Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland

Umwelt- und Klimaschutz immer wichtiger 

Rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland finden, der Umwelt- und Klimaschutz sei eine sehr wichtige Herausforderung. Das hat eine Studie von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt ergeben. Auch für die Bundesregierung haben Umwelt- und Klimaschutz einen hohen Stellenwert.

Die Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2018 hat ergeben, dass 64 Prozent der Befragten den Umwelt- und Klimaschutz als sehr wichtige Herausforderung sehen. Im Vergleich zur vorherigen Befragung im Jahr 2016 hat das Thema somit an Bedeutung gewonnen und liegt um elf Prozentpunkte höher.

Mit der Umweltbewusstseinsstudie untersuchen Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt alle zwei Jahre das Umweltbewusstsein in Deutschland. Bürgerinnen und Bürger werden nach ihren Einschätzungen zum Zustand der Umwelt, ihrem persönlichen umweltrelevanten Verhalten sowie zu ihren Einstellungen und Meinungen zu Umwelt- und Klimaschutz gefragt.

Auch der Bundesregierung ist der Umwelt- und Klimaschutz ein wichtiges Anliegen. Um den Klimaschutz weiter voranzutreiben, hat sie den Kabinettsausschuss "Klimaschutz" eingerichtet.

Bundesregierung erarbeitet Klimaschutzgesetz

Der Ausschuss - das sogenannte Klimakabinett - legt Maßnahmen fest, mit denen Deutschland die Klimaschutzziele 2030 erreichen will. Besonders in den Bereichen Bau, Verkehr und Landwirtschaft gibt es noch Potenzial zur Verringerung von Treibhausgasemmissionen. Am Ende soll ein rechtlich verbindliches Regelwerk stehen, das noch in diesem Jahr in einem Klimaschutzgesetz zusammengefasst und beschlossen werden soll. Langfristig will Deutschland treibhausgasneutral werden.

Das Klimakabinett wird von Bundeskanzlerin Angela Merkel geleitet. Zudem sind alle relevanten Ressorts auf Ministerebene vertreten (Umwelt, Bau, Verkehr, Landwirtschaft, Wirtschaft und Finanzen). 

Hohe Zustimmung zum Gelingen der Energiewende

Zu den Zielen und Strategien der Energiewende gibt es laut Umweltbewusstseinsstudie eine hohe Zustimmung: 95 Prozent halten die Steigerung der Energieeffizienz durch neue Technologien für das Gelingen der Energiewende für wichtig, 92 Prozent den Ausbau der erneuerbaren Energien. Gleichzeitig wollen viele Menschen, dass die Energiewende schneller voranschreitet. 

Mehr Engagement auf allen Ebenen gefordert

Die Studie zeigt auch, dass die Menschen das Engagement aller relevanten Akteure für Umwelt und Klima schlechter einstufen als noch 2016. Auf die Frage, ob genug oder eher genug für den Umwelt- und Klimaschutz getan wird, hat sich die Zustimmung bei fast allen Akteuren nahezu halbiert.

Mehr Umwelt- und Klimaschutz in der Landwirtschaft

68 Prozent der Befragten wünschen sich, dass Umwelt- und Klimaaspekte in der Landwirtschaftspolitik eine übergeordnete Rolle spielen. Am Wichtigsten sind den Befragten, möglichst geringe Umwelt- und Klimabelastungen durch die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft (von 45 Prozent der Befragten auf Rang 1 in der Prioritätenliste gesetzt).

Weniger Umwelt- und Klimabelastungen durch Verkehr

Nach Meinung von mehr als der Hälfte (53 Prozent) der Befragten sollte Umwelt- und Klimaschutz auch in der Verkehrspolitik Priorität haben. Für die Entwicklung des Verkehrs ist den Befragten am wichtigsten, dass Umwelt und Klima möglichst wenig belastet werden (von 50 Prozent auf Rang 1 gesetzt). Ebenfalls sehr wichtig ist, dass alle Menschen ihre Wege im Alltag bequem und kostengünstig zurücklegen können (von 40 Prozent auf Rang 1 gesetzt).