OECD, IWF, Weltbank und Co.  

Ein Glossar OECD, IWF, Weltbank und Co.  

Bundeskanzlerin Merkel hat die Vorsitzenden internationaler Wirtschafts- und Finanzorganisationen in Berlin getroffen. Im Glossar lesen Sie, welche Aufgaben OECD, IWF, Weltbank und Co. haben sowie wer Merkels Gesprächspartner waren.

Foto zeigt die Zentrale der Weltbank in Washington, DC

Die Zentrale der Weltbank in Washington, DC.

Foto: Getty Images/Anadolu Agency/Samuel Corum

Die Organisationen

ILO – Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organisation): Die ILO wurde bereits 1919 im Rahmen der Friedenskonferenz von Versailles ins Leben gerufen. Heute ist sie eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Kernanliegen der Internationalen Arbeitsorganisation ist die Förderung und Forderung von sowohl  sozialer Gerechtigkeit als auch den Grundrechten weltweit. Momentan gehören 187 Nationen der ILO an.

IWF – Internationaler Währungsfonds (International Monetary Fund): Der IWF hat seinen Hauptsitz in Washington, District of Columbia, in den Vereinigten Staaten von Amerika und ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UN). Gegründet wurde der Fonds nach Ende des Zweiten Weltkrieges im Dezember 1945. Momentan gehören dem IWF 189 Mitgliedsstaaten an. Übergeordnetes Ziel des IWF ist die Förderung der wirtschaftspolitischen Zusammenarbeit und der Stabilität des internationalen Währungssystems. Dies dient dazu, den internationalen Handel zu fördern und damit Einkommen und Beschäftigung zu sichern. Zu diesem Zweck überwacht der IWF die Wirtschaftsentwicklung und -politik seiner Mitgliedsländer und gewährt ihnen bei Zahlungsbilanzstörungen Finanzhilfen unter wirtschaftspolitischen Auflagen.

OECD – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Co-Operation and Development): Der OECD gehören 36 Staaten an. Sie hat ihren Sitz im Schloss La Muette in Paris. Verbindende Spange der Mitgliedsnationen – neben einem hohen Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung –  ist das Bekenntnis zu Demokratie und Marktwirtschaft. Die OECD wurde im Jahr 1961 gegründet und verfolgt mit ihrer Agenda drei Ziele:

  • Optimale Wirtschaftsentwicklung, hohe Beschäftigung und wachsender Lebensstandard
  • Mitglieder verpflichten sich in ihrem eigenem sowie in Entwicklungsländern das Wirtschaftswachstum anzukurbeln
  • Welthandel auf multilateraler Basis

Weltbank: Ursprünglich wurde die Weltbank, die ihren Sitz ebenso in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington, DC, hat, Ende 1945 zur finanziellen Unterstützung der vom Zweiten Weltkrieg zerstörten Länder gegründet. Heute gehören der Weltbank fünf eigenständige Organisationen an:

  • Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD)
  • Internationale Entwicklungsorganisation (IDA)
  • Internationale FinanzCorporation (IFC)
  • Multilaterale InvestitionsGarantie-Agentur (MIGA)
  • Internationales Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID)

WTO – Welthandelsorganisation (World Trade Organisation): Die WTO ging 1995 aus dem GATT (General Agreement on Tariffs and Trade) hervor und hat ihren Sitz in Genf. Kernanliegen der WTO sind freie und faire Handelsbeziehungen der 164 Mitgliedsstaaten untereinander, insbesondere im Hinblick auf den Abbau von Handelshemmnissen und ihre Rolle als unabhängiger Streitschlichter im Konfliktfall. 

Die Gesprächspartner

Guy Ryder – hat in Cambridge Sozialwissenschaften studiert und begann seine Karriere in verschiedenen britischen Gewerkschaftsorganisationen. Zwischen 2006 und 2010 wirkte er als Generalsekretär des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB), im Anschluss wechselte er zur Internationalen Arbeitsorganisation, deren Generaldirektor er im Jahre 2012 wurde.

Kristalina Georgiewa – Nach dem Studium der politischen Ökonomie und der Soziologie und einer Promotion in Wirtschaftswissenschaften unterrichtete Georgiewa an der Universität für National- und Weltwirtschaft Sofia. 1993 wechselte sie zur Weltbank. Von 2008 bis 2010 war sie dort Vizepräsidentin. Von 2014 bis 2016 war sie als Vizepräsidentin der EU-Kommission für Haushalt und Personal zuständig und war davor EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenschutz. Sie ist seit dem 1. Oktober 2019 amtierende Direktorin des IWF

José Ángel Gurría – ist seit 2006 Generalsekretär der OECD. Der im Jahr 1950 geborene Mexikaner hat an der Universität Leeds studiert und graduiert. In den 1990er Jahren war er zuerst Außen- später dann Finanzminister Mexikos. Unter seiner Leitung liefen die Verhandlungen zur Aufnahme seines Heimatlandes in die OECD.  

David Malpass – bevor er im April dieses Jahres zum Präsident der Weltbank gewählt wurde, war der studierte Wirtschaftswissenschaftler für die Präsidenten Bush in verschiedenen Positionen im US-Finanzministerium tätig. Anschließend gründete er eine Wirtschaftsanalyse-Kanzlei, bevor ihn Präsident Donald Trump Anfang 2017 zum Staatssekretär für internationale Angelegenheiten im US-Finanzministerium ernannte. 

Roberto Azevêdo – stammt aus dem diplomatischen Dienst Brasiliens und hat als Botschafter in verschiedenen südamerikanischen Staaten, in Washington D.C. sowie in der Schweiz gewirkt. Seit 2008 war er als ständiger Vertreter Brasiliens bei der WHO beschäftigt, im September 2013 übernahm er den Direktorenposten der Welthandelsorganisation WTO.