Neu denken bei der Rohstoffversorgung

Bundeskanzler bei BGR Neu denken bei der Rohstoffversorgung

Ob Smartphone oder Auto – täglich nutzen wir Produkte, die aus Rohstoffen bestehen. Wo kommen die Rohstoffe her und wie kann die Versorgung gesichert werden? Mit dem Krieg in der Ukraine sind diese Fragen wichtiger denn je. Bei seinem Besuch der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sprach der Kanzler über die Versorgungssituation in Deutschland.

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Bundeskanzler Scholz bei seinem Besuch der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.

Bundeskanzler Scholz bei seinem Besuch der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

„Mit unserem Wissensstand und unseren Absichten können wir dazu beitragen, dass die Rohstoffe, die wir brauchen, auf faire Weise gewonnen, verarbeitet und genutzt werden, auf eine Art und Weise, die gut für die Umwelt ist“, so Bundeskanzler Scholz bei seinem Besuch der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Dabei stand die Frage der Rohstoffversorgung Deutschlands im Mittelpunkt.

„Spätestens mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine haben wir gelernt, dass wir alles dafür tun müssen, nicht von Lieferketten abhängig zu sein, die wir nicht ausreichend beeinflussen können. Das wird nicht immer gelingen, denn nicht alle Rohstoffe, die wir brauchen, kommen in Deutschland vor“, erläuterte Kanzler Scholz. „Dann müssen wir mit möglichst vielen Partnern in aller Welt Strukturen schaffen, die eine sichere Rohstoffversorgung Deutschlands gewährleisten.“

Rohstoffstrategie der Bundesregierung

Rohstoffe stehen am Anfang der Produktion und sind damit von grundlegender Bedeutung für die deutsche Industrie. Um die Rohstoffversorgung der Wirtschaft langfristig sicherzustellen, hat die Bundesregierung im Januar 2020 eine neue Strategie verabschiedet . Aktuell arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium an weiteren Maßnahmen. Diese sollen die Rohstoffstrategie nicht ersetzen, sondern bieten vielmehr eine Ergänzung.

Die derzeitige Strategie besteht aus 17 konkreten Maßnahmen, wie beispielsweise das Monitoring der Deutschen Rohstoffagentur . Hier werden die Preisentwicklungen und Angebots- und Nachfragetrends für mineralische Rohstoffe und ausgewählte Zwischenprodukte beobachtet. Auf diese Weise können deutsche Unternehmen frühzeitig potenzielle Preis- und Lieferrisiken sowie kritische Entwicklungen auf den Märkten erkennen und passende Ausweichstrategien entwickeln. Hinzu kommt die  Forschung und Entwicklungs-Förderung von Projekten zu Rohstoffverarbeitung und Leichtbau, ebenso wie ein neuer Dialogprozess mit Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung.

Schlüssel für digitalen Wandel in Europa

„Auch im Bereich Rohstoffrecycling können wir wichtige Technologien entwickeln und voranbringen“, sagte Kanzler Scholz. „In meiner Prager Rede über eine geopolitische, souveränere Europäische Union habe ich die Kreislaufwirtschaft als ein großes Thema benannt. Natürlich steckt das alles noch in den Anfängen. Aber wer nicht anfängt, kommt nirgendwo an.“

Kritische Rohstoffe sind der Schlüssel des grünen und digitalen Wandels in Europa. Im März 2022 betonte der Europäische Rat daher, dass die Versorgung mit kritischen Rohstoffen gesichert werden sollte, um die strategischen Abhängigkeiten der EU zu verringern. In ihrem Arbeitsprogramm für 2023 bestätigte die Kommission dann, dass sie EU-Recht zu wichtigen Rohstoffen vorschlagen wird.

Deutschland gewinnt seine Baurohstoffe, vor allem Sand und Kies, gebrochene Natursteine, Kalk- und Mergelsteine, sowie verschiedene Industrieminerale, insbesondere Steinsalz, Kalisalze, Quarzsand/-kies und Flussspat, aus heimischen Lagerstätten. Die Nachfrage nach Rohstoffen , die für Technologien zur Erreichung der Klimaneutralität unerlässlich sind, wird deutlich ansteigen, wie Lithium als zentraler Bestandteil von Batterien von Elektroautos, oder Seltenen Erden, Nickel und Kobalt. Allerdings: Viele dieser Rohstoffe müssen importieren werden.