Tassilo begeisterte schon die Kanzlerin

Jungforscher auf der CeBIT Tassilo begeisterte schon die Kanzlerin

Wie lassen sich fliegende Drohnen auf einfache Weise erkennen? Mit dieser Frage hat sich der 18-jährige Tassilo Schwarz intensiv beschäftigt. Im vergangenen September konnte der Sonderpreisträger von "Jugend forscht" sein Projekt der Kanzlerin präsentieren. Jetzt stellt Tassilo seine Erfindung auf der CeBIT in Hannover vor.

Stand des BMBF auf der CeBIT mit Jugend forscht-Preisträger Tassilo Schwarz

Tassilo präsentiert sein Drohnenabwehr-System am Stand des Bundesforschungsministeriums in Halle 6.

Foto: Bundesregierung/Thomas

Den 28. September vergangenes Jahres hat Tassilo Schwarz noch gut in Erinnerung. An dem Tag durfte er der Kanzlerin persönlich sein Forschungsprojekt vorstellen. Für den 18-Jährigen auch im Nachhinein ein ganz besonderer Moment. "Als ich im Bundeskanzleramt ankam, war ich auch noch ganz relaxt. Dann ist die Aufregung gestiegen. Und als die Kanzlerin dann wirklich den Raum betreten hat, dachte ich mir: Oh Gott, jetzt bin ich sehr aufgeregt. Aber danach ging es dann sehr gut", erzählt Tassilo.

Auch heute noch leuchten seine Augen, wenn er an die Stunden im Kanzleramt denkt. Besonders gefreut hat ihn damals, wie sehr sich Angela Merkel für sein "Flugdrohnenabwehrsystem" persönlich interessiert habe. "Da hat man auch gemerkt, dass die Kanzlerin selber Naturwissenschaftlerin ist".

Großes Interesse auf der CeBIT

Großes Interesse an Tassilos Erfindung haben auch viele Besucher auf der CeBIT in Hannover, mit denen sich der Abiturient über sein prämiertes Projekt austauscht. Am Stand von "Jugend forscht", einem Teil des Messeauftritts des Bundesforschungsministeriums, ist Tassilo häufig von Neugierigen umlagert. "Es kamen auch schon viele interessante Leute zu mir, und wir haben Visitenkarten ausgetauscht", berichtet Tassilo. Mit seiner Erfindung hat der Jungforscher aus dem bayerischen Seeon offenbar den richtigen Riecher gehabt. Tassilo entwickelte ein spezielles System, um kleine Flugobjekte in der Luft erkennen zu können.

Wie lassen sich Drohnen erkennen?

Auf die Idee kam er auch durch einen Zwischenfall in den USA. "Damals ist über dem Weißen Haus eine Drohne geflogen, die von den Radarsystemen nicht erkannt wurde. Das war quasi ein Sicherheitsskandal, das war in den Schlagzeilen", erzählt Tassilo. Zuvor war er bereits selbst mit einer Drohne geflogen, um Aufnahmen für die Videogruppe seiner Schule zu machen. "Und dann kam mir die Idee: Warum mache ich nicht ein System, das Drohnen erkennen kann? Denn es kann ja jeder eine Drohne kaufen und mit einer Drohne fliegen – das ist sehr einfach. Aber es gibt kaum Schutz dagegen", erklärt Tassilo.

Bei Tassilos Projekt nehmen zwei Digitalkameras den Luftraum in Stereo auf. Eine ausgefeilte Software ermittelt die Position eindringender Flugobjekte und verfolgt ihre Flugbahn. Das System ist auch in der Lage, Drohnen beispielsweise von Vögeln zu unterscheiden. Im Notfall kann es schnell reagieren, was etwas für die Luftsicherheit an Flughäfen wichtig sein könnte.

Wie geht es weiter?

Möglicherweise findet seine Erfindung noch einen professionellen Abnehmer. Auch wenn Tassilo bisher noch auf ein konkretes Angebot wartet. Sein Erfolg bei "Jugend forscht" hat ihn darin bestärkt, nach dem Abitur Physik und Informatik zu studieren.

"Irgendwann möchte ich auch mal ein Auslandssemester machen, am liebsten an einer amerikanischen Uni, und dort auch viele Eindrücke sammeln." Wer weiß, vielleicht landet Tassilo Schwarz später noch einmal mit einer neuen Erfindung im Kanzleramt. Dann nicht als Jungforscher, sondern als international erfolgreicher Wissenschaftler.

2017 wird "Jugend forscht" bereits zum 52. Mal ausgetragen. Henri Nannen hatte den Wettbewerb 1965 unter dem Motto "Wir suchen die Forscher von morgen" ins Leben gerufen. Mehr als 5.000 ehrenamtliche Lehrkräfte unterstützen den Wettbewerb. Bewertet werden die einzelnen Projekte von mehr als 3.000 Fach- und Hochschullehrern sowie Experten aus der Wirtschaft – ebenfalls ehrenamtlich.

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