Anlässlich des 30. Jahrestages der Besetzung der Berliner Stasizentrale erklärte Kulturstaatsministerin Monikas Grütters:

„Die ehemalige Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) ist ein Ort, der uns heute das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen auf beklemmende Weise nahebringt. Die dort aufbewahrten Stasi-Akten helfen uns zu verstehen, wie die SED-Diktatur funktionierte: Sie bespitzelte Menschen bis in die intimsten Bereiche ihres Lebens hinein, schikanierte sie im Alltag und zermürbte sie durch Zersetzung und willkürliche Inhaftierungen.

Am 15. Januar 1990 haben mutige Bürgerinnen und Bürger der DDR die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg gestürmt, um ihre Akten vor der Vernichtung zu schützen und so für eine Aufarbeitung des SED-Unrechts zu sorgen. Wir arbeiten an der dauerhaften Sicherung dieses Erbes, nicht zuletzt durch die neue Mitverantwortung des Bundesarchivs für den Aktenbestand. Wichtig ist mir dabei vor allem, dass Menschen weiterhin Einsicht in ihre Akten bekommen und im Privaten auch diese sehr persönliche Aufarbeitung des SED-Unrechts leisten können. Das Ziel unserer Bemühungen wird es immer sein, Verharmlosungen der SED-Diktatur und jeder Relativierung des Leids der Opfer durch Aufklärung über Diktatur und Widerstand entgegenzuwirken. Das Bedürfnis nach Information und Aufklärung über die DDR-Vergangenheit ist im Übrigen aktueller denn je. Dies zeigt nicht zuletzt die weiterhin hohe Anzahl an Anträgen auf Akteneinsicht - über 56.500 allein im Jahr 2019.“