Zuversicht darf nicht zu Übermut führen

Aktuelle Corona-Lage Zuversicht darf nicht zu Übermut führen

Bundesgesundheitsminister Spahn mahnt trotz der Entspannung der Corona-Lage zu weiterer Vorsicht. Die Entwicklung gehe „in die richtige Richtung“, sagte Spahn bei einer Pressekonferenz in Berlin. Es gelte nun aber, sehr aufzupassen. Gemeinsam mit Forschungsministerin Karliczek kündigte er ein Programm von 300 Millionen Euro zur Medikamentenforschung an.

Pressekonferenz von Bundesminister Jens Spahn, Bundesministerin Anja Karliczeck und RKI-Präsident Lothar Wieler

Pressekonferenz zur Corona-Lage: Gesundheitsminister Spahn (r.), Forschungsministerin Karliczek und RKI-Präsident Wieler mahnten trotz Entspannung weiterhin zur Vorsicht.

Foto: TOBIAS SCHWARZ/POOL/AFP via Getty Images

Die Infektionszahlen sinken derzeit in Deutschland. Die Mediziner auf den Intensivstationen spüren eine Entlastung. Die Positivrate bei den Testungen geht zurück. „Aber wir haben gerade Lockerungen auf einem Niveau, wo andere Länder trotz höherer Impfungen noch nicht gelockert haben“, warnt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Mittwoch. Er warb dafür mit viel Umsicht zu lockern und das mit Tests zu verknüpfen.

Die Menschen in Deutschland müssten jetzt sehr aufpassen, dass „die Zuversicht nicht zu Übermut wird. Dass wir nicht ein Zuviel jetzt haben an Kontakten und an Lockerungen“, so der Minister bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler.

Therapie kann Schrecken nehmen

„Das Virus wird bleiben“, so Spahn. Künftig werde es auch um die Frage gehen: Wie kann man mit diesem Virus leben? Eine wirkungsvolle Therapie kann der Covid-19-Erkrankung den Schrecken nehmen. Besonders wichtig ist sie für Menschen, die sich nicht gegen das Virus impfen lassen können. Deshalb kündigten Spahn und Karliczek ein weiteres Programm zur Medikamentenforschung an. 

Die Erfolge bei der Impfstoffforschung hätten gezeigt, „jeder Cent an Forschungsförderung hat sich ausgezahlt“, erklärte die Ministerin. „Und an diese Erfolge beim Impfstoff wollen wir jetzt auch mit den Medikamenten gegen Covid-19 ansetzen.“ Mit dem Programm von 300 Millionen Euro soll nun auch die späte klinische Entwicklung bis zur Zulassung gefördert und damit künftig alle Entwicklungsprozesse abgedeckt werden.

Wieler: Diese Pandemie ist noch nicht vorbei

RKI-Präsident Lothar Wieler erklärte, aktuell reiche die Impfquote alleine noch nicht aus, um zu verhindern, dass sich das Virus in der Bevölkerung ausbreitet. Bis das Virus unter Kontrolle sei und man weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichten könne, müsse der Anteil der immunen Menschen bei „deutlich über 80 Prozent“ sein, so Wieler.

Im Moment bleiben daher alle weiteren Maßnahmen weiter essenziell: Kontakte reduzieren, Abstand halten, Maske tragen, Hygieneregeln, Lüften, Testen. „Ohne sie und wenn wir zu früh öffnen, würde sich das Virus wieder verbreiten“, warnte Wieler.