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Mit einer Digitalisierungsoffensive gibt die Kulturstaatsministerin Impulse für den technologischen Wandel im Kulturbetrieb. Dazu werden innovative und transformative Projekte gefördert. Ein Schwerpunkt des Innovationsprogramms ist die zeitgemäße Vermittlung kultureller Inhalte. So wird beispielsweise das Günter Grass-Haus in Lübeck mit seinem Projekt „Die Blechtrommel 4.0“ durch Virtual Reality- und Augmented Reality-Anwendungen einen neuartigen Zugang zum wohl berühmtesten Roman des Nobelpreisträgers eröffnen. Ausgangspunkt für dieses digitale Erlebnis ist ein nachgebauter Kolonialwarenladen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Gerade jüngere Menschen erwarten von Museen und Bibliotheken zu Recht attraktive Zugänge. Gefragt sind Partizipation und Eigeninitiative. Deshalb wollen wir Anstöße geben, neue Technologien zu entwickeln, zu erproben und einzusetzen. Gerade für den schnelllebigen digitalen Wandel gilt: Neue Technologien sind wichtige Türöffner. Sie können Nutzergruppen ansprechen, die bisher keinen eigenen Zugang zur Kultur gefunden haben.“

Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold beispielsweise wird unter anderem einen virtuellen Escape Room aufbauen, um mit spielerischen Mitteln die Erfahrungen von Einwanderern zu vermitteln. Das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund will sein Aquarium mit interaktiven Medien ausstatten, die Geschichten erzählen und Zusammenhänge deutlich machen. In einem deutsch-polnischen Kooperationsprojekt wird die Martin-Opitz-Bibliothek in Herne gemeinsam mit der Universitätsbibliothek Breslau wertvolle Quellen aus Schlesien wie Adressbücher und Zeitschriften für die Nachwelt so aufbereiten, dass sie ausgestellt und erforscht werden können.

Gefördert werden auch Projekte, die künstlerische Kreativität und gesellschaftliche Debatten zum digitalen Wandel anregen. So sollen mit einem Programm „Künstliche Intelligenz und Digitalisierung“ im Freien Theater, das beim Fonds Darstellende Künste angesiedelt ist, wegweisende Produktionen gefördert werden.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Das Verhältnis von Mensch und Maschine ist nach wie vor ein aktuelles und relevantes Thema in den Künsten. Gerade auf Theaterbühnen werden die Folgen der Digitalisierung auf anregende, experimentelle und fruchtbare Weise ausgelotet. Kultur ist Ideenlabor und im besten Falle der Zeit voraus. Sie denkt vom Menschen her, hält der Gesellschaft den Spiegel vor und schafft zugleich Raum für kreative Lösungen.“

Die bisher ausgewählten innovativen Digital-Projekte werden von der Kulturstaatsministerin mit insgesamt 3,5 Millionen Euro gefördert. „Damit ist unsere Digitalisierungsoffensive eine wertvolle Ergänzung zu den großen Programmen, mit denen wir die digitale Transformation des Kulturbetriebs unterstützen“, so Grütters. Dazu gehört etwa der Ausbau der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB), die mit Mitteln aus dem digitalen Innovationsprogramm ein Projekt zur Verbesserung von Metadaten starten wird. Aber auch die Digitalisierung des nationalen Filmerbes oder das Programm „museum4punkt0“ treiben den digitalen Wandel im Kulturbereich voran.

Links:

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/

https://www.ffa.de/foerderprogramm-filmerbe.html

https://www.museum4punkt0.de/