Abwanderung aus Ostdeutschland gestoppt

Neue Studie vorgestellt Abwanderung aus Ostdeutschland gestoppt

Nach der massiven Abwanderung von Ost nach West in den 1990er Jahren sind 2012 erstmals mehr Menschen nach Ostdeutschland gezogen als von dort weg. Das geht aus einer Studie zu den Jahren 2008 - 2013 hervor, die die Beauftragte für die neuen Länder Gleicke vorgestellt hat.

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Insbesondere attraktive ostdeutsche Städte und die gute Hochschullandschaft ziehen immer mehr Menschen aus dem In- und Ausland an. Leipzig, Dresden, Jena, Erfurt und Potsdam hätten sich zu wahren Magneten entwickelt, so die Ostbeauftragte Iris Gleicke. Das sei ein Erfolg der Städtebauförderung und der Investitionen in den Hochschulstandort Ostdeutschland.

Die Studie "Im Osten auf Wanderschaft - Wie Umzüge die demografische Landkarte zwischen Rügen und Erzgebirge verändern" analysiert die Zu- und Fortzüge von 2.695 ostdeutschen Gemeinden (ohne Berlin) für die fünf wichtigsten Altersgruppen zwischen 2008 und 2013. Sie geht den Fragen nach: Wer zieht warum wohin? Welche Herausforderungen ergeben sich für die Wegzugsregionen? Was kann man tun?

Keine Trendwende

Doch die Entwicklung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die deutliche Mehrzahl der ostdeutschen Städte und Dörfer sich weiter auf Schrumpfkurs befinde, so die Beauftragte. Vor allem auf dem Land kämpfen viele Kommunen weiter mit dem demografischen Wandel. Es fehlen insgesamt junge Menschen in Wirtschaft, Wissenschaft und der Pflege, auch das das verdeutlicht die Studie "Im Osten auf Wanderschaft".

Förderung weiter wichtig

Gleicke forderte deshalb erneut eine gezielte Förderung der strukturschwachen Regionen in Ost und West für die Zeit nach dem Auslaufen des Solidarpaktes II. Es seien Lösungen gefragt, die die Lebensqualität erhalten und den Zusammenhalt vor Ort stärken. Als Beispiele nannte die Beauftragte mobile Medizindienste, kombinierte Nahverkehrsangebote sowie Projekte wie die "Förderung des Kulturtourismus im ländlichen Raum".