Bund beginnt mit Ausgleichszahlungen

Thomas Cook-Insolvenz Bund beginnt mit Ausgleichszahlungen

Pauschalreisende, die infolge der Insolvenz eines deutschen Reiseveranstalters der Thomas Cook-Gruppe, der Thomas Cook International AG oder der Tour Vital Touristik GmbH Schäden erlitten haben, können seit Mai Ausgleichszahlungen des Bundes online geltend machen. Nun hat der Bund mit der Auszahlung an die Betroffenen begonnen.

Zentrale von Thomas Cook in Oberursel

Die Bundesregierung ersetzt betroffenen Reisenden nach der Thomas Cook-Insolvenz Schäden.

Foto: imago images/Jan Eifert

Einige betroffene Pauschalreisende haben die Ausgleichzahlungen in den vergangenen Tagen bereits erhalten; weitere Auszahlungen werden in den nächsten Tagen und Wochen kontinuierlich erfolgen. Kundinnen und Kunden der Thomas Cook Touristik GmbH oder der Bucher Reisen & Öger Tours GmbH, die sich auf dem Thomas-Cook-Bundportal registriert und die erforderlichen Unterlagen eingereicht haben, jedoch noch keine Ausgleichszahlung erhalten haben, werden gebeten, zu beachten, dass die Bearbeitungszeit im Einzelfall variieren kann.

Betroffene Pauschalreisende, die sich noch nicht auf dem Thomas-Cook-Bundportal registriert haben, werden aufgerufen, dies nachzuholen.

Ausgleichszahlung beantragen: So geht's

Seit dem 6. Mai 2020 steht ein kostenfreies Online-Anmeldeverfahren zur Verfügung, um die freiwillige Ausgleichszahlung der Bundesregierung im Zusammenhang mit der Thomas Cook-Insolvenz in Anspruch nehmen zu können. Betroffene Pauschalreisende können sich dort registrieren und anmelden. Gleichzeitig müssen sie Belege und Erklärungen übermitteln und bereits erhaltene Leistungen von dritter Seite eintragen. Auf dieser Grundlage wird geprüft, ob eine freiwillige Ausgleichszahlung in Betracht kommt.

Zuvor müssen die Betroffenen ihre Ansprüche gegen ihren Reiseveranstalter beim zuständigen Insolvenzverwalter angemeldet und diese gegen die Zurich-Versicherung geltend gemacht haben.

"Wir lassen betroffene Pauschalreisende nicht im Regen stehen"

Bundesverbraucherministerin Christine Lambrecht erklärte dazu: "Wie angekündigt lassen wir die von der Thomas Cook-Pleite betroffenen Pauschalreisenden nicht im Regen stehen. Wir werden denjenigen, die Schäden erlitten haben, aus Gründen des Vertrauensschutzes freiwillig die Differenz zwischen ihren Zahlungen und dem, was sie von anderer Seite zurückerhalten haben, ausgleichen."

Der Reiseveranstalter Thomas Cook hatte im September 2019 Insolvenz angemeldet. Es war nicht vorhersehbar, dass die Höhe des Versicherungsschutzes für den Insolvenzfall nicht ausreichend ist. Die Bundesregierung beschloss deshalb im Dezember 2019, den betroffenen Pauschalreisenden den Differenzbetrag zwischen ihren Zahlungen und dem auszugleichen, was sie aufgrund ihres Sicherungsscheins von der Zurich-Versicherung oder von dritter Seite erhalten haben.