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Tierschutzforschungspreis

Forschung ohne Tierversuche

Tierversuche möglichst schnell durch Alternativmethoden zu ersetzen - das ist das Ziel der Bundesregierung. Sie unterstützt dafür eine Vielzahl von Projekten und Aktivitäten. Dazu zählt der Tierschutzforschungspreis, den Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner verliehen hat.

Eine Forscherin hält eine weiße Maus auf der Hand. Im Hinetrgrund ist diese auf einem Bildschirm abgebildet.

Ziel der Bundesregierung ist es, Tierversuche auf ein absolut notwendiges Minimum zu beschränken.

Foto: picture alliance / Friso Gentsch

Wiebke Albrecht hat ein Verfahren entwickelt, das Tierversuche ersetzen kann: ein Zellkulturverfahren, mit dem geprüft wird, ob Medikamente leberschädlich sein können. Für diese zukunftsweisende Entwicklung verleiht das Bundeslandwirtschaftsministerium der Forscherin vom Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund den 38. Tierschutzforschungspreis. Mit dieser Auszeichnung honoriert das Ministerium herausragende Forschung im Tierschutzbereich.

Tierversuche bestenfalls ganz ersetzen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner betont: "Tierversuche müssen auf das absolut notwendige Minimum beschränkt, im besten Fall können sie ganz entfallen und durch moderne Methoden ersetzt werden. Ist die Forschung an ihnen unvermeidlich, sind Versuchstiere bestmöglich zu schützen. Dazu leistet unsere diesjährige Preisträgerin Wiebke Albrecht einen wichtigen Beitrag." Ziel der Bundesregierung ist, die Vorreiterrolle Deutschlands bei der Erforschung und Entwicklung von Alternativ- und Ersatzmethoden zum Tierversuch auf EU-Ebene auszubauen.

Zu den Fördermaßnahmen des BMEL gehören neben der Vergabe des Tierschutzforschungspreises:

  • der Betrieb des Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren (etwa 1,5 Millionen Euro Fördermittel jährlich),
  • die Forschungsförderung durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (etwa 400.000 Euro jährlich),
  • die Unterstützung der Stiftung zur Förderung der Erforschung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zur Einschränkung von Tierversuchen (100.000 Euro jährlich).

Das neue Verfahren

Das Auftreten von Lebertoxizität gehört zu den häufigsten Ursachen für den Rückruf bereits zugelassener Medikamente; und das, obwohl diese im Vorfeld unter anderem auch im Rahmen von Tierversuchen untersucht und als unschädlich eingestuft worden waren.

Wiebke Albrecht hat ein Verfahren entwickelt, mit dem der Einsatz von Versuchstieren für den Test pharmazeutischer Substanzen deutlich reduziert werden kann. Diese Substanzen könnten künftig im Zellkulturverfahren daraufhin getestet werden, ob sie toxisch auf die Leber wirken. Tierversuche sind dafür nicht mehr nötig.

Tierschutzforschungspreis:
Um in möglichst allen Bereichen, in denen Tierversuche durchgeführt werden, Alternativmethoden zu entwickeln und die zugehörige Forschung voranzutreiben, schreibt das BMEL seit 1980 jährlich den Tierschutzforschungspreis aus. Den Preis gibt es für innovative, zukunftsweisende wissenschaftliche Arbeiten, die einen Beitrag zur Entwicklung von Methoden und Verfahren leisten, durch die Tierversuche ersetzt oder eingeschränkt werden können. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Zahl der Tierversuche

Obwohl heute schon viele Fragen der Wissenschaft durch den Einsatz von Zellkulturen, computergestützte Verfahren und weitere Alternativmethoden beantwortbar sind, kann auf den Einsatz von Tieren für wissenschaftliche Zwecke - unter anderem in der medizinischen Forschung - noch nicht verzichtet werden. Ein Schwerpunkt bei der Erforschung von Erkrankungen von Menschen und Tieren liegt auf dem Bereich der Krebserkrankungen des Menschen.

In Deutschland wurden 2017 rund zwei Millionen Wirbeltiere und Kopffüßer in Tierversuchen eingesetzt. Dabei handelte es sich bei etwa 80 Prozent der eingesetzten Versuchstiere um Nagetiere, vor allem Mäuse und Ratten. 

Deutschland ist Vorreiter

Deutschland leistet innerhalb der Europäischen Union einen herausragenden Beitrag für die Erforschung tierversuchsfreier Prüfmethoden. Ebenso für die Entwicklung von Verfahren, die für die Tiere mit weniger Belastungen verbunden sind. Hervorzuheben ist dabei die Arbeit der beim BfR angesiedelten "Zentralstelle zur Erfassung und Bewertung von Ersatz- und Ergänzungsmethoden zum Tierversuch" (ZEBET).

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