Erstmals hat die Bundesregierung eine nationale Strategie vorgelegt, um Deutschland wieder an die Spitze der wichtigsten Zukunftsmärkte zu führen.
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Hightech in Wirtschaft und Wissenschaft
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Die "Hightech-Strategie für Deutschland" zielt auf eine enge Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Ideen müssen zünden. Sie müssen in marktfähige Produkte umgewandelt werden. Je besser dies gelingt, desto höher ist die Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft. Es entstehen neue Arbeitsplätze und Wohlstand.
Wie geht das? Indem Unternehmen mit Hochschulen und Forschungsinstituten enger zusammenarbeiten. Für 17 Zukunftsfelder hat die Bundesregierung Innovationsstrategien entwickelt. An die Stelle punktueller Kooperationen sind dabei längerfristige strategische Partnerschaften getreten.
Die Hightech-Strategie ist Forschung aus einem Guss: Forschungsförderung und ihre Rahmenbedingungen, wie Regulierung, Normung und Schutz geistigen Eigentums, werden zu einer strategischen Innovationspolitik gebündelt.
Mehr Geld für Forschung und Entwicklung
Wie kann sich Deutschland im globalen Wettbewerb behaupten? Kosten immer mehr drücken ist kein deutscher Weg. Vielmehr muss die deutsche Wirtschaft so viel besser sein, wie sie teurer ist. Forschung und Entwicklung ist ein Garant dafür, dass deutsche Unternehmen wettbewerbsfähige Produkte auf den Markt bringen.
Staat und Wirtschaft wollen deshalb drei Prozent des Bruttoinlandproduktes für Forschung und Entwicklung ausgeben. Dieses bis 2010 zu erreichende Ziel hat die Europäische Union in ihrer Lissabon-Strategie formuliert. Der Bund leistet seinen Beitrag: 14,6 Milliarden Euro fließen bis zum Jahr 2009 in die Hightech-Strategie.
Innovationsstrategien für die 17 wichtigsten Zukunftsfelder
Die Hightech-Strategie legt konkrete Ziele für 17 Zukunftsfelder fest. Für jedes Feld gibt es einen klaren Fahrplan. Dabei werden Forschungsförderung und Rahmenbedingungen stets gemeinsam betrachtet.
Erstmals hat die Bundesregierung durch eine Stärken-Schwächen-Analyse ein klares Profil dafür geschaffen, wo Deutschland in den verschiedenen Zukunftsfeldern steht. Damit zeigt sich auch, wo noch besonders viel zu tun ist.
Hauptziel ist es, neue Märkte für Produkte und Dienstleistungen zu erschließen oder bestehende Märkte zu Leitmärkten auszubauen. Derartige Branchen, in denen deutsche Firmen technologisch führen, sind etwa der Automobil- und Maschinenbau sowie Medizin- und Umwelttechnik. Hier zählt nicht nur, wie innovativ Produkte sind, sondern auch, wie sehr sie sich auf dem Markt etablieren konnten.
Zu den wichtigsten Feldern der Hightech-Strategie gehören die Klima-, Gesundheits-, Sicherheits- und Energieforschung. Auch Schlüsseltechnologien wie die Nano-, Bio- oder die Informations- und Kommunikationstechnologien sind wichtige Bestandteile der Strategie. In diesen Bereichen sind die Zukunftschancen der deutschen Wissenschaft und Wirtschaft besonders günstig.
Neue Impulse durch Querschnittsaktivitäten
Neben der Förderung dieser vielversprechenden Hightech-Felder unterstützt die Bundesregierung auch übergreifende Querschnittsmaßnahmen. 2,7 Milliarden Euro stehen hierfür bereit.
Die Bundesregierung fördert damit unter anderem Kooperationen und Gemeinschaftsprojekte von Wirtschaft und Wissenschaft so stark wie noch nie. Etwa durch die Einführung einer Forschungsprämie oder durch die Förderung von herausragenden Einrichtungen. Aber auch dadurch, dass die besten Beispiele für die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft sichtbar gemacht werden. Zum Beispiel durch den Wettbewerb "Austauschprozesse zwischen Hochschulen und Unternehmen".
>> Informationen zum Wettbewerb
Die Wege von der Entwicklung zum Markt sollen kürzer und schneller werden. Auch dies ist eine wichtige Querschnittsaufgabe. Neue Förderinstrumente lassen Ideen und Forschungsergebnisse schneller und unbürokratischer auf ihre wirtschaftliche Anwendbarkeit und Verwertbarkeit überprüfen.
Richtige Rahmenbedingungen und Anreize setzen
Die einzelnen Innovationsstrategien und Querschnittsaufgaben will die Bundesregierung mit guten Rahmenbedingungen flankieren.
Sie unterstützt besonders Hightech-Gründungen und den innovativen Mittelstand. Dies geschieht durch die Unternehmenssteuerreform und den fortlaufenden Bürokratieabbau. Die Finanzierung von Forschungsvorhaben durch Banken und Investoren soll erleichtert, die Bedingungen für Wagniskapital verbessert werden.
Schließlich wird verstärkt in die Köpfe investiert, da die Zukunft entscheidend von der beruflichen Qualifikation der Menschen abhängt. Das Bildungs- und Ausbildungswesen hat höchste Priorität. Es soll die Potenziale eines jeden Menschen in Deutschland bestmöglich fördern. Mit einer ressortübergreifenden Qualifizierungsinitiative noch in diesem Herbst reagiert die Bundesregierung auf den sich verstärkenden Fachkräftenachwuchs.
Bund und Länder wollen Hochschulen in die Lage versetzen, einer stark steigenden Zahl von Studierenden eine hochwertige wissenschaftliche Ausbildung anzubieten. Spitzenbegabungen sollen besonders unterstützt werden. Gute Arbeitsbedingungen machen Deutschland für Wissenschaftler und Fachkräfte aus dem Ausland attraktiv.
Auf den Prüfstand
Die Hightech-Strategie wird regelmäßig auf den Prüfstand gestellt. Die Bundesregierung zieht eine erste Bilanz im Herbst 2007. Ab dem Jahr 2008 dokumentiert der Bundesbericht "Forschung und Innovation" die Fortschritte.
Regelmäßige Gespräche mit Wissenschaft und Wirtschaft in der neu eingerichteten Forschungsunion helfen, die Innovationsstrategien umzusetzen und fortzuentwickeln.