EU unterstützt Unternehmensgründer

Starthilfe in die Selbstständigkeit

Thomas Veh träumte von einer eigenen kleinen Firma. Doch es fehlte am notwendigen Startkapital. Ein ERP-Gründerkredit half. Heute ist der junge Oberbayer erfolgreicher Unternehmer in einem ungewöhnlichen Beruf: Er leitet ein Unternehmen für Schädlingsbekämpfung.

Thomas Veh, Schädlingsbekämpfer aus Maisach, steht vor seinem schwarzen Kleinbus.

Durch einen Kredit der KfW erhielt Thomas Veh das nötige Startkapital für sein eigenes Unternehmen.

Foto: Thomas Veh

Die konkrete Idee entstand durch Zufall. Ein Schädlingsbekämpfer begeisterte den 29-Jährigen aus Maisach für diesen ungewöhnlichen Beruf. "Ich merkte sofort, wie mich das Arbeitsfeld fasziniert", sagt Thomas Veh. Er wagte einen mutigen Schritt: "Kurz darauf kündigte ich meinen bisherigen Job."

Niederlagen wegstecken

Er hatte Glück, denn das erste Unternehmen, bei dem er sich persönlich vorstellte, bot ihm direkt einen Ausbildungsplatz als Schädlingsbekämpfer an, erinnert sich Veh. Ende 2015, nach ersten Berufserfahrungen, wollte er sich nun seinen lang gehegten Wunsch erfüllen: Ein eigenes Unternehmen gründen, das auf Schädlingsbekämpfung und Hygiene in privaten und kommerziellen Räumen spezialisiert ist. Zusammen mit seinem Bruder erstellte er einen Businessplan. Doch die Banken, die Veh ansprach, glaubten nicht an seine Idee. Mehrmals lehnten sie seine Kreditanfrage ab.

Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Aber Thomas Vehs blieb hartnäckig und setzte sich schließlich durch: Die Förderbank KfW stellte ihm den nötigen Kredit zur Verfügung. Das Geld kam aus das Programm 'ERP-Gründerkredit – StartGeld', einem wichtigen Instrument zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland. Getragen wird das Programm vom Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) – dem Kern der europäischen Wachstumsinitiative. Veh erinnert sich: "Die Beratung über den Kredit dauerte nur 15 Minuten. Nach einem Blick auf meinen Businessplan entschied die Mitarbeiterin direkt: Das passt!"

Die KfW-Förderung mit dem "ERP-Gründerkredit – StartGeld" wird ermöglicht durch eine Garantie der Europäischen Union (EU). Konkret: Die EU unterstützt die Kreditvergabe vor allem an Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen, indem sie über EFSI die Garantie für die Rückzahlung der Kredite gegenüber der KfW übernimmt. So sollen bis 2018 Darlehen in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro bereitgestellt werden, um mindestens 15.000 Gründerinnen und Gründer sowie junge Unternehmen in Deutschland zu unterstützen.

Motor für die europäische Wirtschaft

Kleine Unternehmen, wie Thomas Vehs Schädlingsbekämpfung, spielen eine wichtige Rolle für die europäische Wirtschaft. Sie sind die Triebfeder für Wachstum, Innovation und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Mithilfe des EFSI und in Zusammenarbeit mit Partnerbanken werden deshalb auch gezielt Einzelpersonen, gefördert, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen – wie Herr Veh. Für den Unternehmer war der Kredit ein gute Wahl: Er diente als Startkapital für nötige Anschaffungen und anfallende Kosten. Gleichzeitig sicherte er die neue Firma ab, falls anfangs die Aufträge ausbleiben sollten.

Nachfrage wächst ständig

Diese Sorge war jedoch unbegründet. Veh hatte sich früh um Kunden bemüht und so ließen die Aufträge nicht lange auf sich warten. Auch ein großes deutsches Versicherungsunternehmen nimmt seine Leistungen seit dem ersten Tag gern in Anspruch. Heute, ein Jahr nach der Gründung, freut sich der Unternehmer über die konstant gute Auftragslage. Er überlegt jetzt, einen Mitarbeiter fest einzustellen. Auf seinen Erfolg ist Thomas Veh stolz: "Es macht mir großen Spaß, mein eigenes kleines Unternehmen zu leiten und wachsen zu sehen. Der Kredit hat mir ermöglicht, meinen beruflichen Traum zu erfüllen."

Der EFSI-Fonds – eine gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank – soll innerhalb der nächsten drei Jahre zusätzliche Investitionen in Höhe von mindestens 315 Milliarden Euro in Europa mobilisieren. Die Bundesregierung plant, über ihre Förderbank KfW die Investitionsoffensive für Europa mit rund acht Milliarden Euro zu unterstützen. Die Fondsmittel fließen überwiegend in strategische Investitionen in Schlüsselbereichen wie Infrastruktur und Innovation und auch in die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen durch Risikokapital und Garantien. Verwaltet wird der Fonds durch EIB und EIF.

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