Bund übernimmt Energieunternehmen Uniper 

Energieversorgung sichern Bund übernimmt Energieunternehmen Uniper 

Das Energieunternehmen Uniper ist der größte deutsche Importeur von russischem Gas und derzeit in akuter finanzieller Notlage. Die Bundesregierung hat das Unternehmen nun zu 99 Prozent übernommen, um die Energieversorgung in Deutschland sicherzustellen. 

Foto zeigt das Uniper-Logo

Uniper wird stabilisiert und die Energieversorgung für Unternehmen, Stadtwerke und Verbraucherinnen und Verbraucher gesichert.

Foto: IMAGO/Rupert Oberhäuser

Bei der Versorgung mit Gas und Strom in Deutschland hat das Energieunternehmen Uniper eine entscheidende Bedeutung. Das Unternehmen beliefert zum Beispiel bundesweit rund 200 Stadtwerke. Als größter Importeur von russischem Gas ist das Unternehmen wegen ausgebliebener Gaslieferungen aus Russland und stark gestiegener Gaspreise in eine akute Notlage geraten. 

Übernahme zu 99 Prozent

Daher hatte sich die Bundesregierung bereits am 22. Juli 2022 auf unterstützende Maßnahmen geeinigt. Die weiter gestiegenen Kosten haben die Situation des Unternehmens so verschärft, dass sich die Bundesregierung nun auf ein alternatives, deutlich umfangreicheres Stabilisierungspaket geeinigt hat. Der Bund übernimmt insgesamt 99 Prozent des Energieversorgers. So wird das Unternehmen stabilisiert und die Energieversorgung für Unternehmen, Stadtwerke und Verbraucherinnen und Verbraucher gesichert. 

Bundeskanzler Olaf Scholz unterstrich: „Es ist notwendig, dass wir jetzt diese Entscheidung treffen, um Uniper eine Zukunft zu verschaffen. Darüber haben wir uns mit dem bisherigen Anteilseigner verständigt. Und in der Tat hat der Krieg weitreichende Konsequenzen. Sie wissen, dass wir schon jetzt Uniper mit vielen Milliarden unterstützt haben, auch mit Darlehen.“ 

Notwendiger Schritt

„Dieser Schritt ist notwendig geworden, weil sich die Situation seit der Ankündigung des Bundeskanzlers am 22.7. nochmal deutlich verändert, ja verschärft hat,“ so Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in einem Pressestatement. „Seit dem 1.9. fließt kein Gas mehr durch Nordstream 1. Eine Situation, die wir als Land bisher außerordentlich gut bewältigt haben. Die Speicherstände haben die 90 Prozent geknackt und der Gaspreis ist nach einem kurzen Ausschlag von dem Höchststand von 350 Euro pro Megawattstunde im Sommer jetzt auf unter 200 Euro gefallen.“ Für Uniper habe sich die Situation dadurch deutlich dramatisiert und deutlich verschlechtert. „Uniper hat einen Anteil im Portfolio von 50 Prozent aus russischem Gas und steht für 40 Prozent der deutschen Gasversorgung. Das zusammengenommen zwang zum Handeln. Nach einer Marktanalyse und Prüfung von Alternativen haben wir die Entscheidung getroffen, um die Versorgungssicherheit für Deutschland sicherzustellen,“ bekräftigte der Minister. 

Hinweis: Die in diesem Kontext ursprünglich ebenfalls geplante Gasumlage wurde am 30. September rückwirkend zurückgenommen.

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