Gesundheit verbessern – weltweit

Weltgesundheitsorganisation  Gesundheit verbessern – weltweit

Viren machen nicht an Grenzen halt. Eine globale Gesundheitspolitik ist daher in einer zunehmend vernetzten Welt im Interesse aller. Die wichtigste Institution dafür: die Weltgesundheitsorganisation. Was ist ihr Ziel, was ihre Aufgabe?

Das Gebäude der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.

Die Weltgesundheitsorganisation hat ihren Hauptsitz in Genf. Gegründet wurde sie 1948 als Koordinationsbehörde für das internationale öffentliche Gesundheitswesen.

Foto: imago images/Steinach

Eine bessere, gesündere Zukunft für Menschen überall auf der Welt – daran arbeitet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit ihrer Gründung am 7. April 1948.

Krankheitsausbrüche beherrschen

Die WHO setzt sich seit ihrem Bestehen dafür ein, die nationalen Gesundheitssysteme zu stärken. Wenn alle Menschen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, hilft das, Krankheitsausbrüchen wie Ebola oder Cholera – oder aktuell Covid19 – wirksam entgegenzutreten.

In einer zunehmend vernetzten Welt müssen Staaten und internationale Organisationen gemeinsam auf Gesundheitsgefahren reagieren. Denn dass Viren keine Grenzen kennen, ist nicht erst mit der Verbreitung des neuartigen Coronavirus bekannt.

Zur Erinnerung: Der schwere Ebola-Ausbruch in Westafrika 2014/2015 ließ sich nur durch ein globales Krisenmanagement, koordiniert durch die WHO, eindämmen. Die Bundesregierung hatte die Weltgesundheitsorganisation und vor Ort tätige Nichtregierungsorganisationen wie etwa Ärzte ohne Grenzen bei ihrer Arbeit mit Spezialisten und Material unterstützt.

Große Erfolge durch Impfen

Die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, gegen die eine Impfung möglich ist, zählt zu den größten Erfolgen der WHO. Weltweite Impfprogramme halfen zu verhindern, dass jedes Jahr Millionen von Kindern an Infektionen sterben oder eine Behinderung zurückbehalten.

Beispiel Pocken: Ende 1979 erklärte die WHO die Krankheit für ausgerottet. Vorausgegangen waren Massenimpfungen. 1967 war eine globale Pockenimpfung eingeführt worden. Bei auftretenden Krankheitsfällen konnten alle Kontaktpersonen schnellstmöglich identifiziert werden, um einen Ausbruch zu verhindern.

Auch der Kampf gegen Kinderlähmung (Polio) ist erfolgreich. Die globale Kampagne darum, Polio (Global Polio Eradication Initiative) auszurotten, wird von der WHO koordiniert. Europaweit ist Polio eliminiert, weltweit noch nicht. Aber die Neuinfektionen sind enorm gesunken. Nur vereinzelt tritt Polio noch auf. Trotzdem ist es wichtig, konsequent weiter zu impfen. Nur so lässt sich verhindern, dass Polio sich wieder ausbreitet.

Freiwillige Beiträge immer bedeutsamer

Die WHO wird aus Pflicht- und freiwilligen Beiträgen finanziert. Der Regulär- oder Pflichtbeitrag richtet sich nach einer Skala, die die Vereinten Nationen für alle Länder festlegen. Bezugspunkt ist die Wirtschaftskraft. Deutschland muss nach diesem Schlüssel etwa 6,4 Prozent zum Haushalt beitragen. Für zwei Jahre müssen die 194 WHO-Mitgliedstaaten insgesamt Pflichtbeiträge in Höhe von gut einer Milliarde US-Dollar aufbringen.

Insgesamt betrug das Volumen des Zweijahres-Haushalts 2018-2019 etwa 4,4 Milliarden US-Dollar, der Zweijahres-Haushalt 2020-2021 umfasst gut 4,8 Milliarden US-Dollar. Das zeigt: Die freiwilligen Beiträge übersteigen die Pflichtbeiträge. Ohne die freiwilligen Zahlungen - nicht nur von Staaten, sondern auch von großen Stiftungen - könnte die WHO einen Großteil ihrer Arbeit nicht leisten.

Oft sind freiwillig geleistete Beiträge zweckgebunden oder an bestimmte Tätigkeitsfelder der WHO geknüpft. So wird beispielsweise das WHO-Projekt Globale Allianz für Impfstoffe und Immunisierung (Global Alliance for Vaccines and Immunization: GAVI) teilweise als öffentlich-private Partnerschaft finanziert mit einem erheblichen Finanzanteil der Bill and Melinda Gates Foundation.

WHO – eine Behörde der Vereinten Nationen

Gegründet wurde die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 7. April 1948 als Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale öffentliche Gesundheitswesen. Heute sind 194 Staaten Mitglieder der WHO.

Die Organisation hat ihren Hauptsitz in Genf. Aufgeteilt ist sie in sechs Regionen, für die jeweils ein Regionalbüro zuständig ist. Darüber hinaus gibt es mehr als 140 Länderbüros. Die WHO hat weltweit über 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Weltgesundheitsversammlung (WHA) ist das höchste Entscheidungsorgan der WHO. An den jährlichen Sitzungen nehmen Vertreter aller 194 Mitgliedstaaten teil. Zwischen den Sitzungen der Weltgesundheitsversammlung steuert der Exekutivrat die Organisation. Er besteht aus 34 von den Regierungen benannten Vertretern. Gewählt werden die Staaten, die Vertreter entsenden, für eine Amtszeit von drei Jahren von der Weltgesundheitsversammlung.

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