Staatsministerin für Kultur und Medien

Deutscher Verlagspreis

Unabhängige Verlage ausgezeichnet

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat auf der Frankfurter Buchmesse zum ersten Mal den Deutschen Verlagspreis verliehen. 67 Verlage konnten sich über die Auszeichnung freuen. Grütters möchte mit dem Preis das Engagement gerade der kleinen unabhängigen Verlagen honorieren, die "ganz wesentlich zu literarischer Vielfalt und damit auch zu einer lebendigen demokratischen Debattenkultur beitragen."

Die Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Verlagspreises 2019

Glücklicher Gewinner: 67 Verlage wurden mit dem neu geschaffenen Deutschen Verlagspreis ausgezeichnet.

Foto: Sebastian Reimold/BKM

In Deutschland gibt es eine außergewöhnlich vielfältige Verlagslandschaft. Dafür sorgen vor allem die vielen kleinen und mittleren Verlage. Ohne das Engagement dieser Verlegerinnen und Verleger wäre "die Buchkultur in Deutschland um einiges ärmer – und damit auch das Spektrum an Meinungen und Perspektiven im öffentlichen Diskurs“, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Preisverleihung auf der Frankfurter Buchmesse.

Zeichen der Solidarität

Der Preis sei als Rückendeckung für kleine Verlage in Zeiten bedrohlicher Konzentrationsentwicklungen auf dem Buchmarkt zu verstehen, so Grütters weiter. Die Freiheit des Wortes brauche das dauerhafte Engagement überzeugter Demokratinnen und Demokraten. „Sie braucht weiterhin verlegerischen Mut, Weltverständnis und Liebe zur Kultur - für die Kraft des besseren Arguments, für publizistische und literarische Vielfalt und für eine Lesekultur, die diesen Namen auch verdient.“

Anliegen der Bundesregierung sei es deshalb, die Verdienste der Verlegerinnen und Verleger für die Buchkultur und die Meinungsvielfalt mit dem Deutschen Verlagspreis in der Öffentlichkeit noch sichtbarer zu machen.

67 Verlage ausgezeichnet

In Frankfurt konnten sich jetzt 67 unabhängige Verlage über die Auszeichnung freuen, die in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben wurde. Der Deutsche Verlagspreis ist mit insgesamt 1.080.000 Euro dotiert. Die drei mit je 60.000 Euro dotierten Spitzenpreise gingen an den Hädecke-Verlag aus Weil der Stadt, den kookbooks-Verlag aus Berlin und den Verlag Spector Books aus Leipzig.

Preise in drei Kategorien

Der Hädecke Verlag sei „eine Oase in der Wüstenei der Kochbuchszene“, so die Jury. „Bei Hädecke lässt sich erfahren, wie die Welt schmeckt.“ Der kookbooks Verlag habe die deutschsprachige Literaturlandschaft wie kein anderer Verlag von Grund auf verändert: „Ohne Übertreibung kann man sagen, dass dieser Verlag für die Dichtung des 21. Jahrhunderts steht, aber auch in der essayistischen Prosa neue Maßstäbe gesetzt hat“, heißt es in der Begründung. Spector Books überzeugte durch das klare verlegerische Konzept und dessen internationale Ausstrahlung. Die künstlerisch anspruchsvollen Bücher würden nach Auffassung der Jury „selbst zur Bühne und Plattform des formalen und inhaltlichen Austauschs.“   

60 Verlage erhielten jeweils 15.000 Euro für ihre herausragende verlegerische Arbeit. Mit undotierten Anerkennungen wurden die Wissenschaftliche Buchgesellschaft, der Verlag Schwaneberger, die Edition Michael Fischer und der Reclam Verlag geehrt. Sie zeigten „auf erstaunliche Weise, wie sich Tradition und Zukunftsfähigkeit verbinden lassen und wie die dafür nötigen Transformationsprozesse gelingen können“, so die Jury. 

Ausgewählt wurden die Preisträger aus insgesamt 312 Bewerbungen von einer unabhängigen Jury unter dem Vorsitz des Literaturkritikers Denis Scheck. Partner des Deutschen Verlagspreises sind die Kurt-Wolff-Stiftung und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.