Deutscher Kurzfilmpreis 2018 verliehen

Am Anfang war der Kurzfilm

Kulturstaatsministerin Grütters hat in Potsdam den Deutschen Kurzfilmpreis 2018 verliehen. "Damit wir auch in Zukunft hochwertige deutsche Kurzfilme sehen dürfen, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden", will der Bund die Produktionsförderung für Kurzfilme im kommenden Jahr auf bis zu 500.000 Euro verdoppeln, kündigte die Staatsministerin an.

Kurzfilmpreis Filmszene The Bitter with the Sweet

Sieger in der Kategorie Dokumentarfilm bis 30 Minuten Laufzeit wurde „The Bitter with the Sweet“

Foto: Ann Sophie Lindström

Zwölf Kurzfilme waren in diesem Jahr im Rennen um den begehrten Deutschen Kurzfilmpreis angetreten. Ausgestattet mit insgesamt 275.000 Euro ist er der bedeutendste und höchstdotierte Kurzfilmpreis Deutschlands.

Welches Renommee der Deutsche Kurzfilmpreis international hat, "zeigt sich daran, dass sich fast alle Siegerfilme automatisch für das Auswahlverfahren der Oscars qualifizieren", unterstrich Kulturstaatsministerin Grütters in ihrer Rede zu Beginn der Preisverleihung im Waschhaus Potsdam. Ausgerichtet wurde sie in Zusammenarbeit mit der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF.

Bund verdoppelt 2019 Produktionsförderung

Grütters bezeichnetet es als ein "Herzensanliegen, dass wir auch in Zukunft hochwertige deutsche Kurzfilme sehen dürfen, die unter fairen Bedingungen hergestellt wurden." Daher werde sie die Produktionsförderung für Kurzfilme im kommenden Jahr auf bis zu 500.000 Euro verdoppeln, kündigte die Kulturstaatsministerin an. "Zugleich verdoppeln wir die Förderhöchstbeträge für die jeweilige Produktion auf bis zu 30.000 Euro. Auch in der Zukunft gilt: Der Kurzfilm lebt!"

Und wofür das alles?

Es war der Kurzfilm, mit dem alles begann, so Grütters. "Damit ging es los, seinerzeit im Paris der Brüder Lumière, in Max und Emil Skladanowskys Berliner Wintergarten, in New Jersey, wo Edwin Porter 1903 The Great Train Robbery, den ersten Western, drehte: 12 Minuten Action pur." Abseits vom 45-90-Schema des Fernsehens oder der Ökonomie des Werbefilms probiere der Kurzfilm Visionen aus und skizziere Geschichten oder Situationen, erklärte Grütters weiter.

"Wenn wir Experimente vermeiden, wenn wir uns an ästhetische Gewohnheiten klammern, verliert das Kino den Kontakt zu denen, die es tragen: seinen Zuschauerinnen und Zuschauern", fügte die Staatsministerin hinzu. "Ich glaube, dass der Kurzfilm ein entscheidender Schlüssel ist zu diesen notwendigen Innovationen. Wo sonst sollen wir das Ungesehene, Ungedachte, Unerwartete ausprobieren?"

Die Siegerfilme des Jahres 2018

Preise gab es in fünf Kategorien: Dokumentar-, Animations-, Experimental- und Spielfilm. Zudem verlieh die Kulturstaatsministerin auch den mit 20.000 Euro dotierten Sonderpreis für sogenannte mittellange Filme.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Kurzfilmpreises 2018 sind:

Spielfilm von mehr als 10 bis 30 Minuten: "Rå" von Sophia Bösch

Spielfilm bis 10 Minuten: "Hostel" von Daniel Popat

Dokumentarfilm bis 30 Minuten: "The Bitter with the Sweet" von Ann Sophie Lindström und Uwe H. Martin

Animationsfilm bis 30 Minuten: "Räuber & Gendarm" von Florian Maubach

Experimentalfilm bis 30 Minuten: "Call of Comfort" von Brenda Lien

Sonderpreis: "IMPREZA - DAS FEST" von Julian Anselmino

Anreiz für neue Stoffe

Die Gewinnerinnen und Gewinner der Kurzfilmpreise erhalten je eine Prämie von 30.000 Euro. Bereits eine Nominierung ist mit 15.000 Euro dotiert, die auf die Auszeichnungsprämie angerechnet wird. Die Prämie für den Sonderpreis beträgt 20.000 Euro. Die Prämien müssen zweckgebunden für die Herstellung eines neuen Kurzfilms, eines Films mit künstlerischem Rang oder für eine Projektvorbereitung verwendet werden.

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