Elektroschrott

Was tun mit alten Handys?

Immer das neueste Handy zu besitzen – das ist ein Wunsch vieler Verbraucher. Mit ständig neuen Funktionen locken Smartphone-Hersteller zum Kauf. Doch was passiert mit den alten Geräten? Hier gilt der Tipp: Das Handy sollte wiederverwendet oder umweltschonend entsorgt werden.  

Display von Smartphone zeigt an: Netzwerkeinstellungen zurücksetzen und auf Werkzustand zurücksetzen.

Ob Spende, Verkauf oder Rückgabe des Handys: Wichtig ist, die Daten zu löschen. Dabei ist einiges zu beachten.

Foto: Bundesregierung/Stutterheim

Etwa 30 Millionen Smartphones und Handys wurden 2015 in Deutschland verkauft. Durchschnittlich wird ein Handy nur 18 Monate genutzt. Dann wird es entsorgt oder liegt vergessen herum. Schätzungen besagen, dass in Deutschland rund 106 Millionen Althandys in Haushalten "schlafen", berichtet die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Hier gilt der Tipp: Wenn das Handy noch funktioniert, sollte es auch länger genutzt werden. Ein nicht mehr genutztes Handy sollte sofort verkauft oder verschenkt werden.

Da der Markt von Ankaufportalen nicht transparent ist, rät die Verbraucherzentrale zum eigenen Weiterverkauf. In der Regel erhält man auch mehr Geld, wenn man selber eine Kleinanzeige aufgibt.

Zu Handysammlungen bringen

Eine andere Variante ist, das Gerät in eine Handysammlung einer gemeinnützigen Organisation zu geben. Der Naturschutzbund (NABU) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) etwa haben eine solche Sammlung eingerichtet – teils in Kooperation mit Mobilfunkanbietern. Die gesammelten Geräte gehen dann an eine Recyclingfirma und werden dort sortiert. Funktionsfähige Handys verkaufen die Firmen als sogenannte ReUse-Geräte häufig ins Ausland weiter. Daher sollten Verbraucher das alte Handy immer zusammen mit dem Ladegerät abgeben. Defekte oder sehr alte Geräte werden recycelt.

Für jedes gesammelte Handy erhält die Sammelorganisation einen pauschalen Betrag. Dieser wird für verschiedene Projekte eingesetzt. Verbraucher sollten sich informieren, für welchen Zweck sie ihr Handy spenden wollen.

Die Geräte werden oft in ärmere Länder verkauft, in denen sich die Menschen keine Neugeräte leisten können. In weiten Teilen Afrikas gibt es nur Mobilfunk, aber kein Festnetz, sodass die Menschen dort auf Handys angewiesen sind.

Bei Händlern abgeben

Seit Juli 2016 müssen große Händler Elektroaltgeräte kostenlos zurückzunehmen. Bei kleinen Geräten wie Handys auch unabhängig davon, ob der Verbraucher dort ein neues kauft.

Auch Online-Händler sind in diese Regelung einbezogen. Wer sein altes Handy einem Online-Händler zurückgeben will, braucht aber – wie bei einer Retoure-Sendung – ein Rücksende-Etikett. Er muss das Gerät verpacken und zu einer Paketannahmestelle bringen. Viele Unternehmen haben dazu Dienstleister mit der Abwicklung beauftragt, etwa die großen Paketdienste.

Alte Geräte entsorgen

Wer sich nicht die Mühe macht, das Handy zu verkaufen, zu spenden oder zum Händler zu bringen, kann sein Handy – wie alle anderen Elektrogeräte – auch am Recyclinghof abgeben.

Alte Handys sollten auf keinen Fall in den Hausmüll. Die Geräte enthalten etwa in den Akkus Schwermetalle, aber auch Rohstoffe, die sich im Recycling wiedergewinnen lassen. Ein Mobiltelefon enthält unter anderem etwa 250 Milligramm Silber, 24 Milligramm Gold und neun Gramm Kupfer.  

Löschen von Nutzerdaten

Egal ob Spende, Verkauf oder Rückgabe: SIM-Karte und Speicherkarte sind zuvor aus dem Handy zu entfernen. Sie können im neuen Handy weiter verwendet werden. Werden sie nicht mehr genutzt, kann die SIM-Karte mit einer Schere durchgeschnitten werden. Die Speicherkarte kann man am Computer physikalisch löschen: die Karte in ein Lesegerät legen und die Daten mit einem physikalischen Löschprogramm entfernen.

Interne Handyspeicher zu löschen, ist aufwändiger. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, das Gerät erst zu verschlüsseln und anschließend auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen. Das BSI hält zur Verschlüsselung weitere Informationen auf seiner Webseite bereit.

Möchten Verbraucher besonders sensible Daten löschen, sollten sie den Speicher zusätzlich überschreiben. Danach setzt man das Gerät erneut zurück. Diese Schritte können mehrfach wiederholt werden.

Eine aktuelle Überprüfung der Stiftung Warentest ergab: Das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen, sowohl bei Apple als auch Android Smartphones, löscht die privaten Daten im internen Speicher so weit, dass sie so gut wie nicht mehr wiederherstellbar sind.

Manche Anbieter von Handysammlungen oder Secondhand-Verkäufer versprechen eine sichere Datenlöschung vor dem Weiterverkauf. Da man dies als Verbraucher nicht prüfen kann, sollte man besser die Daten immer vorher selber sicher löschen.

Weitere Informationen zur Datensicherheit gibt es in der Broschüre "Sicher unterwegs im Netz". Sie ist über die Internetseite der Bundesregierung zu bestellen oder herunterzuladen.

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