Stickstoff in Deutschland

Bericht im Kabinett Stickstoff in Deutschland

Ammoniak, Nitrat oder Stickstoffdioxid: Die Bundesregierung macht auf die Bedeutung von Stickstoff aufmerksam. Ein Bericht zeigt Folgen und Ursachen hoher Stickstoff-Emissionen für die Gesellschaft. Zwar sind die Emissionen zwischen 1995 und 2010 gesunken, doch noch werden Grenzwerte überschritten.

Traktor auf einem Feld

Der Bericht zeigt: Stickstoffemissionen entstehen zu knapp zwei Dritteln in der Landwirtschaft.

Foto: Getty Images/istockphoto/Hans Joachim

Das Bundeskabinett hat den Bericht der Bundesregierung zu Stickstoffen in der Biosphäre beschlossen. Neben Ursachen und Folgen bietet er auch politische Lösungsansätze an. Bundesumweltministerin Hendricks betonte bei der Regierungsbefragung in Berlin: "Stickstoffe sind eine der weltweit größten Umweltbelastungen und das gilt auch für Deutschland." Mit dem Bericht erscheine das Thema erstmals ausdrücklich und umfassend auf der politischen Agenda.

Was ist "reaktiver Stickstoff"?

Konkret geht es um den sogenannten "reaktiven Stickstoff". Das ist ein Sammelbegriff für Verbindungen wie beispielsweise Stickstoffdioxid, Lachgas, Ammoniak oder Nitrat.

Der Bericht zeigt: Stickstoffemissionen entstehen zu knapp zwei Dritteln in der Landwirtschaft. Auch Verkehr und Energiesektor tragen deutlich dazu bei. Stickstoffe beeinträchtigen beispielsweise das Trinkwasser oder unsere Luft und treffen so insbesondere Kleinkinder und Stadtbewohner.

Zusammen arbeiten gegen hohe Emissionen

So macht der Bericht auch deutlich, dass alle Ressorts tätig werden müssen, um Stickstoffe in Luft, Böden und Gewässern zu reduzieren. Das gilt für die lokale, nationale und internationale Ebene. Denn hohe Konzentrationen an Stickstoff schaden Mensch, Umwelt und Wirtschaft.

Die gute Nachricht ist: Die Emissionen gingen zwischen 1995 und 2010 bereits um 40 Prozent zurück. Das auch dank zahlreicher Gesetze, Mindeststandards und Grenzwerte. Erfolge gab es vor allem im Verkehrssektor und bei der Abwasserbehandlung.

Gemessen an den UN-, EU- und nationalen Zielen sind die Emissionen jedoch weiterhin zu hoch. So schätzt die Europäische Kommission die Folgekosten EU-weit auf jährlich bis zu 320 Milliarden Euro, wovon 60 Prozent durch Gesundheitskosten entstehen.

Was tut die Bundesregierung?

Die Bundesregierung setzt ihre Anstrengungen für weniger Stickstoff auf allen Ebenen und mit zahlreichen Programmen fort. Gleichzeitig setzt sie auf einen integrierten Ansatz. Dazu nimmt sie alle Verursacher sektoren- und medienübergreifend in den Blick. Einer der wichtigsten Schritte zur Verringerung von Stickstoffen in der Landwirtschaft sei die neue Düngeverordnung. Sie wurde laut Hendricks nach fünf Jahren in diesem Jahr einvernehmlich beschlossen. Die Verordnung reglementiert die Nutzung von Dünger stärker und ist damit wichtig für das nationale Aktionsprogramm zum Schutz von Gewässern vor Verunreinigung durch Nitrat.

Im Verkehr setzt die Bundesregierung auf den Ausbau der Elektromobilität, in der Energieerzeugung helfen der Ausbau erneuerbarer Energien und der sparsamere Verbrauch von Energie.

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