein.
"Wir müssen den Transformationsprozess präventiv, rechtzeitig und an der richtigen Stelle begleiten", so die Arbeitsministerin. Das Gesetz zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung ermöglicht es daher, auch Grundkompetenzen zu fördern.
Hier seien gerade die Volkshochschulen gefragt. "Ihre Angebote sind auf der Höhe der Zeit", lobte Nahles.
Wanka dankte den Volkshochschulen für ihre Integrationsarbeit für Flüchtlinge. Sie seien Vorreiter bei der Integration. Die Volkshochschulen sind bei der Alphabetisierung seit Jahren federführend.
Mit dem neuen Programm "Einstieg Deutsch" starten der Bund und die Volkshochschulen ein Programm zur sprachlichen Erstförderung. Flüchtlinge können damit schon in der Erstaufnahmeeinrichtung mit dem Deutschlernen beginnen. Sie haben dann bereits die Grundlagen für die Integrations- und die anschließenden berufsbezogenen Sprachkurse.
"Einstieg Deutsch" beinhaltet klassischen Deutschunterricht und begleitendes Online-Lernen. Das Bundesbildungsministerium fördert den schnellen Spracherwerb von Flüchtlingen mit jährlich 19 Millionen Euro.
Besonders viel hänge auch davon ab, möglichst viele der jungen Flüchtlinge für eine berufliche Ausbildung zu gewinnen, sagte Wanka. 10.000 junge Flüchtlinge sollen eine Ausbildung im Handwerk machen. Die Initiative haben Bundesbildungsministerium, Bundesagentur für Arbeit und der Zentralverband des Deutschen Handwerks gestartet.