100 Jahre Bauhaus

Spatenstich für neues Bauhaus-Archiv

40 Jahre nach seiner Eröffnung wird das von Walter Gropius entworfene Bauhaus-Archiv in Berlin saniert und um einen Neubau erweitert. Kulturstaatsministerin Grütters hat den ersten Spatenstich gesetzt. "Mit der besucherfreundlichen Atmosphäre der neuen Räumlichkeiten wird das Bauhaus-Archiv ein angemessenes Forum für die Auseinandersetzung mit dem Vermächtnis des Bauhauses schaffen - mitten im Herzen der Hauptstadt", erklärte sie.

Vorstandsvorsitzender Markus Klimmer, Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher, Direktorin Annemarie Jaeggi, Kulturstaatsministerin Monika Grütters (3. v.r.), Architekt Volker Staab, Kultursenator Klaus Lederer

Feierlicher Spatenstich mit der Kulturstaatsministerin (3 v.r.)

Foto: Bauhaus-Archiv/Catrin Schmitt

10.000 Pläne aus der Architektursammlung, eine grafische Sammlung von ebenfalls 10.000 Blatt sowie ein Fotoarchiv mit 70.000 Aufnahmen und dazu zahlreiche Objekte sowie Möbel aus sämtlichen Entwicklungsphasen des Bauhauses - für die weltweit größte und bedeutendste Bauhaus-Sammlung war das denkmalgeschützte Museum für Gestaltung schon früh zu klein geworden.

Herzstück der Sammlung ist der Nachlass von Bauhaus-Gründer Walter Gropius sowie vieler weiterer berühmter Bauhäusler wie Herbert Bayer, Lucia Moholy und Georg Muche. Bislang können jedoch nur Bruchteile dieses geschichtsträchtigen Erbes gezeigt werden. Vieles lagert von der Öffentlichkeit ungesehen im Depot.

Bau zwischen neuer und alter Stilistik

Das soll sich ab 2023 ändern. Bis dahin entsteht neben dem Bestandsgebäude ein fünfgeschossiger Glasturm nach dem Entwurf von Volker Staab. Der Neubau wird künftig als Haupteingang die Gäste der Museumsausstellung in Empfang nehmen. Ausstellungsflächen von rund 2.000 Quadratmetern bieten dann den lang ersehnten Platz, um viel mehr Objekte als bisher zeigen zu können. Ein langgestreckter zweigeschossiger Gebäuderiegel umrahmt den entstehenden Platz rund um den neuen Haupteingang und schafft Platz für einen Museums-Shop sowie ein Café.

Mit Blick auf den Architektenentwurf erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters beim ersten Spatenstich: "Das neue Gesamtensemble lotet das Spannungsverhältnis zwischen alter und neuer Stilistik überzeugend aus." Es greife die typischen Charakteristiken des Bauhauses auf, so Grütters weiter, und überführe sie in eine zeitgenössische Ästhetik. "Mit der großzügigen, hellen, besucher- und benutzerfreundlichen Atmosphäre lädt es ein zur Beschäftigung mit ästhetischen und sozialen Konzepten, die über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus unsere Gegenwart prägen."

Bund unterstützt Museumsneubauten

Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben in Höhe von 64,316 Millionen Euro trägt der Bund anteilig mit 29,4 Millionen Euro aus dem Etat der Kulturstaatsministerin. 1,2 Millionen Euro stehen davon für die neue Dauerausstellung bereit.

Insgesamt beteiligt sich der Bund mit 57 Millionen Euro zum 100. Jubiläum der berühmten Kunstschule für Architektur an der Errichtung neuer Bauhaus-Museen in Weimar, Dessau und Berlin. Ziel ist es, den Besuchern aus aller Welt die Kunstwerke aus Architektur, Kunst- und Produktdesign angemessen präsentieren zu können.

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