Humanitäre, finanzielle und militärische Hilfe
Die Ukraine als starker, demokratischer und souveräner Staat ist von zentraler Bedeutung – auch für die Sicherheit Deutschlands. Deshalb steht die Bundesregierung solidarisch an der Seite des Landes und setzt ihre Hilfe konsequent fort.
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In der Hoffnung auf Frieden steht Deutschland fest an der Seite der Ukraine.
Foto: Tobias Schwarz/AFP via Getty Images
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verursacht unermessliches Leid. Unzählige Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Auch im nunmehr fünften Kriegsjahr gibt Russland in seinen Angriffen nicht nach. Zuletzt hat die Zahl der Angriffe des russischen Militärs mit zivilen Opfern deutlich zugenommen. Deutschland steht weiter entschlossen an der Seite der Ukraine und ist seit April 2026 auch in strategischer Partnerschaft mit dem Land verbunden.
Mit der Verabschiedung des 21. EU-Sanktionspakets im Juli 2026 erhöhen wir den Druck auf Russland weiter. Die Ukraine wird in ihrer Verteidigungsfähigkeit mit einem 90-Milliarden-Euro-Kredit der Europäischen Union substanziell unterstützt.
Die Bundesregierung hat seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022 bilaterale zivile Unterstützung für die Ukraine in Höhe von mehr als 43,3 Milliarden Euro geleistet und militärische Unterstützung in Höhe von rund 57,6 Milliarden Euro geleistet beziehungsweise für die kommenden Jahre bereitgestellt.
Unterstützung für die Ukraine: Einen Überblick über wichtige Bereiche von Hilfsleistungen der Bundesregierung finden Sie in diesem Download PDF, 206 KB, nicht barrierefrei .
Energieversorgung und Infrastruktur
Die Bundesregierung finanziert über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Reparatur und den Erhalt von Strom‑ und Wärmeanlagen, stellt Ersatzteile bereit und unterstützt den Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke. Nothilfemaßnahmen werden über eine vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) gegründete Taskforce optimiert und beschleunigt.
Gleichzeitig wird die Luftverteidigung durch die Beschaffung und Bereitstellung von Flugabwehrsystemen gestärkt, um die Energieinfrastruktur vor weiteren Angriffen zu schützen. Das Auswärtige Amt (AA) engagiert sich zudem beim physischen Schutz von Kernkraftwerken und unterstützt die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bei der Entsendung von Expertinnen und Experten.
Um den Energiesektor widerstandsfähiger zu machen beteiligt sich das Bundeswirtschaftsministerium am Garantiefonds RAMP-UP der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Das Instrument soll Investitionen in den Erneuerbare-Energien-Sektor anstoßen.
Humanitäre Hilfe
Deutschland unterstützt die Ukraine in enger Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen. Dies umfasst medizinische Versorgung, Lebensmittel, sauberes Wasser und weitere Nothilfen, insbesondere für Menschen in den frontnahen Regionen. Das Technische Hilfswerk (THW) stärkt das Notfallmanagement, etwa durch die Einrichtung kommunaler Rettungsstationen. Millionen Binnengeflüchtete und zurückkehrende Geflüchtete benötigen ebenfalls Unterstützung.
Besonders gefährlich für die Zivilbevölkerung sind auch die großflächig verstreuten Blindgänger und Minen. Das AA ermöglicht neben dem Räumen und Kartografieren auch Informationskampagnen für die Zivilbevölkerung, um sie im Umgang mit der täglichen Bedrohung zu schulen.
Militärische Unterstützung
Deutschland ist der größte Unterstützer der Ukraine – auch im militärischen Bereich: Die Hilfe umfasst Ausrüstungs- und Waffenlieferungen aus Bundeswehr‑Beständen sowie Lieferungen aus der Industrie, die durch Ertüchtigungshilfen der Bundesregierung finanziert werden. Zu den gelieferten Systemen zählen Flugabwehr‑, Artillerie‑ und Gefechtsfahrzeuge, geschützte Transportfahrzeuge, Handwaffen, Munition, Sanitätsmaterial und Schutzbekleidung. Darüber hinaus wurden in Deutschland seit Kriegsbeginn mehr als 27.000 ukrainische Soldatinnen und Soldaten ausgebildet.
Hilfe für Geflüchtete
Seit Beginn des vollumfänglichen Krieges haben mehr als eine Million ukrainische Geflüchtete, darunter vor allem Frauen und Kinder, in Deutschland Schutz gefunden. Bei Bedarf erhalten die ukrainischen Geflüchteten staatliche Unterstützung, Zugang zu Berufssprachkursen, Weiterbildungs- und Eingliederungsangeboten sowie Hilfe der Jobcenter bei der Arbeitssuche. Für die Geflüchteten besteht sofortiger Zugang zum Arbeitsmarkt.
Das Hilfe‑Portal Germany4Ukraine ermöglicht die Online‑Beantragung von Aufenthaltstiteln, Kursen sowie Anträgen für finanzielle Unterstützung. Die kostenfreie Hotline „Nummer gegen Kummer“ steht in ukrainischer und russischer Sprache zur Verfügung.
Laut einer Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung war Ende 2025 die Hälfte der Ukrainerinnen und Ukrainer erwerbstätig.
Wirtschaftliche und finanzielle Unterstützung
Die Bundesregierung leistet milliardenschwere Zuschüsse über ein vom Internationalen Währungsfonds (IWF) verwaltetes Konto, um die staatliche Handlungsfähigkeit der Ukraine zu stärken.
Zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität der Ukraine fördert Deutschland insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie die Fachkräfteausbildung. Über das Finanzierungsinstrument „UkraineConnect“ werden attraktive Darlehen für Investitionen von Unternehmen aus Deutschland und Europa vergeben. Ukrainische Unternehmen können von zinsgünstigen Krediten profitieren. Darüber hinaus werden ukrainische Führungskräfte über das Programm „Partnering in Business with Germany“ unterstützt.
Die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der ukrainischen Industrie soll zudem über die ukrainische „National Development Institution“ (NDI, vormals „Business Development Fund“) gefördert werden. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat die Weiterentwicklung der Institution in den vergangenen Jahren begleitet – mit dem Ziel, sie zu einer leistungsfähigen Förderbank nach dem Vorbild der KfW auszubauen.
Im Rahmen ihrer Verantwortung für die Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts unterstützt die Bundesregierung über die Jewish Claims Conference auch Holocaust-Überlebende in der Ukraine.
Wiederaufbau
Für den Wiederaufbau der Ukraine ist eine nationale und internationale Koordination erforderlich. Dazu müssen kurzfristige und langfristige Unterstützung ineinandergreifen. In Deutschland bringt die Plattform „Wiederaufbau Ukraine“ alle zusammen, die sich für die Ukraine engagieren wollen. International setzt sich Deutschland über die Ukraine Donor Platform für einen koordinierten Ansatz zur Unterstützung der Ukraine ein. Außerdem hat das BMZ gemeinsam mit europäischen Partnern den„European Flagship Fund for the Reconstruction of Ukraine“ initiiert, der private Mittel für den Wiederaufbau generieren soll, um großvolumige Wiederaufbauprojekte zu finanzieren.
Reformen
Über Einzahlungen in den „Aktionsplan Ukraine“ des Europarates leistet das AA einen Beitrag zur Förderung der Rechtsstaatlichkeit und Dezentralisierung. Damit sollen insbesondere unabhängige Anti-Korruptionsinstitutionen gestärkt und Maßnahmen gegen (Wirtschafts-)Kriminalität in der Ukraine gefördert werden. Die Ukraine ist außerdem Zielland eines BMWE-finanzierten Programms für hochrangige Regierungsberatung.
BMI und AA unterstützen Partnerdienststellen aus ihren Haushaltsmitteln mit Ausbildungshilfe in den Bereichen Personenschutz, Cybercrime- und Terrorismusbekämpfung. Das AA fördert zudem die Fortentwicklung des ukrainischen Justizsystems und begleitet den EU-Beitrittsprozess der Ukraine. Auch das Bundesjustizministerium (BMJV) hat vor diesem Hintergrund die Rechtsstaatsförderung der Ukraine ausgeweitet, wobei auch hier das Thema Korruptionsbekämpfung im Fokus steht.
Gesundheit
Die medizinische Versorgung wird sowohl in der Ukraine als auch für Geflüchtete in Deutschland unterstützt. Bilaterale Projekte zur Gesundheitsversorgung in der Ukraine werden gezielt gefördert. Dabei geht es etwa um Maßnahmen im Bereich Telemedizin, Prothetik und rehabilitative Versorgungsstruktur sowie der Stärkung sogenannter Emergency Medical Teams (EMT). Auch die Evakuierung von Kranken und Verletzten zur medizinischen Behandlung in Deutschland wird unterstützt.
Bildung & Forschung
Im Bereich berufliche Orientierung unterstützt der BerufeNavi zusammen mit den KAUSA‑Landesstellen und dem BOFplus‑Programm Menschen auf dem Weg in Ausbildung und Arbeit.
In den Bereichen Forschung und Innovation ist es das Ziel der Bundesregierung, die Zusammenarbeit weiter auszubauen, wissenschaftliche Potenziale vor Ort zu stärken, Reformen im Wissenschafts- und Innovationssystem zu unterstützen und die Ukraine stärker in den Europäischen Forschungsraum zu integrieren. Seit Juli 2025 fördert das Bundesforschungsministerium (BMFTR) den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) beim Aufbau eines deutsch‑ukrainischen Hochschulnetzwerks.
Kultur‑ und Medienlandschaft
Kultur und unabhängige Medien sind zentrale Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. Die Bundesregierung hat Sonderprogramme zum Schutz von Kulturschaffenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden eingerichtet und sorgt für die Sicherung von Kulturgütern, Museen, Archiven und Bibliotheken. Mit der Hannah-Arendt-Initiative unterstützt Deutschland ukrainische Medienschaffende, damit diese weiterhin – auch aus von Kampfhandlungen betroffenen Gebieten – berichten können.