Wissenschaftsrat schlägt weitreichende Reformen vor

Stiftung Preußischer Kulturbesitz Wissenschaftsrat schlägt weitreichende Reformen vor

Der Wissenschaftsrat hat in Berlin "Strukturempfehlungen zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz" vorgestellt. Die Veröffentlichung des Gutachtens markiere den Beginn eines substanziellen Reformprozesses, erklärte Kulturstaatsministerin Grütters.

Blick auf die James-Simon-Galerie und das Pergamon Museum in Berlin

Die James-Simon-Galerie: Das neue Tor zu Museen der SPK auf der Berliner Museumsinsel.

Foto: Staatliche Museen zu Berlin/David von Becker

Im Koalitionsvertrag hatte die Bundesregierung vereinbart, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) gemeinsam mit den Ländern "an die Anforderungen eines modernen Kulturbetriebs mit internationaler Ausstrahlung auf Grundlage einer Evaluierung durch den Wissenschaftsrat anzupassen".

Heute hat der Wissenschaftsrat in Berlin die Ergebnisse der Evaluierung vorgestellt. Das Gutachten bedeute eine Zäsur in der gut 60-jährigen Geschichte der Stiftung, erklärte Kulturstaatsministerin Grütters. Es enthalte eine fundierte Analyse der bestehenden Stärken und Probleme dieser Institution, zugleich präsentiere es mutige, weitreichende Reformvorschläge, erklärte Grütters weiter. Die Kulturstaatsministerin ist Vorsitzende des Stiftungsrats.

SPK offen für Reformen

Für Grütters markiert die Vorlage des Gutachtens den Beginn eines substanziellen Reformprozesses für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. An diesem Prozess sollen nicht nur der Präsident, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung sowie die Gremien und die Länder, sondern auch der Stiftungsrat und das Parlament beteiligt werden.

"Mich beeindruckt die Haltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, seines Präsidenten Hermann Parzinger und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit Engagement und großer Offenheit diesem Evaluierungsverfahren gestellt haben. Ohne sie wäre das Gutachten nicht so fundiert und umfassend geworden. Das beweist, dass auch innerhalb der Stiftung eine große Offenheit für sinnvolle Reformen vorhanden ist", so Grütters weiter.

Der Wissenschaftsrat ist eines der wichtigsten wissenschaftspolitischen Beratungsgremien in Deutschland. Er berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder. Das jetzt vorgestellte Gutachten wurde am 10. Juli 2020 verabschiedet. Weitere Informationen finden Sie hier.

Größte Kultureinrichtung Deutschlands

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ist die größte Kultureinrichtung in Deutschland. Zu ihr gehören die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatsbibliothek zu Berlin sowie das Geheime Staatsarchiv, das Ibero-Amerikanische Institut und das Staatliche Institut für Musikforschung - Musikinstrumenten-Museum.

Die Stiftung wird vom Bund und den 16 Ländern gemeinsam finanziert. Der jährliche Zuschuss für den Betriebshaushalt liegt 2020 bei rund 190 Millionen Euro, davon zahlt der Bund 75 Prozent, die Länder 25 Prozent. Der vom Bund allein finanzierte Bauhaushalt beträgt 2020 118 Millionen Euro.