Lernen vor Ort

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Mann und jüngere Frau am Computer

Beratung in allen Bildungsfragen

Foto: REGIERUNGonline / Rebekka Brather

Schon in ihrem Dresdner Kindergarten liebte es die fünfjährige Hanna zu singen und zu sprechen. Die Einschulung naht und ihre Eltern wissen nicht so recht, welche Schule für sie richtig ist. Auf dem Nachhauseweg kommt Hannas Mutter an einer "Bildungshaltestelle" vorbei. Die hier arbeitenden Bildungsberaterinnen und –berater können auf alle Fragen rund um das Thema Bildung angesprochen werden. Sie geben Hannas Mutter Tipps und Adressen, wie ihre Tochter weitergefördert werden kann. Dabei geht es nicht nur um die künftige Schule sondern auch um Freizeitangebote und den Besuch der nahegelegenen Bibliothek. 

Bildungshaltestelle ist ein merkwürdiger Name für eine Beratungsstelle. Sie erklärt sich durch den Namen des neuartigen Beratungskonzepts: "Dresdner Bildungsbahnen". Dieses Projekt ist noch Zukunftsmusik, könnte aber schon in Kürze Wirklichkeit werden. 

Unterstützung für gute Ideen Die Stadt Dresden hat es entwickelt und eine Förderung aus dem großen Programm des Bundes für lebensbegleitendes Lernen: "Lernen vor Ort" beantragt.

Anlaufstelle für alle Bildungsfragen

Entscheidender Gedanke des Programms ist es, eine Anlaufstelle für die gesamte Beratung in allen Bildungsfragen direkt vor Ort zu haben. Bildung ist nichts Abstraktes, das von oben verordnet werden kann. Aus- und Fortbildung geschieht in den Gemeinden. In Zukunft sollen die wichtigsten Probleme des Bildungswesens mit den regionalen Möglichkeiten unterstützt werden. Vierzig Kommunen, die in einem bundesweiten Wettbewerb ermittelt wurden, erhalten rund 60 Millionen Euro Fördergelder gemeinsam vom Bund und dem Europäischen Sozialfonds.

Sie beraten Eltern über den besten Bildungsweg für ihre Kinder und erarbeiten Konzepte für bessere Angebote in der Umgebung. Das kann bei der Suche nach einer Bildungseinrichtung sein, bei der Frage nach den eigenen Fähigkeiten in Verbindung mit der Berufswahl. Es kann aber auch die Frage sein, wie man sich selbst als Berater nützlich machen kann. Unterstützt werden die Kommunen dabei von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutscher Stiftungen, die in ihrer Region ihre Erfahrungen in Form von Patenschaften einbringen und Netzwerke und Kontakte zur Verfügung stellen.  

Ausgangspunkt für Bildungsprozesse in den verschiedenen Lebensphasen ist die Umgebung, in der man aufwächst. Hier fällt schon die Entscheidung, ob die Bildung, die im eigenen Umfeld angeboten wird, für das Kind oder den Jugendlichen geeignet ist. Hier werden die Grundlagen für die späteren beruflichen Perspektiven in der eigenen Region gelegt.

umbruch

Unterschiedliche Bedürfnisse

Offensichtlich ist dabei, dass in den Städten ganz andere Bedürfnisse bestehen als auf dem Land. Selbst in einer Stadt wie Leipzig sollen die Planungen auch noch stadtteilbezogen, je nach Ausrichtung der Bevölkerung, stattfinden. Die Partnerschaft von Bund, Kommunen und Stiftungen hat sich viel vorgenommen. Regionale Besonderheiten wie Integration, die Altersstruktur des Gebietes, die Kultur, die Wirtschaft, Technik und Umwelt des Landkreises sollen bei allen Planungen berücksichtigt werden. Durch Mundpropaganda möchte man auf die "Hilfestationen vor Ort" aufmerksam machen. 

Bei den Dresdener Verkehrsbetrieben zum Beispiel sprechen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Fahrgäste an und machen sie auf die Beratungsangebote in den "Bildungshaltestellen" aufmerksam und laden sie zu einem Kennenlernbesuch ein. Auch Hannas große Schwester Sophia – fünfzehn Jahre alt – profitiert bei der Suche nach einem Praktikumsplatz von "Lernen vor Ort". Sie möchte das Praktikum so wählen, dass die Erfahrungen ihr dann auch bei der späteren Berufswahl helfen. Da hört sie von ihrer Mutter von den "Bildungshaltestellen" in Dresden. Sie besucht die "Haltestelle" und eine ehrenamtlich tätige Bildungslotsin nimmt sich ihrer an. Mit ihrer Hilfe "ordnet" sie ihre Vorlieben, Ideen und noch sehr vagen Berufswünsche. So findet sich bald eine Richtung. Die Lotsin steht auch noch bei der Suche nach geeigneten Betrieben zur Seite.

Vierzig Kommunen beteiligen sich

Vierzig Kommunen, die in einem bundesweiten Wettbewerb ermittelt wurden, erhalten rund 60 Millionen Euro Fördergelder gemeinsam vom Bund und dem Europäischen Sozialfonds. Sie beraten Eltern über den besten Bildungsweg für ihre Kinder und bei der  Berufswahl. Außerdem erarbeiten sie Konzepte für bessere Angebote in der Umgebung.

Unterstützt werden die Kommunen dabei von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutscher Stiftungen, die in ihrer Region ihre Erfahrungen in Form von Patenschaften einbringen und Netzwerke und Kontakte zur Verfügung stellen.

Die Partnerschaft von Bund, Kommunen und Stiftungen hat sich viel vorgenommen. Regionale Besonderheiten wie Integration, die Altersstruktur des Gebietes, die Kultur, die Wirtschaft, Technik und Umwelt des Landkreises sollen bei allen Planungen berücksichtigt werden.