Ländliche Entwicklung
Wie kann regionale Wertschöpfung auf dem Land gestärkt werden? Das war Thema des 17. Zukunftsforums Ländliche Entwicklung am Rand der Grünen Woche in Berlin. Regionale Produkte, neue Arbeitsplätze und die Landwirte vor Ort spielen dabei eine wichtige Rolle.
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Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir (l.) und Bundeswirtschaftsminister Habeck bei der Grünen Woche: Für starke ländliche Regionen.
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Die Erzeugung regionaler Produkte, neue Arbeitsplätze und engagierte Menschen vor Ort: Dafür braucht es Infrastruktur, Ideen und Mut. Beim 17. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber ausgetauscht, wie Wertschöpfung im ländlichen Raum gestärkt werden kann.
Der Gastgeber, Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, verwies auf die wirtschaftliche Rolle der ländlichen Regionen. Dort erzeugte Produkte brauchen Absatzmärkte auch jenseits der Region. Um die Wertschöpfung zu steigern, warb er deshalb für ein engeres Miteinander mit den Ballungszentren.
Eine Rolle spielen etwa neue Kooperationsmodelle für kurze Wertschöpfungsketten und die Versorgung mit frischen und gesunden Lebensmitteln. Auch nachhaltigere Verwendungen von landwirtschaftlichen Flächen können für die Gemeinschaft ein Gewinn sein. Ob man alte Nutzpflanzensorten wieder aufleben lässt, Moore wieder vernässt oder sanften Tourismus betreibt: Auf diese und andere Weisen bieten sich auch neue Einkommensquellen für Landwirte an. „Wichtig ist, dass die Menschen von dieser Wertschöpfung auch fair profitieren können“, sagt Özdemir.
Soziale Wertschöpfung und Demokratie
Der Bundeslandwirtschaftsminister wies auch auf eine soziale Wertschöpfung hin, wenn sich im ländlichen Raum viele Menschen ehrenamtlich engagierten. „Damit tun sie nicht nur sich selber und den Menschen, denen sie unmittelbar helfen, was Gutes, sondern sie stärken damit auch unsere Demokratie.“
Neben mehr Wertschöpfung auf dem Land bedürfe es einer höheren Wertschätzung des Handwerks, sagte der Co-Gastgeber des Zukunftsforums, Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Er wies darauf hin, dass sich ein Großteil aller handwerklichen Betriebe im ländlichen Raum befinden. Und diese benötigten auch künftig Fachkräfte. „Die Zukunft Deutschlands entscheidet sich maßgeblich auf dem Land.“ Nicht nur seien die Regionen Träger der Energiewende, sie hätten zugleich große Potenziale und Chancen.
„Land.schöpft.Wert – Starke ländliche Regionen“: Lesen Sie hier mehr über das 17. Zukunftsforum Ländliche Entwicklung.
Funktionierende Regionen als Vorbild
In dieser Legislaturperiode hat die Bundesregierung die Weichen dafür gestellt, dass die vielfältigen Entwicklungspotentiale im ländlichen Raum besser genutzt werden können, zum Beispiel bei der regionalen Daseinsvorsorge. „Damit können wir Transformationsprozesse in strukturschwachen ländlichen Regionen künftig besser flankieren“, so Habeck.
Die ländliche Entwicklung fängt nicht bei Null an. Es gibt entsprechend gut funktionierende oder wieder gut funktionierende Regionen, die ihr wirtschaftliches Tief überwunden haben. Sie können mit Best-Practice-Beispielen anderen helfen, schneller und nachhaltiger mehr Wert zu schöpfen. In 28 Foren konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums auch hierüber einen Einblick bekommen.
Attraktiv ist die Arbeit auf dem Land auch dann, wenn Arbeitsbedingungen interessant sind: In diesem Kontext diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformationen und darüber, welche Bedeutung die Digitalisierung bereits hat und noch haben kann.
Nicht zuletzt befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Frage, wie die regionale Wertschöpfung als Motor für Klimaschutz und Nachhaltigkeit genutzt werden kann. In allen Foren ging es implizit um das verfassungsrechtliche Ziel, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse anzustreben.
Gemeinsam anpacken
Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir: „Egal ob Energieversorgung und Mobilität der Zukunft, regionale Wirtschaftskreisläufe oder besserer Schutz vor Extremwettern – die ländlichen Räume spielen bei der Entwicklung und Umsetzung von Lösungen eine Schlüsselrolle.“ Viele Menschen packten hier gemeinsam an, engagierten sich ehrenamtlich und schafften Gemeinschaft.
„Wenn wir die Potenziale der ländlichen Räume noch stärker fördern und heben, sind sie unsere Pioniere und Zukunftsgestalter für eine engagierte Bürgergesellschaft und einen neuen Wohlstand“, so der Minister. Für ihn fuße dieser neue Wohlstand immer mehr auf einer nachhaltigeren Art des Wirtschaftens. Denn sie funktionierten mit kurzen Wertschöpfungsketten und einer regionalen Verarbeitung, vor allem aber seien sie ganzheitlich.