Deutschland-Monitor 2025
Welche Themen bewegen die Menschen in Ost- und Westdeutschland? Wie blicken sie auf Politik und gesellschaftlichen Wandel? Der Deutschland-Monitor 2025 thematisiert Veränderungsbereitschaft – und unter welchen Bedingungen Reformen Zustimmung finden.
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Um Veränderungen in Bereichen wie Wirtschaft, Klima, Migration, Verteidigung oder Digitalisierung zu erreichen, sind viele Menschen bereit, Belastungen mitzutragen.
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Wie offen sind die Menschen in Deutschland für Veränderungen? Sind sie reformmüde – oder veränderungsbereit? Der Deutschland-Monitor 2025 zeigt: Von Veränderungsmüdigkeit kann keine Rede sein.
Ressourcen schaffen Offenheit
Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, hat den Bericht vorgestellt, und den Bezug zwischen persönlichen Ressourcen und Offenheit für Veränderung betont. Wer über höheres Einkommen und Bildungsniveau verfügt oder wer in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit Veränderungen gemacht hat, steht gesellschaftlichem Wandel aufgeschlossener gegenüber.
„Der Deutschland-Monitor 2025 zeigt: Die Akzeptanz von Veränderungen steigt mit den persönlichen Ressourcen der Menschen. Für mich bedeutet das: Sichere Arbeitsplätze und faire Löhne durch wirtschaftliches Wachstum, gute Bildung und ein starker Sozialstaat sind die Basis, um die Unterstützung der Menschen zu gewinnen,“ so Kaiser.
Kaum Unterschiede zwischen Ost und West
Bemerkenswert ist, dass sich zwischen Ost und West kaum Unterschiede zeigen. Ein knappes Viertel der Befragten ist offen und bereit für gesellschaftlichen Wandel. Mehr als die Hälfte steht ihm ambivalent gegenüber. Ein Viertel sieht Wandel grundsätzlich kritisch und lehnt ihn eher ab.
Viele Menschen sind für Veränderungen in Bereichen wie Wirtschaft, Klima, Migration, Verteidigung oder Digitalisierung bereit – auch, wenn sie Belastungen mit sich bringen. Die Bereitschaft steigt, wenn Belastungen als sozial- und generationengerecht empfunden werden. Sie steigt auch, wenn der Staat als handlungsfähig wahrgenommen wird und wenn Entscheidungen nachvollzogen werden können.
Für die Ostbeauftragte gibt der Bericht Rückenwind für die Reformvorhaben der Bundesregierung. „In Zeiten multipler Krisen und Herausforderungen muss Politik Sicherheit und Gestaltungswillen ausstrahlen. Deshalb greifen wir bei unseren Reformen die Sorgen der Menschen auf und geben ihnen Sicherheit im Wandel.“
Zustimmung zur Demokratie hoch
Die Zustimmung zur Demokratie als Staatsform ist mit 98 Prozent sehr hoch. Deutlich geringer fällt jedoch die Zufriedenheit mit dem tatsächlichen Funktionieren der Demokratie in Deutschland aus: das sind nur noch 60 Prozent. Dieser Wert ist im Westen seit 2023 stabil. Im Osten liegt er niedriger, ist aber zuletzt spürbar gestiegen (2023: 43 Prozent, 2025: 51 Prozent).
Rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre sehen 71 Prozent der Befragten eine eher negative Entwicklung der Demokratie in Deutschland. Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung bei Personen mit populistischen Einstellungen (85 Prozent).
Der Deutschland-Monitor erscheint seit 2023 jährlich und wird durch die Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland gefördert. Erarbeitet wird die Studie vom Zentrum für Sozialforschung Halle, die Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Mannheim. Der Deutschland-Monitor ist eine regional differenzierte Untersuchung, die die Beständigkeit und den Wandel der politischen und gesellschaftlichen Stimmungslagen und Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger in Ost- und Westdeutschland analysiert.